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Aisling Hayes (links) und Ella Starks sind Freundinnen und machen gemeinsam Musik.

Musik

Soul, Jazz und Gospel: Ein Nachwuchs-Duo begeistert das Publikum

Zwei Oberstufenschülerinnen wandeln musikalisch auf den Spuren großer Soul- und Jazzlegenden. Aisling Hayes möchte sogar selbst den Sprung ins Showgeschäft wagen.

Aisling Hayes ist erst 17 Jahre alt, aber bereits eine ausdrucksstarke Sängerin mit viel Gefühl und Lei-denschaft. Mit weicher, jazziger Stimme zieht sie die Zuhörer in ihren Bann. Bemerkenswert für eine junge Frau: Sie liebt Vinyl-Schallplatten. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, eine Platte aus der Hülle rauszuholen, sie anzufassen und dann die Musik zu genießen.“

Während ihre Klassenkameraden Playlisten mit den aktuell angesagten Charthits erstellen, legt sie lieber Schallplatten von den Beatles, Amy Winehouse oder Aretha Franklin auf. „Popmusik finde ich langweilig, Radio höre ich nicht, und auf dem Handy tippe ich auch nicht gerne herum“, erzählt sie. Wie viele LPs bei ihr zu Hause im Schrank stehen, kann sie gar nicht sagen. Es werden jedoch immer mehr, denn liebend gerne stöbert die Schülerin auf Flohmärkten nach neuen musikalischen Schätzen. Am liebsten mag sie Jazz, Soul und gospelorientierte Musik.

Ganz ähnlich sieht das Pianistin Ella Starks: „Jazz ist einfach das Schönste, was man auf dem Klavier spielen kann!“ Außer Jazz und Soul mag sie aber auch klassische Musik, am liebsten von Frédéric Chopin – und auch Rockmusik. Die 16-Jährige hat Musik im Blut, schließlich ist der aus den USA stammende Vater Posaunist und als Profimusiker im Bereich Soul und Rhythm and Blues unterwegs.

Schon als kleines Mädchen durfte sie den Vater zu seinen Konzerten begleiten, klimperte daheim auf dem Keyboard herum. Seit sie sieben ist, nimmt sie – mit Pausen – professionellen Klavierunterricht, bringt sich derzeit selbst das Gitarrespielen bei. Wenn sie am Klavier ein neues Stück erarbeitet, bekommt es schnell eine persönliche Note. Einfach so etwas nachzuspielen, kann sie sich nicht vorstellen: „Ich versuche immer, meine eigene Version aus anderen zu finden“, beschreibt sie ihre Arbeitsweise.

Kennengelernt haben sich die Künstlerinnen, die beide in Stierstadt leben, in der fünften Klasse der dortigen Gesamtschule. Aisling (der Name stammt aus dem Irischen und bedeutet „Traum“) war gerade mit ihren Eltern aus Irland in den Taunus gezogen, sprach kaum Deutsch. Ella, in deren Elternhaus nur Englisch gesprochen wird, kümmerte sich um sie. Seitdem sind die beiden beste Freundinnen – und als musikalisches Duo unterwegs, bezaubern ihr Publikum mit gefühlvollem Jazz und ganz eigenen Interpretationen.

„Ellas Vater hat mir viel über Musik beigebracht“, erzählt Aisling. So wie er möchte sie die Kunst zum Beruf machen. Sie weiß, dass es meist ein langer und harter Weg ist, um im Showgeschäft erfolgreich zu sein. Dennoch möchte sie ihr Glück auf der Bühne versuchen.

„Die Bühne“ heißt für die Gymnasiastin, die jetzt die zehnte Klasse der Bad Homburger Humboldtschule besucht, nicht nur Musik: Seit 2013 ist sie auch Schauspielerin, wurde mit 13 Jahren als eine der jüngsten Darstellerinnen überhaupt am English Theatre in Frankfurt angenommen und spielt heute am Gallus-Theater. Schauspiel und Musik halten sich in ihrem Leben „so 50:50 die Waage.“

Wo auch immer sie im Rampenlicht steht: Aisling Hayes liebt es, mit ihrem Publikum zu kommunizieren. Wenn sie singt, unterhält sie sich zwischen den Liedern mit den Zuhörern – oder singt einfach mal einen anderen Text.

Dass dem Publikum in Deutschland der veränderte Text oft gar nicht auffällt, findet sie einerseits lustig, andererseits findet sie es gut, dass Gefühl und Stimmung ihren Zuhörern offenbar wichtiger sind als Lyrics.

Ella Starks, die aktuell die Internationale Schule in Frankfurt be-sucht, findet es schade, „dass die Menschen hier in Deutschland so wenig tanzen“. Gerne würde sie das Publikum mit ihrer Musik auch körperlich bewegen. Mit Aisling auf der Bühne zu stehen, bereitet der 16-Jährigen sichtbar Freude. Zum Beruf möchte sie das Klavierspielen zwar nicht machen, „ich möchte die Musik aber immer, immer als mein liebstes Hobby behalten.“

Zu sehen und zu hören sind „Aisling + Ella“ beim Poetry Slam am kommenden Donnerstag. Los geht es um 19.30 Uhr in der „kunstbuehne portstrasse“, Hohemarkstraße 18. Eintritt: sieben Euro.

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