Das alte IGS-Hauptgebäude soll demnächst abgerissen werden.
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Das alte IGS-Hauptgebäude soll demnächst abgerissen werden.

Oberursel bekommt eine neue Schule

Stierstadt: IGS-Abriss soll noch im Mai starten

Der Hochtaunuskreis peilt den Neubau von Hauptgebäude und Sporthalle bis Herbst 2022 an. Schule im Oberurseler Stadtteil wird für 49 Millionen Euro neu errichtet.

Vor gut einem Monat hat das Oberurseler Parlament den Bebauungsplan für den Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS) Stierstadt beschlossen. Nun sollen auch bald die Bagger rollen. Der Auftrag für den Abbruch des alten Hauptgebäudes sei vergeben, teilt die Pressesprecherin des Hochtaunuskreises, Andrea Herzig, mit. Mitte bis Ende Mai könne es mit dem Abriss losgehen. Derzeit gebe es noch letzte Abstimmungsgespräche mit dem beauftragten Unternehmen.

Zu Beginn wird von den Abrissarbeiten noch nicht allzu viel zu sehen sein. "Zunächst werden Entkernungsarbeiten im Gebäude stattfinden", erläutert Herzig. Bis auch Mauern und Fassade endgültig verschwunden sind, wird es etwa vier Monate dauern. Die Verantwortlichen im Landratsamt rechnen damit, dass der Abriss Anfang September abgeschlossen sein wird. Erst danach könne mit den Arbeiten für den Neubau begonnen werden.

Einen genauen Termin dafür könne zurzeit aber niemand nennen, bedauert die Kreis-Sprecherin. Bedingt durch die Corona-Krise seien die Abstimmungsprozesse für die Bauantrags- und Ausführungsplanung, aber auch die Ausschreibungen aufwendiger als üblich. Homeoffice und Online-Konferenzen lassen grüßen. "Ein Baubeginn in diesem Jahr wird aber noch angestrebt", heißt es aus dem Landratsamt.

Mehr Platz für die 1000 Schüler

Der Neubau soll sich nicht nur moderner präsentieren als das alte Hauptgebäude, er soll den rund 1000 Schülerinnen und Schülern auch mehr Platz bieten. Vorgesehen sind neben Klassen- und Fachräumen auch Ganztageseinrichtungen, eine Mensa sowie Räume für die neue Oberstufe.

Die Pläne sehen dafür einen L-förmigen Gebäudekomplex im südwestlichen Bereich des IGS-Areals vor. Zwischen dem barrierefreien, zwei- bis dreigeschossigen Neubau und den bestehenden Clustergebäuden soll ein großzügiger Pausenhof entstehen. Aula beziehungsweise Mensa, Schülerrestaurant und Schülerbücherei sollen sich zum zentralen Schulplatz hin orientieren und über kurze Wege zu erreichen sein. Der Ganztages- und Informationsbereich im ersten Obergeschoss soll zusätzlich über einen südlichen Zugang direkt erschlossen werden, ebenso die Verwaltung.

Außer dem Hauptkomplex ist eine eingegrabene Einfeldhalle mit einer Sportfläche von 15 mal 27 Metern vorgesehen. In diesem zweiten Gebäude soll auch die Sekundarstufe angesiedelt werden. Unangetastet bleiben die vor zehn Jahren errichteten Clusterbauten - sechs Jahrgangshäuser mit 36 Klassenräumen.

Verkehrsführung noch nicht entschieden

Für die Fertigstellung hatte der Kreis den Herbst 2022 angepeilt. Angestrebt werde das zwar nach wie vor, so Kreissprecherin Herzig. Doch ob dieser Termin "unter den gegebenen Umständen noch zu halten sein wird, wird sich erst in den nächsten Monate erweisen." Der Unterricht in den neuen Schulgebäuden soll dann möglichst Anfang 2023 beginnen.

Schulleiter Markus Herget jedenfalls ist froh, dass es zumindest mit dem Abriss bald losgeht. Davon werde der nun wieder angelaufene Betrieb an der IGS auch nicht gestört. Schließlich stehe das alte Hauptgebäude schon seit einer Weile leer. Dass Schüler und Lehrer bereits im vergangenen Jahr in die Containeranlage umgezogen sind, die als Übergangsquartier dient, zahle sich nun aus. "Zum Glück müssen wir das nicht jetzt, während der Corona-Krise, machen."

Für die Gestaltung des Neubaus hatte der Kreis einen europaweiten Wettbewerb ausgeschrieben: Im Sommer 2018 entschied sich die Jury, der außer Landrat Ulrich Krebs (CDU) auch Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und Schulleiter Herget angehörten, für den Entwurf des Büros "pussert kosch architekten" (Dresden). Gegen eine Sanierung hatte sich der Kreis als Schulträger wegen der schlechten Substanz des fast 50 Jahre alten IGS-Hauptgebäudes ausgesprochen. Für die Finanzierung des Neubaus sind einschließlich Sporthalle und Ausstattung in den aktuellen Kreis-Haushalt 49 Millionen Euro eingestellt.

Noch nicht endgültig entschieden ist die verkehrliche Erschließung der Baustelle. Entweder rollen die schweren Lastwagen durch Stierstadts Gassen oder über einen Feldweg. Diese Frage wird laut Ortsvorsteher Ludwig Reuscher (CDU) in Stierstadt kontrovers diskutiert. Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne) hatte sich im Bauausschuss zuversichtlich gezeigt: "Wir haben es hier anders als beim Borngrund-Gebiet mit nur einem Bauträger zu tun. Die Lenkung des Verkehrs sollte besser klappen." von Torsten Weigelt

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