In den Hundezwingern und der Hundequarantäne sind die Bodenfliesen gebrochen und der Putz bröckelt.
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In den Hundezwingern und der Hundequarantäne sind die Bodenfliesen gebrochen und der Putz bröckelt.

Schwierige Finanzierung

Tierheim in Oberursel sucht händeringend Spender – desolater Zustand

Ausgerechnet in Corona-Zeiten: Marode Bausubstanz im Tierheim in Oberursel. Jetzt schlägt die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Tierheim Hochtaunus Alarm.

Oberursel – Heruntergekommene Zwinger, marode Gebäude, Anlagen, Dächer, Wände, Strom- und Wasserleitungen, bröckelnder Putz, Rost und Schimmel: Das Tierheim Hochtaunus am Forsthausweg 15 in Oberursel ist in äußerst desolatem Zustand. 1964 wurde es als "Tierheim Obertaunus" eingeweiht. Seitdem wurden die beiden Hundehäuser und auch das Katzenhaus zwar neu gebaut, oder erweitert, das Verwaltungsgebäude und die Hundequarantäne sowie die Kleintierstation sind dagegen noch im "Originalzustand".

Immer wieder hat das Tierpflegepersonal kleinere Verschönerungen und Reparaturen selbst ausgeführt, Wände gestrichen, Risse zugeschmiert. Doch es blieb immer nur Flickwerk. Bei den Fenstern und Türen kann von Energieeffizienz schon gar keine Rede sein.

Tierheim in Oberursel: Verwaltungsgebäude nicht mehr zu retten

Es ist höchste Zeit. Deshalb schlägt Renate Echterdiek, Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Homburg und Stellvertretende Vorsitzende des Vereins Tierheim Hochtaunus, der das Tierheim betreibt, Alarm. Es sei ein Zustand erreicht, wo das Dach undicht ist und bei Regen im Foyer Eimer aufgestellt werden müssten, wo im Arztzimmer der Inhalt der Kanalisation hochkommt. "Da steht uns die Sch.... im Zimmer", beschreibt Renate Echterdiek den Stand der unappetitlichen Dinge. Wände seien feucht und voller schwarzem Schimmel, die Zwinger der Hundequarantäne kalt und nass, der Fliesenboden gesplittert. Es ziehe durch Ritzen in der Wand, auch die Toilettenanlage ist von 1964, dementsprechend sei auch ihr Zustand.

„Das alte Verwaltungsgebäude mit der Hundequarantäne und dem Kleintierbereich sind nicht mehr zu retten. Es muss neu gebaut werden“, erklärt die Tierschützerin.

Im Verein Tierheim Hochtaunus sitzen mehrheitlich mit 51 Prozent alle Hochtaunusgemeinden, vertreten durch die Bürgermeister oder ihre Gesandten sowie zu 49 Prozent die Tierschutzvereine Bad Homburg, Oberursel und Kronberg. Der Verein habe nun einen Neubau planen lassen, der aber trotz Einfachbauweise ins Geld gehen werde. Renate Echterdiek rechnet mit 800 000 bis 900 000 Euro. An diesen Kosten müsse sich auch das Tierheim beteiligen.

Oberursel: Tierheim steht vor schwieriger Finanzierung – Eindringliche Bitte um Spenden

Doch wegen der Corona-Pandemie gebe es derzeit kein Geld, weil Einnahmen des Tierheims weggebrochen seien. Im vergangenen Jahr habe sowohl das Sommerfest als auch der Weihnachtsmarkt ausfallen müssen, es kamen keine Besuchergruppen, keine Schulklassen mehr, die etwa nach Vorträgen und Führungen immer wieder gespendet hätten. Und weil fast niemand habe Urlaub machen können, seien auch die Einnahmen für Urlaubspensionen für Hunde und Katzen weggefallen. Die hätten immer einen großen Teil der Einnahmen ausgemacht. Und weil fast niemand Zutritt gehabt hätte, habe es praktisch keine privaten Zuwendungen mehr gegeben, weder in finanzieller noch naturaler Darreichungsform.

"Deshalb bitten wir eindringlich um Spenden - auch helfende Hände bei den Arbeiten sind willkommen damit wir den Qurantänehunden, Kleintieren und uns wieder ein trockenes, warmes und angenehmes Tierheim bieten können", appelliert Renate Echterdiek. Spenden gehen an IBAN DE20 5019 0000 0301 9571 81 bei der Frankfurter Volksbank unter dem Stichwort "Verwaltungsgebäude Tierheim". (Jochen Dietz)

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