Die Hundequarantäne ist in einem bemitleidenswerten Zustand und müsste neu gebaut werden. Doch es fehlt an Geld.
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Die Hundequarantäne ist in einem bemitleidenswerten Zustand und müsste neu gebaut werden. Doch es fehlt an Geld.

Sanierungsbedarf

Tierheim Oberursel unterfinanziert

Bürgermeister Brum rechnet mit einem neuen Konzept, um die marode Einrichtung zu sanieren und zu unterhalten. Die Pauschalen, die die Städte und Gemeinden des Kreises zahlen, sind seit 2008 nicht mehr angepasst worden.

Viel ist in den vergangenen Wochen und Monaten über die Situation des Tierheims Hochtaunus in Oberursel geschrieben worden. Fest steht: Der desaströse Zustand von Verwaltungsgebäude und Hundequarantäne erfordern dringenden Handlungsbedarf. Das sieht man beim Kreis und auch bei der Stadt Oberursel wohl auch so.

Im Kreistag hatte Landrat Ulrich Krebs (CDU) erklärt, dass man eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Bürgermeisterdienstversammlung eingerichtet habe, die nicht nur eine Bestandsaufnahme machen solle, sondern auch einen Vorschlag zum weiteren Verfahren in puncto Sanierung oder Neubau erarbeite soll.

Die Bestandsaufnahme ist mittlerweile offenbar angelaufen. Denn Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) bestätigte in der Stadtverordnetenversammlung, dass man sich mittlerweile ein Bild von der Situation im Tierheim gemacht habe. Mit dabei seien auch Landrat Ulrich Krebs und Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr (CDU) sowie der Tierheimvorsitzende gewesen. Brums Urteil ist vernichtend: "Es ist grauselich!", sagte er. "Die Gebäude entsprechen in keinster Weise den Anforderungen. Hinzu komme noch eine schlechte Bausubstanz.

Bei dem Ortstermin sei klar geworden, dass gerade auch in der Pandemiezeit die Aufgaben noch einmal zugenommen hätten - damit spricht Brum ein weiteres Problem an: Es geht nicht nur darum, dass dem Tierheim das Geld für den Neubau der maroden Anlagen fehlt, sondern dass auch das Geld für die alltägliche Arbeit knapp ist.

"Das Tierheim ist unterfinanziert", brachte es der Bürgermeister auf den Punkt. Daher sei es für die Einrichtung kaum möglich, dass erforderliche Geld für einen notwendigen Neubau der maroden Anlagen aufzubringen. Brum sprach von Kosten in einem hohen sechsstelligen Bereich, die dafür aufgewendet werden müssten. Rücklagen oder gar größere Spenden seien derzeit wohl nicht in Sicht.

Der Rathaus-Chef wies darauf hin, dass das Tierheim sich zu 40 Prozent über den Kreis und zu 60 Prozent über die Kommunen des Kreises finanziert. Die Kommunen entrichten eine Pro-Kopf-Abgabe. Im Falle Oberursels seien dies 47 Cent pro Einwohner, was in Summe eine jährlich Zuwendung von 22 000 Euro bedeute.

Die Krux an der Sache: Diese Pro-Kopf-Pauschalen sind seit 2008 unverändert geblieben. Dabei sind die Anforderungen an das Tierheim und damit auch die Ausgaben gestiegen. Hinzu kommen gestiegene Personalkosten und hohe Unterhaltungskosten. Laut dem Trägerverein "Tierheim Hochtaunus" sei daher ein neues Finanzierungskonzept dringend erforderlich, erklärte Brum. Dazu gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder ein Investitionskostenzuschuss für das Neubauprojekt und/oder eine Erhöhung der Pauschalen für Kommunen.

Der Rathaus-Chef unterstrich, dass Oberursel von dem Tierheim profitiere. Die Hundehaltung in der Brunnenstadt habe zugenommen, sagte Brum und verwies in diesem Zusammenhang auf die gestiegenen Einnahmen der Stadt bei der Hundesteuer, die in diesem Jahr rund 193 000 Euro in das Stadtsäckel gespült hat. Leider müsse man aber auch damit rechnen, dass einige Hundehalter, nach dem Abklingen der Pandemie feststellen, dass sie nun keine Zeit mehr für den Vierbeiner haben und ihn im Tierheim abgeben. Dann sei man als Stadt froh, dass man so eine Einrichtung habe. "Und dies für gerade mal 22 000 Euro im Jahr."

Aufgrund dieser Gemengelage geht er davon aus, dass die Städte und Gemeinden für die Finanzierung des Tierheims deutlich kräftiger zur Kasse gebeten werden. Derzeit suche man deswegen das Gespräch mit den anderen Kommunen. Brum sicherte zu, dass er rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen über den Sachstand informieren werde, damit die höheren Ausgaben bei der Erstellung des Haushalts berücksichtigt werden können. aw

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