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"To Go"-Speisen in Oberursel plastikfrei genießen

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Nachhaltig sowie optisch ansprechend: Das Mehrweggeschirr.
Nachhaltig sowie optisch ansprechend: Das Mehrweggeschirr. © jp

Die Lokale Klimainitiative will mehr Mehrweg statt Einweg in der Gastronomie und startet Aktionswochen.

Oberursel -Gerichte aus dem Restaurant zu Hause essen - das hierdurch verursachte Dilemma kennen viele Menschen. Denn Bestellen zum Mitnehmen ist zwar eine bequeme Option, verursacht jedoch viel Müll und ist daher alles andere als umweltfreundlich. Dieser Problematik möchte die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK) nun Abhilfe schaffen und in der ganzen Stadt ein Mehrwegsystem in der Gastronomie etablieren.

Um auch die Orscheler Bürger direkt in das Vorhaben einzubinden, lud die LOK am vergangenen Samstag an ihren Infostand in die Kumeliusstraße ein. Es war der Auftakt der Aktionswochen "Mehr Mehrweg in der Gastronomie", in Zusammenarbeit mit der Frankfurt International School (FIS). Bei sonnigem Wetter erklärt Christine Greve gemeinsam mit Cena und Eva von der FIS den Interessierten, warum ein Mehrwegsystem auch in der Oberurseler Gastronomie wichtig sei. "Wir von der LOK möchten, dass die Müllberge, verursacht durch die Verpackungen der Restaurants, verschwinden", betont Greve. Das sei nicht nur für die Umwelt von großer Bedeutung, sondern mache die ganze Stadt auch deutlich lebenswerter. "Es möchte schließlich niemand andauernd überfüllte Mülleimer in den Fußgängerzonen sehen", ergänzt sie.

Die LOK setzt sich schon seit mehreren Jahren für unterschiedlichste Klima-Themen ein und arbeitet dabei eng mit der Stadt Oberursel zusammen. So auch beim geplanten Mehrwegsystem in der Gastronomie, denn nur so könne man viele Bürger direkt erreichen. "Uns ist es wichtig, den Menschen Alternativen zu zeigen", erläutert Greve. "Sie sollen bestenfalls aktiv in den Restaurants nach dem Mehrweggeschirr fragen, um die Gastronomen immer wieder darauf aufmerksam zu machen."

Denn bisher gibt es ein solches System mit wiederverwendbarem Geschirr in Oberursel noch nicht. Die Gastronomen hätten sich laut Greve nicht auf eine einheitliche Lösung einigen können, lediglich zwei bis drei Restaurants hätten ihr eigenes Mehrwegsystem eingeführt. "Dabei funktioniert unser System ganz einfach: Die Restaurants schließen ein Abonnement für ein halbes Jahr ab und erhalten dafür wiederverwendbare Plastikdosen und Gefäße aller Art", erklärt Greve. "Der Kunde zahlt beim Abholen der Gerichte ein Pfand und erhält das Geld bei der Rückgabe wieder."

Oberurseler bereit für Veränderung

Um den Gastronomen eine weitere Sicherheit zu geben, dass ein solches System auch wirklich Anklang bei den Kunden findet, hat die LOK eine Umfrage auf ihrer Internetseite eingerichtet. "Dort kann jeder seine Meinung zu Mehrweggeschirr in der Gastronomie kundtun und gleichzeitig Fragen stellen, die eventuell noch bestehen", meint Christine Greve. Insgesamt sehe sie aber schon jetzt eine positive Tendenz in der Bevölkerung bezüglich dieses Themas. "Viele Menschen sind angetan von der Idee und finden das Mehrweggeschirr sogar auch optisch attraktiv", betont die Organisatorin der LOK mit einem Schmunzeln. Ihrer Meinung nach sind die Oberurseler Bürger bereit für eine Veränderung.

Bereit für ihren Einsatz in dieser Sache sind auch die Schüler der Frankfurt International School. Christine Greve lobt die hohe Sensibilität, die an der Schule für dieses Thema vorhanden sei. "Es ist einfach wichtig, direkt bei den Schülern mit einer Veränderung anzufangen", meint Greve. So führe die Schule dort gerade einen Probelauf mit dem Mehrweggeschirr in der Mensa durch, wie auch die Schülerinnen Cena und Eva aus eigener Erfahrung berichten. "Viele Schüler sind sehr offen gegenüber dem Thema Nachhaltigkeit eingestellt und möchten auch gerne etwas verändern", erzählt Cena. "Deshalb wollen wir weiterhin das Bewusstsein für diese Thematik schärfen", ergänzt Eva. Außerdem seien auch die Lehrer der FIS an den Umweltprojekten interessiert und würden diese unterstützen.

"Ich habe das Gefühl, dass gerade die junge Generation offen und bereit ist für einen Wechsel der Umwelt zuliebe", meint Christine Greve. Aus diesem Grund sei es der LOK wichtig, die Zusammenarbeit mit den Schulen auszubauen und zu intensivieren. "Man muss das Mehrwegsystem jetzt einfach mal ausprobieren in den Restaurants", sind sich alle Beteiligten einig. Denn man habe nun genug geredet. Die Zeit für ein Umdenken sei mehr als reif. So hoffen die LOK und die Schüler der FIS darauf, dass die Mehrweggefäße im kommenden Sommer Einzug in den Gastrobetrieben Oberursels halten und dauerhaft ein fester Bestandteil im Leben der Orscheler werden. Janine Rinke

LOK-Vorstandsmitglied Christine Greve (links) im Gespräch mit FIS-Schülerin Lana Thierhoff.
LOK-Vorstandsmitglied Christine Greve (links) im Gespräch mit FIS-Schülerin Lana Thierhoff. © jp

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