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Eine volle Tribüne: Rund 1500 Menschen hielten sich während des Finales auf dem Sportplatz der FIS auf.

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Top-Turnier macht Lust auf mehr

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Schwer gelobt wurden die Organisatoren, auch von den Verantwortlichen der europäischen Profi-Clubs, deren C-Junioren-Teams in Oberursel aufliefen. Dabei hatte am Freitagabend noch der komplette Turnierplan auf der Kippe gestanden.

Monatelang hatten die Organisatoren den Allianz „U 15-Cup gegen Rassismus“ auf ehrenamtlicher Basis vorbereitet, Herzblut und vor allem Zeit einfließen lassen. Als das internationale Jugendfußballturnier – das größte, das der Hochtaunus bis dato gesehen hat – unmittelbar bevorstand und die Veranstalter den Lohn für ihr Bemühungen erfahren sollten, ging der Stress erst richtig los. Tottenham Hotspur, eines der Zugpferde des hochkarätigen Wettbewerbs auf den Sportanlagen der Frankfurt International School (FIS) und des SC Eintracht Oberursel, sagte ab.

„Der Flug ist gecancelt worden, wir haben dann fieberhaft noch nach Ersatz gesucht, die Mannschaft wäre so gern gekommen, aber es war nichts zu machen“, erzählt Ralf Kissau, im Orga-Team des U 15-Cups für Kommunikation zuständig. Doch auch für dieses Problem gab’s eine Lösung: Die C-Junioren des FV Stierstadt waren am Wochenende spielfrei. Und der Veranstalter erhielt vom Nachbarverein die prompte Zusage, bevor überhaupt klar war, wie viele Spieler so spontan dabei sein können.

Einmal gegen die Großen von morgen kicken – das wollten sich der FV-Jungs nicht entgehen lassen. Das war überhaupt erst der Grund, weshalb Väter von Oberurseler Jugendfußballern mit Freunden dieses Mega-Event auf die Beine stellten. Diese Chance, der Benefiz-Gedanke (der Erlös kommt dem Verein Windrose und der Jugendfußball-Abteilung der Eintracht zugute) und der Premieren-Charakter sorgten dafür, dass viele Menschen Außerordentliches leisteten. Beileibe nicht nur die eigentlichen Organisatoren um den Oberurseler Unternehmer Stephan Haida, die am frühen Morgen auf dem Sportgelände loslegten und am Abend den letzten Müll selbst einsammelten.

„Wir hatten rund 250 Helfer, die sich reingehängt haben, als ginge es um ihr Leben“, sagt Kissau. Verschiedene Dienstleister, wie die Inhaberin eines Transportunternehmens, die dafür sorgte, dass die in einem Eschborner Hotel untergebrachten Mannschaften von A nach B kamen, verlangten für ihre Hilfe keine Gegenleistung.

Als Dankeschön für diesen unermüdlichen Einsatz soll es deshalb ein Helferfest geben, so viel ist sicher. Ob es den U 15-Cup noch einmal gibt, möchte das Orga-Team nicht jetzt entscheiden. Das Konzept stehe, man habe nun viele Erfahrungswerte, die eine erneute Durchführung erleichterten, sagt Kissau, „aber das alles in seiner Freizeit zu organisieren, ist auch schon ein riesiger Aufwand“.

Eine der Antriebsfedern für eine Wiederholung könnte das Lob der teilnehmenden Mannschaften sein. Nicht nur man selbst sei super zufrieden gewesen – zum Finale befanden sich bestimmt 1500 Menschen auf der FIS-Anlage – sondern auch die Gäste aus der Bundesliga und dem Ausland (wie der FC Chelsea, die Glasgow Rangers und Roter Stern Belgrad) hätten von einem rundherum gelungenen Turnier gesprochen. Das im Übrigen verdientermaßen vom FC Porto gewonnen wurde (2:0 im Endspiel gegen Bayern München), der nicht nur sportlich begeisterte, sondern als Mannschaft auch ein echter Sympathieträger war.

Mit Thomas Hitzelsperger, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums beim VfB Stuttgart, und Uwe Bein mischten sich in Oberursel auch ehemalige Nationalspieler unter die Zuschauer – wenn sie auch nicht mit dem Hubschrauber anreisten.

Der Deutsche Fußball-Bund hatte tatsächlich eine Anfrage bei der FIS gestartet, ob denn eine Landemöglichkeit auf dem Schulgelände bestünde. Auch Rolf Stahlhofen kam zu Fuß ins Stadion – und der frühere Sänger der „Söhne Mannheims“ sorgte mit seinem Live-Auftritt wohl für den Höhepunkt einer besonderen Veranstaltung, die es so vielleicht nicht noch einmal im Hochtaunus geben wird.

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