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Im kommenden Jahr stehen in der Taunushalle erst mal Bauarbeiten an. Im zweiten Quartal könnte der Kita-Betrieb starten.

Ex-Gaststätte wird zur Kita

Politik stimmt neuem Konzept für die Oberstedter Taunushalle zu

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Nach intensiven Diskussionen in Stadt und Stadtteil ist eine Entscheidung über die Taunushalle in Oberstedten gefallen. Sie soll für Sport und Kultur genutzt werden, aber auch Kita-Kinder aufnehmen. Eine Fraktion stellte im Stadtparlament den Bedarf an Betreuungsplätzen infrage.

Noch vor Weihnachten gibt es ein Gespräch zwischen der Stadt und dem Verein zur Förderung der Integration Behinderter (VzF), und im kommenden Jahr sollen möglichst rasch Arbeiter und Handwerker anrücken: Die Taunushalle wird umgebaut, damit dort zwei Kindergartengruppen Platz finden können – womit der VzF seine Kita in Oberstedten formal erweitert. Dass die Stadt dem Verein, der im Taunus Träger zahlreicher Kinderbetreuungseinrichtungen ist, Flächen in der Halle vermietet, haben die Oberurseler Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit breiter Mehrheit entschieden.

Die jetzt getroffenen Beschlüsse haben aber mehr als bloß einen Mietvertrag zur Folge: Nun ist abgemacht, dass die Taunushalle als öffentliche Einrichtung für Sport und Kultur erhalten bleibt und dass dem Billard- und Dartclub weiterhin die frühere Kegelbahn zur Verfügung steht. Klar ist jetzt auch, dass es keinen Restaurant-Betrieb mehr geben wird. Denn das seit einem Jahr leerstehende Lokal „Taunusblick“ wird in Räume für die Kinderbetreuung umgewandelt.

Intensiv diskutiert

Vorangegangen waren intensive Diskussionen, auch innerhalb der Parteien und Fraktionen. „Die Oberstedter konnten sich nur schwer daran gewöhnen, dass der ,Taunusblick‘ aufgegeben wird“, sagte Susanne Kügel (CDU). Letztlich sei aber eine gute Lösung gefunden worden. Die schwarz-rote Koalition sei zufrieden, dass dem Stadtteil die Halle erhalten bleibe.

Sowohl CDU und SPD als auch OBG, Grüne und Linke stimmten geschlossen für die genannten Vorhaben. „Die Versorgung mit Gastronomie ist nirgends so gut wie in Oberstedten“, meint OBG-Fraktionschef Georg Braun, der zudem auf den VzF als Kita-Träger einging. Dieser arbeite kostengünstiger als die Stadt, sagte Braun. Seine Fraktion hatte unlängst gefordert, dass die Stadt generell die Kita-Trägerschaft abgeben solle.

Auch drei der vier FDP-Vertreter im Stadtparlament votierten für das neue Konzept – lediglich der Oberstedter Liberale Michael Planer sagte Nein, denn er lehnt die Umwandlung der Gaststätte in eine Kita ab. Bereits im Ortsbeirat Oberstedten hatte er Kritik an den Plänen geübt.

„Wir hängen hinterher“

Die AfD-Fraktion stimmte geschlossen mit Nein, Professor Dr. Claudia Koch-Brandt nannte die Beschlussvorlage, die die Verwaltung den Stadtverordneten präsentiert hatte, „erschütternd“. Hintergrund: Die AfD stellt die Zahlen der Verwaltung, wonach im laufenden Kindergartenjahr etwa 200 Betreuungsplätze fehlen, infrage. Die anderen Fraktionen im Stadtparlament konnten diese Einschätzung nicht teilen.

„Jeder, der Kontakt zur Elternschaft in Oberursel hat, weiß, wie groß der Bedarf ist“, wunderte sich Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne) über die Zweifel der AfD. Er ist der für die Kinderbetreuung zuständige Dezernent und musste in Bezug auf die Versorgung mit Betreuungsplätzen zugeben: „Wir hängen hinterher.“

Zwei Gruppen mit je 23 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren sollen in den umzugestaltenden Räumlichkeiten Platz finden. Bis die Mädchen und Jungen dort betreut werden können, müssen unter anderem Theken rausgerissen, Decken und Fußböden erneuert und kindgerechte Toiletten geschaffen werden, erklärte Fink im Gespräch mit dieser Zeitung.

Für den Umbau, den der VzF organisiert, werden Fördermittel des Landes erwartet; die Stadt übernimmt 33 000 Euro. Für die Betriebskosten bekommt der VzF von der Stadt fortan jährlich etwa 236 000 Euro.

Vorgesehen war, dass der Kita-Betrieb in der Halle im April losgeht. Mittlerweile spricht Fink vorsichtig vom „zweiten Quartal 2019“.

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