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Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen. Foto. Britta Pedersen/Archiv

Prozess

Urlauber klagen auf Erstattung: Das teure Ende einer Karibik-Reise

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Das Taxi kam nicht, der Urlaub musste um einen Tag verlängert und zwei Flugtickets auf eigene Kosten gebucht werden – so schildern Urlauber einen Fall, der zurzeit vor dem Amtsgericht Bad Homburg verhandelt wird.

Der Urlaub endete mit einem Ärgernis. Zehn Tage hatte ein Ehepaar aus Wiesbaden im Mai 2017 auf der Karibik-Insel Kuba zugebracht, dann hieß es Abschied nehmen. Doch es sollte ein Abschied mit Hindernissen werden. Die Eheleute sollten um 16 Uhr an ihrem Hotel abgeholt und mit dem Taxi zum 160 Kilometer entfernten Flughafen in Havanna gefahren werden. Allein das Taxi kam nicht – so jedenfalls schilderten es die Reisenden, deren Fall jetzt vor dem Bad Homburger Amtsgericht verhandelt wurde.

Das Paar aus Wiesbaden hatte gegen ein Oberurseler Tourismus-Unternehmen geklagt und fordert die Erstattung der Kosten, die durch das vergebliche Warten auf ein Taxi entstanden waren. Um den Flieger noch zu erwischen, hatten die Urlauber schließlich selbst die Fahrt zum Flughafen organisiert. Allerdings trafen sie zu spät ein und verpassten den Rückflug. Daraufhin übernachteten sie erneut im Hotel und buchten zwei Plätze für einen Flug am kommenden Tag.

Die nicht eingeplanten zusätzlichen Kosten betrugen 1340 Euro. Sie hätten hierfür gar nicht genügend Geld gehabt und sich von anderen Urlaubern finanziell aushelfen lassen müssen, sagte das Ehepaar vor der Bad Homburger Richterin, die nun über die eingeforderte Erstattung entscheiden muss.

Zu der Klage war es gekommen, da das Oberurseler Reise-Unternehmen, bei dem die Buchung erfolgt war, die geforderte Zahlung der 1340 Euro ablehnte. Der Anwalt des Veranstalters trug vor, dass laut seiner Akten-Information das Taxi wie abgesprochen zum Hotel gekommen sei, der Fahrer die Urlauber aber nicht hätte antreffen können. Somit hätten die Urlauber das dann folgende Ärgernis verschuldet. Außerdem, so argumentierte der Anwalt, hätte das Ehepaar sich noch rechtzeitig bei der Hotelleitung melden und auf das vergebliche Warten hinweisen können.

Die Urlauber und ihr Anwalt widersprachen. Gemäß ihrer Darstellung kam an dem fraglichen Nachmittag kein Abhol-Taxi zum Hotel. Zudem hätten sie dies im Hotel auch mitgeteilt. Doch dort habe man nicht weiterhelfen können. Dafür könnten sie auch Zeugen benennen.

Die Anregung der Richterin, sich auf einen Vergleich zu einigen, den sie mit 450 Euro benannte, war erfolglos. Zwar war der Reise-Anwalt bereit, einer Entschädigung in Höhe von 400 Euro zuzustimmen, aber die Urlauber bestanden auf die geforderten 1340 Euro. In einer weiteren Verhandlung sollen nun Zeugen der Urlauber und des Veranstalters angehört werden.

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