Privatschule schließt Ende Januar

Das Aus für das Urselbach-Gymnasium in Oberursel

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Das Urselbach-Gymnasium in Oberursel schließt. Das haben die Eltern diese Woche schriftlich mitgeteilt bekommen, und sie waren alles andere als begeistert. Aber vor allem kam die Nachricht für die Familien unerwartet.

Die Nachricht erreichte die Eltern überraschend: Das Urselbach-Gymnasium schließt. Und das schon Ende Januar 2018. Vergangenen Dienstag erreichte die Eltern zunächst per E-Mail die Botschaft, dass die Schule schließt; eine weitere schriftliche Information soll folgen. Und es ist die zweite überraschende Nachricht innerhalb weniger Monate. Denn zuvor hatte Schulleiterin Anika Uhden die Schule aus privaten Gründen verlassen.

Auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte Geschäftsführer Talat Askin: „Es stimmt, wir schließen den Schulbetrieb Ende Januar zum Schulhalbjahresende.“ 94 Schüler und 15 Lehrer sind aktuell von der Schließung der Privatschule betroffen. „Auf der Straße sitzen werden die Kinder und Jugendlichen nicht, denn schließlich besteht eine Schulpflicht“, erklärte die Leitern des Staatlichen Schulamts für den Hochtaunus- und den Wetteraukreis, Dr. Rosemarie zur Heiden. Das gilt aber nicht für die Lehrer, die sich nun erst einmal eine neue Stelle suchen müssen.

Über die Hintergründe, die zur Schließung führen, will Askin erst zu einem späteren Zeitpunkt Auskunft geben. Allerdings räumte er ein, dass die Schule zuletzt weniger Spenden und Sponsorengelder verzeichnete, die aber zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs zwingend notwendig seien.

Anzeichen dafür, dass es der Trägergesellschaft, der „Urselbach Schulen gGmbH“ finanziell nicht gut gehe, habe es für die Eltern nicht gegeben, berichtete eine Mutter, die nicht namentlich genannt werden möchte. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet.“

Für die Familien drängt die Zeit, denn sie müssen nun aktiv werden, wie zur Heiden bestätigte. Nun sei es zunächst an den Eltern, sich um die Aufnahme an eine weiterführende Schule zu bemühen. Sie geht nicht davon aus, dass alle Schüler in Oberursel bleiben wollen. Oftmals kämen die Schüler einer Privatschule aus einem größeren Einzugsgebiet. Folglich würden sie sich dann auch Schulen in ihrer Nähe suchen.

Richtig schwierig wird es allerdings für all jene Schüler, die als zweite Fremdsprache Spanisch gewählt haben. Denn sie können, sofern sie nicht eben in der fünften Klasse damit angefangen haben, nur eine Schule wählen, die auch Spanisch als zweite Fremdsprache anbietet. „Und das sind im Hochtaunuskreis die Humboldtschule in Bad Homburg und die Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf. “

Aus Elternkreisen ist zu erfahren, dass sich bereits einige an der Humboldtschule über eine Aufnahme informieren. Die Sorgen aber sind groß, wie eine andere Mutter berichtete, dass sie an der Wunschschule keinen Platz bekommen. „Dann sind wir unterstützend da und werden sehen, was sich machen lässt“, beruhigte zur Heiden. Fakt sei, dass kein Schüler ohne Schulplatz bleibe. Allerdings gebe es eben kein Anrecht auf die Wunschschule. Das könnte im schlimmsten Fall bedeuten, dass Schüler auch nach Frankfurt fahren müssten.

Für Geschäftsführer Talat Askin stehen derzeit viele Gespräche mit Eltern, Kollegen und unter anderem auch mit dem Vermieter des Gebäudes an, mit dem der Schulträger einen Mietvertrag über 20 Jahre geschlossen hat. Ob der vorzeitig aufgelöst werden kann und wie das Gebäude im Anschluss genutzt wird, ist derzeit noch unklar.

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