Orscheler Sommer

Verein Kunstgriff freut sich über viele Besucher und hohe Einnahmen

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Der Verein Kunstgriff hat beim Orscheler Sommer einen dicken Brocken zu stemmen. In diesem Jahr hat sich der Aufwand in jeglicher Hinsicht gelohnt: Etwa 12 000 Besucher genossen 34 Veranstaltungen – fast – ohne einen Tropfen Regen. Das schlug sich auch bei den Einnahmen nieder.

Das gab es beim Orscheler Sommer noch nie: 34 Veranstaltungen und keine ist ins Wasser gefallen. Nur einmal, als sich die Fayo-Frauen gerade im Rushmoor-Park auf ihren Matten niedergelassen hatten, gab es einen Schauer. Der tat nach der langen Trockenheit aber so gut, dass sie jeden Tropfen genossen.

Dirk Müller-Kästner, Vorsitzender des Vereins Kunstgriff, rechnet in diesem Ausnahmejahr mit rund 12 000 Besuchern, und die kamen nicht nur aus Oberursel, sondern aus der ganzen Region. Sieben Wochen lang gab es Kultur in den unterschiedlichsten Varianten mit oft hochkarätiger Besetzung.

Beim Konzert des Philharmonischen Vereins Frankfurt musste der Orscheler Sommer für einen Abend sogar auf den Parkplatz auf der Bleiche umziehen, denn es war vorauszusehen, dass die Fläche im Rushmoor-Park nicht ausreichen würde. Als Ausgangspunkt für Touren war der Rathausplatz ebenso einbezogen wie das Taunabad, die Lutherisch-Theologische Hochschule, die Wiese vor der Johanniskirche in Weißkirchen und der Museumshof. Am meisten genoss das Publikum jedoch das an lauen Sommerabenden fast mediterrane Ambiente im Park. Neben dem idyllischen Weiher unter dem mächtigen Turm der Christuskirche war es für viele ein Stück Urlaub nach Feierabend.

Die Veranstaltungen reichten vom Frühschoppen mit „Tiefenrausch“ über Open-Air-Kino sowie Mountainbike- und Stadtführungen, dem traditionellen Fischerstechen auf dem Maasgrundweiher bis hin zum Familien- und Afrika-Festival sowie Konzerten der unterschiedlichsten Genres.

„Wir versuchen, für jedes Alter und jeden Geschmack etwas anzubieten“, ist dem Vorsitzenden und den rund hundert Mitgliedern von Kunstgriff wichtig. Der Verein stellt inzwischen den Orscheler Sommer seit 33 Jahren auf die Beine.

„Wer Kontakte oder Ideen hat, kann sie einbringen“, erläutert Müller-Kästner. Eine gute Portion Glück gehöre auch dazu und der Zufall, der ihn etwa mit dem Dirigenten des Philharmonischen Vereins oder einem Poetry-Slammer ins Gespräch brachte. Konzerte wie das des Philharmonischen Vereins, das Poetry-Slam-Special, aber auch der Robert-Gernhardt-Abend mit dem Sprachwissenschaftler Dr. Mattias Eigelsheimer gehörten zu den Veranstaltungen, die man anderorts nicht findet. Schon gar nicht für lau.

Zumindest für die Besucher, denn ihnen ist es selbst überlassen, ob sie einen Obolus in den stets bereiten Zylinder werfen. „Oft sind ganz erkleckliche Beträge drin“, sagt Dirk Müller-Kästner.

Die Finanzierung der in diesem Jahr zwischen 30- und 35 000 Euro Gesamtkosten stehe auf mehreren Beinen, von denen nur eines der Zylinder sei. Sicher ist der Zuschuss der Stadt in Höhe von 7000 Euro, hinzu kommen Anzeigenwerbung und die Ausfallbürgschaft des Kultur- und Sportfördervereins Oberursel in Höhe von 12 000 Euro, die in diesem Jahr wohl nicht voll in Anspruch genommen werden muss. Denn auch der Verein trägt einiges zur Finanzierung des Programms bei – etwa durch den Verkauf von Bratwurst und kühlen Getränken. In diesem heißen Sommer ein Selbstläufer.

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