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Durchsetzungsstark: Rückraumspielerin Berit Mies (Bildmitte) wechselt aus Bad Soden zur TSG Oberursel.

Handball

Verstärkungen für die TSG Oberursel

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Nach der Saison ist vor der Saison. Das Gesicht von Oberursels Damenmannschaft in der Handball-Oberliga Hessen wird sich verändern.

Der Aufstieg ist am Samstag um einen Punkt denkbar knapp verfehlt worden, der Blick richtet sich bei den Handballerinnen der TSG Oberursel aber schon wieder nach vorne: Wie Trainer Paul Günther bekanntgab, wird er zum Trainingsauftakt für die neue Saison am 14. Mai sechs neue Gesichter in der EKS-Sporthalle begrüßen. Dass er die Neuzugänge beim Vizehessenmeister selbst willkommen heißt, ist ebenfalls eine Neuigkeit. Bekannter als manches Gesicht wird Handball-Fans womöglich ein Tor sein, dass einer der Oberurseler Neuzugänge erzielte.

Berit Mies warf einst im Trikot der JSG Vortaunus das „Tor des Jahres“. Ihr präziser Wurf aus knapp 15 Metern Entfernung in den linken Knick des Tores, erzielt im Oktober 2016, wählten die User des Internetauftritts der Handball-Bundesliga zum schönsten Treffer des Jahres. Rückraumspielerin und Strafwurfspezialistin Berit Mies (Jahrgang 1997) stammt wie Linksaußen Katharina Löbrich (Jahrgang 2000) aus Bad Soden und spielte am Wochenende das letzte Mal für die 2. Mannschaft der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus. „Ich habe beide Spielerinnen in Bad Soden drei Jahre lang trainiert. Das sind beides große Talente, von denen wir noch etwas erwarten können“, verkündete Günther.

Mies und Löbrich schlossen mit ihrem Team die Landesliga-Saison hinter der HSG Wiesbaden als Vizemeister ab – mit einem 30:20 bei der FSG Gettenau/Florstadt. Mit Gegenspielerin Selina Walde werden sie künftig gemeinsam spielen. Die Florstädter Kreisläuferin hatte der TSGO bereits ihre Zusage gegeben. Die Zugänge Nummer vier und fünf kommen von einem Gegner der Oberurselerinnen und bringen viel Erfahrung mit in die bis dato sehr junge Mannschaft: Torfrau Claudia Schilling (Jahrgang 1990) und Linksaußen Jennifer Krasnansky (Jahrgang 1995) spielten für Oberliga-Absteiger SG Bruchköbel. „Ich kenne sie schon lange und habe mich um sie bemüht, wir haben nach dem Weggang von Annika Steitz ja eine Torfrau gebraucht“, erläutert Günther, der erfahren hat, dass die Mannschaft der SG auseinanderfalle.

Die sechste Neue im Bunde hat einen in Handballerkreisen bekannten Namen: Rückraumspielerin Lisa Greb (Jahrgang 1996) kommt von Süd-Landesligist TV Langenselbold. Mutter Petra lief einst für Grün-Weiß Frankfurt in der Bundesliga auf, Vater Nico war Spielmacher der TSG Bürgel in der Oberliga. Lisa Greb hat zudem schon bei der TSGO gespielt – in der Jugend-Regionalliga. Von ihr erhofft sich Günther ebenfalls einen Qualitätsschub. Ersetzen muss der TSGO-Trainer neben Annika Steitz bekanntlich auch Lara Kürten und Sinja Hofmann sowie noch für eine längere Zeit Julia Buße (Kreuzbandriss). Zudem hat Charlotte Frölich nach einer erneuten Knieverletzung ihr Karriereende verkündet. Und Aline Linder kann wegen eines Auslandsaufenthalts erst ab Januar wieder mitspielen.

So viele Spielerinnen aus dem Kader 2017/18 seien nicht mehr übrig, und die vielen eigenen Talente sollten behutsam an die vierthöchste Spielklasse herangeführt werden, begründet Trainer Günther die externen Verstärkungen. Aus der 2. Mannschaft wird künftig Caroline Stahl fest zum Kader zählen. Die derzeit verletzte Fenna Flach zählt der Coach zum erweiterten Kader.

Bis zuletzt hatte Günther daran geglaubt, in seiner ersten Saison bei der TSG Oberursel doch noch den Aufstieg realisieren zu können und war auch offen damit umgegangen, nicht zuletzt, um die Konkurrenz unter Druck zu setzen. Jedoch ließ sich die Überraschungsmannschaft der HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden nicht mehr aus der Bahn werfen. „Wenn ich mich in einem Verein wohlfühle, dann bleibe ich auch dort, das ist für mich das Wichtigste“, begründete Günther seine Zusage für eine weitere Saison. Anderen Vereinen habe er abgesagt. „Der Verein ist mit 19 Jugendmannschaften und innerhalb der Abteilung gut aufgestellt“, lobt Günter die TSGO, „wenn es Fragen gibt, werden sie schnell geklärt.“

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