Betrugsdezernat in Bad Homburg klärt auf

Vorsicht, Betrüger: Wenn der Traum vom Traumauto platzt

  • vonChristine Sarac
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Wenn ein Traumauto zum Traumpreis weit unter Wert den Besitzer wechseln soll, dann ist meistens etwas faul an der Sache. Ein Oberurseler wäre um ein Haar auf einen miesen Betrug hereingefallen.

Es klang wie der perfekte Deal. Tolles Auto, ein Oldtimer Mercedes Benz 280 SL, auch Pagode genannt, nur 65 000 Kilometer auf dem Tacho für nur 35 000 Euro zu haben. Peter Müller (Name von der Redaktion geändert) war sich sicher, in dieser Anzeige in einer Tageszeitung die Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben. Doch oft sind die Dinge nicht, wie sie scheinen, und der Oberurseler wäre um ein Haar einer Betrugsmasche aufgesessen. „Der Preis war wirklich interessant, deshalb habe ich auch unter der angegebenen Telefonnummer angerufen“, erinnert sich Peter Müller. Mit dem Verkäufer entwickelt sich ein reger Dialog, in dessen Verlauf sich herausstellt, dass dieser mal in Deutschland gelebt und jetzt in Finnland beheimatet war.

„Er hat mir erzählt, dass das Auto verkauft werden muss, weil er sich von seiner Frau trennt. Er hat mir sogar eine Kopie des Fahrzeugscheins und seine Ausweispapiere zugeschickt. Alles klang wirklich seriös und sah professionell aus“, erinnert sich Peter Müller. Das Auto sollte über eine Treuhand-Gesellschaft nach Deutschland geliefert werden. Bis zu dem Moment, in dem es um die Zahlungsmodalitäten ging. „Über eine Agentur namens i-clear mit Sitz in der Schweiz sollte ich das Geld nach Rumänien überweisen“, berichtet Müller.

„Da gingen dann plötzlich meine Warnlampen im Kopf an.“ Peter Müller macht dem Verkäufer klar, dass er kein Geld nach Rumänien überweisen wird. Eine deutsche Bankverbindung wollte der Verkäufer nicht angeben, das Geschäft war geplatzt. Zwar versuchte der Händler den Oberurseler noch zwei Mal telefonisch zu kontaktieren, Müller ging aber nicht mehr ans Telefon. Stattdessen rief er das Betrugsdezernat in Bad Homburg an, denn inzwischen hatte der Oberurseler herausgefunden, dass dieser Masche schon einige Menschen zum Opfer fielen.

„Es handelt sich um eine von vielen Betrugsmaschen, mit denen wir uns derzeit beschäftigen“, berichtete Kriminalhauptkommissar Michael Greulich von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westhessen. „Wenn der eigentliche Tatort in Osteuropa liegt, ist es meist schwer, Folgeermittlungen einzuleiten, da die Zusammenarbeit mit diesen Ländern oft problematisch ist“, so Greulich. Der Polizeibeamte rät auf jeden Fall, hellhörig zu werden, wenn Gegenstände weit unter Preis angeboten werden und nicht vom Käufer in Augenschein genommen werden können. „Wenn der Anbieter außerdem im Ausland sitzt, sollten auf jeden Fall Zweifel aufkommen“, sagt Greulich. „Geschädigte sollten sich nicht scheuen, eine Anzeige zu erstatten. Wenn es sich um eine Straftat handelt, dann ermitteln wir auch.“

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