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An der Niederurseler Straße in Weißkirchen liegt das sogenannte Kleebach-Gelände. Im Zuge der Diskussion über Schaffung von Wohnraum kommt die seit langem brachliegende Fläche wieder ins Gespräch.

Taunus-Kommunen kämpfen gegen neuen Stadtteil an der A5

Wird das Kleebach-Gelände in Weißkirchen jetzt doch bebaut?

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Viele Bürger in Oberursel sehen Frankfurts Plan kritisch, einen Stadtteil an der A 5 zu schaffen. Das Nein zur Dimension des Frankfurter Vorhabens könnte den Druck verschärfen, Flächen im Taunus zu entwickeln.

An der Niederurseler Straße im Stadtteil Weißkirchen liegt Oberursels südöstliches Ende der Wohnbebauung. Dort führt der Weg ins freie Feld zwischen Weißkirchen, Steinbach und Frankfurt.In der Niederurseler und den angrenzenden Straßen stehen Autos mit Aufklebern der Bürgerinitiative „Unser Heimatboden vor Frankfurt“, die gegen den geplanten Frankfurter Stadtteil beiderseits der A5 kämpft.

Doch auch für diesen Bereich an der Niederurseler Straße ist zusätzliche Wohnbebauung nicht vom Tisch. Hier hat die Stadt etwa zwei Hektar Reserveflächen. Das ist laut Pressestelle der Stadt etwa doppelt so viel wie an der Erich-Ollenhauer-Straße, wo zurzeit gut 100 Wohnungen entstehen.

Einen Teil der zwei Hektar in Weißkirchen macht das Kleebach-Gelände aus – benannt nach der Firma Kleebach, die eine Schreinerei und eine Modellbaufirma hatte, welche später von der Firma Bachmann übernommen wurde. In den 1980er Jahren zog die Firma weg. Die Gebäude verfallen seither.

Das Areal ist im Regionalen Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen. Bisherige Vorschläge, es zu bebauen, scheiterten an der verkehrlichen Erschließung. So lange die vieldiskutierte Südumgehung nicht da sei, könnten keine größeren Gebiete im Oberurseler Süden ausgewiesen werden, heißt es stets aus Politik und Verwaltung.

Alle Kommunen im Taunus sind gefragt

Doch der Druck auf die TaunusKommunen, selbst weitere Flächen mit Wohnungen zu bebauen, könnte steigen, je stärker sie Frankfurts Groß-Stadtteil ablehnen. „Jede Gemeinde muss einen Beitrag leisten“, sagt Thomas Horn (CDU), Verbandsdirektor des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main. Die Schaffung von Wohnraum sieht er als Aufgabe der gesamten Region.

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In den kommenden Monaten wollen Horn und sein Erster Beigeordneter Rouven Kötter (SPD) alle 75 Mitgliedskommunen des Regionalverbands besuchen, um über die Flächenentwicklung zu sprechen. Zur Erinnerung: Der neue Flächennutzungsplan ist in Arbeit.

Lob vom Verbandsdirektor

Für Oberursel hat Horn viel Lob übrig, die Stadt habe ihren Beitrag zum Wohnungsbau in den vergangenen Jahren „hervorragend“ geleistet. Bekanntlich hat die große Koalition das Ziel ausgegeben, 1000 neue Wohnungen auf den Weg zu bringen. In Bezug auf die Diskussion um den Frankfurter Stadtteil sagt Horn, er halte es für wichtig, dass die Nachbarkommunen „nicht nur Fundamental-Opposition“ machen, sondern selbst wachsen.

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Mit Blick auf das Kleebach-Gelände – sowie Kammerpfad und Holzhöhlchen in Stierstadt, die ebenfalls als Wohnbauflächen eingeplant sind und zusammen eine Brutto-Fläche von 116 000 Quadratmetern haben – erklärt Horn: „Die Stadt kann jederzeit einen Bebauungsplan drauflegen.“

Bebauung des Kleebach-Geländes eher perspektivisch 

Kurzfristig wird das laut Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), aber nicht passieren. Gleichwohl solle das Kleebach-Gelände im neuen Regionalen Flächennutzungsplan weiter als Wohnbaufläche stehen. Brum sieht eine Entwicklung perspektivisch, spricht von den kommenden fünf bis acht Jahren.

Auch Weißkirchens Ortsvorsteher Nikolaus Jung (CDU) will sich einer Bebauung nicht verschließen, betont ebenfalls, dass die gesamte Region ihren Beitrag zur Wohnraumschaffung leisten müsse. Brum und Jung weisen aber auf die nach wie vor nicht gelöste Verkehrsthematik hin. Brum zeigt sich jedoch optimistisch, dass die Südumgehung tatsächlich noch kommt.

Die Eigentümergemeinschaft des Kleebach-Geländes überzeugt das Verkehrsargument nicht, sie wollte bereits als Investor auftreten und das Gelände bebauen. Grundsätzlich seien die Eigentümer weiter dazu bereit, sagt deren Vertreter, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir fühlen uns dem Stadtteil sehr verbunden“, sagt er.

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