Spatenstich

Wohnen auf dem Gipfel

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Die Stadt ist dem Ziel, binnen fünf Jahren 1000 neue Wohnungen zu bauen, wieder einen Schritt nähergekommen. Gestern war Spatenstich für 62 neue Domizile in zwei Gebäuden, die man – für Oberurseler Verhältnisse – schon als kleine Wohnhochhäuser bezeichnen könnte.

Von der oberen Etage des Rathauses schaut Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) entweder in Richtung Feldberg oder hinunter nach Frankfurt, wo im meist milchigen Licht die Bankentürme auftauchen. Ein erhabener Blick, der zeigt, wie nah an der Brunnenstadt die Metropole liegt. „Zugleich sieht man, wie grün es ringsum ist“, sagte Brum gestern beim Spatenstich für zwei Neubauten namens „Summit Living Oberursel“, die bis Ende 2019 hinter dem Wohngebiet „Im Setzling“, im Bogen der U-Bahn-Trasse, entstehen sollen.

Der Name sagt es bereits: Die künftigen Bewohner der oberen Stockwerke werden Grund haben, sich wie auf einem Gipfel (summit) zu fühlen. Denn die beiden Mehrfamilienhäuser werden je sieben Etagen haben. Dies, so Brum, erlaube der Bebauungsplan, der bereits seit 20 Jahren bestehe. Natürlich haben die Nachbarn einen sehr differenzierten Blick“, räumte der Rathauschef mit Blick auf die deutlich niedrigeren Gebäude ringsum ein.

Gleichwohl: Blickten diese bislang auf einen „wenig ansehnlichen“ Parkplatz, so entstehe hier nun „etwas Großartiges“. Das 5465 Quadratmeter große Baugrundstück war bis vor Kurzem der Parkplatz der Firma Braas Monier und weiterer Unternehmen. Die rund 120 Stellplätze sollen in der künftigen Tiefgarage untergebracht werden – gemeinsam mit denen für die Bewohner. Insgesamt passen 123 Fahrzeuge in die Garage, weitere 70 Autos sollen oben Platz finden.

„Das ist nachhaltig, so wie wir es wünschen“, erklärte Brum. Gerade weil das Bauprojekt so nah an der Innenstadt sei, sei es wichtig, die Autos unter die Erde zu bekommen. Die Stadt hat das Vorhaben, innerhalb der nächsten fünf Jahre 1000 neue Wohnungen zu schaffen. „Und dabei wollen wir möglichst viel

Grün erhalten

“, beteuerte Brum. Auch für die Käufer könne der Standort nicht besser sein: nah an der Innenstadt sowie am Bahnhof mit U- und S-Bahn-Anschluss.

Kurz musste der Bürgermeister ein wenig lauter sprechen, denn gerade war eine S-Bahn am Baugelände vorbeigefahren. Das Areal liegt in der Kurve, die die Züge in Verlängerung der Nassauer Straße in Richtung Stierstadt nehmen. In den Neubauten soll man die Bahnen nur sehen, nicht hören. Dafür gibt es

Schallschutzfenster

.

62 Wohneinheiten werden in den beiden Gebäuden entstehen – von der 62-Quadratmeter-Single-Wohnung bis zum Penthouse mit 141 Quadratmetern. Alle Domizile haben Balkone, Loggien oder eigene Gärtchen und sind barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen. Gebaut wird nach Entwürfen der „haber turri architekten mbH“. Die Quadratmeter-Preise steigen proportional zur Aussicht an.

Seit rund drei Wochen ist das Bauvorhaben online (www.summitliving-oberursel.de), und noch sind Wohnungen zu haben. Eigentümerin ist die Summit Living Oberursel GmbH, eine Tochtergesellschaft der Summit Germany Ltd., die das Areal vor zwei Jahren erwarb. Das börsennotierte Immobilienunternehmen, das deutschlandweit 85 Immobilien an 20 Standorten mit einer Gesamtmietfläche von 919 000 Quadratmetern im Gesamtwert von etwa einer Milliarde Euro betreut, macht so den Sprung ins Rhein-Main-Gebiet. Die Verwaltung des Bauvorhabens übernimmt Drestate Services GmbH.

„Es wird sogar grüner“, erläutert Projektentwickler Jan Schories. Das Gelände werde, wenn die Häuser stehen, weniger versiegelt sein als bisher. Derzeit wird bereits die Grube für die Tiefgarage ausgehoben. „Sie wird so tief sein, dass obendrauf Bäume gepflanzt werden“, so Schories.

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