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Die geplanten Gebäude für Sozialwohnungen, die auf dieser Wiese vor den Flüchtlingswohnungen an der Karl-Hermann-Flach-Straße entstehen sollen, werden wohl später als geplant kommen.

Unterkünfte fallen weg

Wohnungen für Flüchtlinge in Oberursel dringend gesucht

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Die Zahl der Geflüchteten, die in Oberursel leben, ist seit dem vorigen Jahr gestiegen. Das hat zum einen mit dem Familiennachzug zu tun, aber auch mit fehlendem Wohnraum.

510 anerkannte Geflüchtete leben derzeit in Oberursel, bei 239 Personen läuft das Asylverfahren noch. 465 dieser insgesamt 749 Menschen wohnen in den Gemeinschaftsunterkünften. Die größte von ihnen ist das ehemalige SEB-Gebäude an der Hohemarkstraße mit 180 Plätzen, gefolgt von der vom DRK betreuten Einrichtung in der Karl-Hermann-Flach-Straße (150).

Seit Ende vorigen Jahres ist die Zahl der hier lebenden Geflüchteten merklich angestiegen. Im Dezember 2017 waren es 613, vor eineinhalb Jahren um die 400 Flüchtlinge. Woran das liege, wollte die AfD am Dienstagabend in der Sitzung des Sozial-, Bildungs- und Kulturausschusses wissen. Unter anderem habe es vermehrt Fälle von Familiennachzug gegeben, antwortete eine Mitarbeiterin der Verwaltung.

30 Personen leben derzeit in den mobilen Wohnheimen in der Marxstraße, weitere Personen in Privatwohnungen. Eine Gemeinschaftsunterkunft in der Akazienstraße wurde Anfang Juli aufgelöst. Eine der drei dort wohnenden Familien kam in einer Unterkunft in der Nähe unter, für eine andere hat die Verwaltung eine Wohnung gefunden. Die dritte Familie mit Aufenthaltstitel sucht noch.

Sobald Flüchtlinge anerkannte Asylbewerber sind und eine Wohnung suchen, fallen sie in den Zuständigkeitsbereich der Stadt. 165 anerkannte Flüchtlinge (76 Haushalte) stehen auf der Liste der bei der Stadt gemeldeten Wohnungssuchenden. Insgesamt sind bei der Stadt 737 Menschen (318 Haushalte) als wohnungssuchend gemeldet. Allein 102 Einzelpersonen sind darunter, aber auch fünf Seniorenpaare. Die Zahl der Wohnungsuchenden ist seit vorigem Jahr ebenfalls gestiegen – allerdings nicht nur durch die Asylbewerber. Im März 2017 waren noch 574 Suchende (277 Haushalte) registriert. Anfang dieses Jahres waren es dann sogar noch ein wenig mehr als jetzt (751 Personen/ 322 Haushalte).

Für weitere 18 anerkannte Flüchtlinge (Familien und Alleinstehende) aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Römerstraße sucht die Verwaltung derzeit ebenfalls Wohnraum. Die frühere Grundschule in Stierstadt liegt auf dem Baugelände für den Neubau der künftigen IGS. Von Dezember an kann das Gebäude nicht mehr als Wohnraum genutzt werden.

Doch es gibt auch Positives zu berichten: 40 ehrenamtlich gestemmte Deutschkurse werden rege besucht, zudem 18 offene Treffs angeboten. 54 Organisationen, 187 freiwillige Helfer und 194 Sprachhelfer kümmern sich darum, dass die Fremden in Orschel Fuß fassen.

Um die größer werdende Wohnungsnot zu lindern, plant die Stadt an der Karl-Hermann-Flach-Straße – zwischen Asylbewerberunterkunft und Alfred-Delp-Haus – die Errichtung von Häusern in Modulbauweise. 50 Sozialwohnungen sollen dort entstehen. Doch dieses Projekt verzögert sich. Weil das Baugelände in einem reinen Gewerbegebiet liegt, muss der Bebauungsplan für das Areal erst noch geändert werden; es wird zu einem Mischgebiet. Zum Beispiel die Lärmwerte, die die ansässigen Unternehmen beachten müssen, müssen im Detail betrachtet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr mit den B-Plan-Änderungen beginnen werden“, sagt Rathaussprecherin Nina Kuhn. Bis dann gebaut wird, wird es aber freilich noch dauern.

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