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Multiresistente Erreger sind auch im Urselbach gefunden worden. CDU und SPD pochen jetzt auf erneute Wasserproben.

Keime

CDU und SPD wollen Wasserproben aus dem Urselbach untersuchen lassen

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Sind sie gefährlich für den Menschen – und wo kommen sie eigentlich her, die multiresistenten Keime im Urselbach. Darüber wird seit langem diskutiert. Jetzt soll eine erneute Untersuchung Klarheit bringen. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich.

„Da ist was gefunden worden im Bach.“ So, wie es Andreas Bernhardt (OBG) in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten sagte, würden es wohl die meisten formulieren. Doch hinter dem einfachen Satz, der auf die durch eine Untersuchung des Gesundheitsamts Frankfurt entdeckten multiresistenten Erreger im Urselbach abzielt, steckt ein komplexes Thema. Letztlich geht es um die Fragen: Wo kommen die Keime her? Wie gefährlich sind sie für Menschen? Wie lässt sich verhindern, dass solche Erreger ins Gewässer kommen?

Die große Koalition hatte das Thema auf die Agenda des Stadtparlaments gesetzt, denn: „Das Ergebnis muss uns zu denken geben“, sagte SPD-Fraktionschef Dr. Eggert Winter in Bezug auf die Frankfurter Untersuchung. „Es geht nicht um Skandalisierung oder Panikmache, sondern um Gesundheitsschutz“, betonte Winter. Deshalb wollen CDU und SPD noch mal Wasserproben an mehreren Stellen des Urselbachs entnehmen lassen.

Ob das etwas bringt, ist allerdings umstritten. In der Kreisverwaltung beschäftigen sich sowohl das Gesundheitsamt als auch der Fachbereich Wasser- und Bodenschutz mit dem Thema. Auf Anfrage dieser Zeitung hatte es seitens des Kreises geheißen, „Täter“ durch Wasserproben zu „ermitteln“, sei unter seriösen wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht möglich.

Der Kreis verwies auf die langfristig angelegte sogenannte HyReKa-Studie, die bundesweit Gewässer und Abwässer auf antibiotikaresistente Erreger und auch auf Antibiotika untersucht. „Das Projekt erforscht auch die Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien durch Abwasser, zum Beispiel durch Abwässer aus Krankenhäusern, kommunalen Abwässern und auch durch Abwässer aus Tiermastbetrieben“, erklärte Kreissprecherin Andrea Herzig dieser Zeitung. Aus den Ergebnissen dieser Studie sollten dann Handlungsempfehlungen, besonders für die Politik, formuliert werden. Die ersten werden für 2019 erwartet.

Ob Oberursel selbst Untersuchungen in Auftrag gibt, ist auch nach der Sitzung des Stadtparlaments noch nicht entschieden: Das Thema wurde zur weiteren Beratung und Beschlussfassung in den Bau- und Umweltausschuss verwiesen. In diesem Gremium wird auch ein weiterer Antrag der Koalition besprochen, der ebenfalls mit den Keimen im Bach zu tun hat: Die Koalition wünscht sich einen Bericht zur Abwassertechnik, sprich: Sie will wissen, ob beziehungsweise wie multiresistente Keime und Arzneimittelrückstände aus dem Abwasser eliminiert werden könnten – und welche Modernisierungen sowie Investitionen dafür nötig wären.

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