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Rettungswache

Zieht das DRK in den Hammergarten?

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Seinen Blutspendetermin am 9. November hat das Deutsche Rote Kreuz Oberursel bereits in die Taunushalle verlegt. Und auch künftige Veranstaltungen werden nicht mehr beim DRK in der Marxstraße stattfinden können – aus Sicherheitsgründen. Inoffiziell ist bereits von Baufälligkeit die Rede.

Der DRK-Ortsverein Oberursel braucht – das ist kein Geheimnis – kurzfristig ein provisorisches Quartier und mittelfristig eine komplett neue Adresse. Die Stadt möchte das Gelände an der Marxstraße bebauen. Darüber, Ob er entweder mit der Feuerwehr im neuen Gefahrenabwehrzentrum, oder dem Kreis-DRK an der neuen Rettungswache „zusammenzieht“, ist noch nicht definitiv entschieden. Jedoch verdichten sich nach der Delegiertenversammlung des Kreisverbandes Hinweise darauf, dass die neue Rettungswache wohl im Hammergarten an der S-Bahn-Trasse gebaut wird und auf dem ins Auge gefassten etwa 5000 Quadratmeter großen Areal auch noch Platz für eine neue Bleibe des Ortsvereins ist.

Die finale Entscheidung darüber, ob der ehemalige Bostik-Parkplatz im Hammergarten unter Berücksichtigung der zehnminütigen Hilfsfrist für die DRK-Wache geeignet ist (siehe weiteren Text), steht jedoch noch aus. Sowohl der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, Axel Bangert, als auch Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) hoffen jedoch auf eine baldige Entscheidung des federführenden Brandschutzamtes.

„Gut geeignet“

Brum sagte, dass er die Entscheidung kurzfristig erwartet. Bangert wie Brum halten den Standort Hammergarten, eine von 12 geprüften, möglichen Flächen, für sehr gut geeignet, sowohl für die Rettungswache, als auch für den Ortsverein. „Die Infrastruktur stimmt, der Standort ist von der Innenstadt aus gut erreichbar“, sagte Brum, der mit den Eigentümern des ehemaligen Bostik-Parkplatzes bereits seit längerem Gespräche führt. Favorisiert wird Erbpacht, wobei noch unklar ist, ob der derzeitige Erbpachtnehmer das Erbpachtrecht weitergeben kann. Brum will, „in den nächsten Wochen“ ein Ergebnis präsentieren.

Unabhängig von dieser grundlegenden Entscheidung geht es aber auch um die Überbrückung der Planungs- und Bauzeit. Das Obergeschoss des DRK-Gebäudes ist, so Brum, in sehr schlechtem Zustand, auch statisch, und kann nicht mehr genutzt werden. Daher muss auch der nächste Blutspendetermin (9. November) in die Taunushalle verlegt werden. Überlegungen, das Obergeschoss mit einem Stahlkorsett zu stabilisieren, seien aufgegeben worden, so Brum. Derzeit verdichten sich jedoch Pläne, wonach das Untergeschoss mit vertretbarem Aufwand, Brum spricht von „20 000 bis 30 000 Euro“, bis zu einer großen Lösung vorübergehend ertüchtigt werden kann.

Ein weiteres Problem könnte die Finanzierung des Baus eines neuen Ortsvereinsheims werden. Bangert hatte bei der Delegiertenversammlung erklärt, dass die Ortsvereine – Oberursel ist nicht die einzige „Baustelle“ im Kreis – kaum in der Lage sein dürften, neue Unterkünfte aus eigener Kraft zu stemmen und deshalb auf Unterstützung der Kommunen angewiesen seien. Das weiß auch Brum. Er will dem DRK-Ortsverein auch gerne helfen, womöglich aber nicht in dem Umfang, wie Bangert sich das erhofft. Gern wolle die Stadt bei der Standortsuche behilflich sein. Auch wisse man im Rathaus um die Bedeutung des DRK als Hilfsorganisation. Dem DRK eine komplette Unterkunft hinzustellen, sei aber ausgeschlossen. Das Thema sei vom DRK auch noch nicht an die Stadt adressiert worden. Über Zuschüsse als Teil der Vereinsförderung könne gesprochen werden, diese müssten jedoch im Rahmen bleiben und sich auch an anderen Kommunen orientieren. Brum kommt es dabei auch auf die Dimension an. Selbstverständlich müsse für alles Nötige gesorgt werden. Raumreserven für alle Eventualitäten müssten aus seiner Sicht und vor dem Hintergrund angespannter Finanzen aber nicht vorgehalten werden. In öffentlichen Gebäuden gebe es genug Platz und durch die mögliche Nachbarschaft zum Rilano-Hotel seien außerdem Synergieeffekte denkbar, so Brum.

INFO

Innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort

Das Hessische Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (Hessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz – HBKG) verlangt, dass Feuerwehren, aber auch Rettungsdienste in der Regel zu jeder Zeit und an jedem Ort ihres Zuständigkeitsbereichs innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung wirksame Hilfe einleiten können. Bislang war das im Hochtaunuskreis mit den Rettungswachen des DRK-Kreisverbandes in Bad Homburg, Oberursel, Friedrichsdorf, Königstein und Schmitten-Hunoldstal gewährleistet, wenn auch teilweise knapp. Durch den Umzug der Homburger Rettungswache an die Hochtaunus-Kliniken haben sich die um die Wachen gezogenen Kreise mit „Radius 10 Minuten“ jedoch verschoben, was mittelfristig die Umsetzung von vier Wachen erfordert. Beim DRK geht man von einem Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro aus. Für Oberursel scheint ein neuer Standort – im Hammergarten – gefunden zu sein und auch in Königstein, von wo aus auch alle drei Glashüttener Ortsteile binnen zehn Minuten erreichbar sein müssen, deutet sich nach TZ-Informationen eine Lösung seitlich des Kurbades an. Eine neue Rettungswache dort würde von der bereits jetzt ampelgeregelten Kurbad-Zufahrt zur B8 stark profitieren. In Köppern, so hieß es beim DRK, gebe es ebenfalls bereits ein passendes Grundstück. Offen ist derzeit aber noch, was mit der für Schmitten und das Weiltal wichtigen Hunoldstaler Wache wird.

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