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Ziemlich teure Querungshilfe für Fußgänger

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Die Königsteiner Straße wird hier gern von Fußgängern überquert. Einen Überweg gibt es nicht.
Die Königsteiner Straße wird hier gern von Fußgängern überquert. Einen Überweg gibt es nicht. © jp

Fahrbahnteiler in Königsteiner Straße soll sagenhafte 230 000 Euro kosten.

Oberursel -Spaziergänger, die vom Naherholungsgebiet am Maasgrundweiher in Richtung Lomonossow-Park gehen möchten, überqueren die Königsteiner Straße zwischen Maasgrundweg und Herzog-Adolf-Straße. Das ist unangenehm, weil die Autos dort mit dem erlaubten Tempo 50, mitunter auch schneller, bergab angebraust kommen.

Einen Zebrastreifen oder eine Ampel gibt es dort nicht. Die Grünen hatten daher schon im Juni 2021 im Ortsbeirat Mitte einen Fahrbahnteiler als Querungshilfe beantragt. Ein Planungsbüro hatte inzwischen einen Planentwurf erstellt. Jetzt stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Allerdings waren die Informationen zum Sachstand ernüchternd.

Das Gremium hatte mit Kosten von rund 20 000 Euro gerechnet, berichtet Ortsvorsteherin Susanne Herz (Grüne). Aber jetzt solle das Ding rund 230 000 Euro kosten. „Das ist uns natürlich viel zu viel“, sagt sie. Der Grund für die enorme Diskrepanz: „Die Königsteiner Straße ist die Kreisstraße 772. Deshalb muss der Bau einer Querungshilfe an dieser Stelle mit dem Kreis als Baulastträger und der Landesbehörde Hessen Mobil als Vertretung abgestimmt werden.“ Hessen Mobil fordere nun, anders als zuvor geplant, einen Ausbau entsprechend der hessischen Standards. Das heiße, die Verkehrsinsel müsse breiter und größer werden, als ursprünglich gedacht. Auch gehe es um Fahrbahnbreiten.

Der Planungsentwurf setze die Vorgaben um, heißt es in der Vorlage zum Sachstand. Außerdem wird die im Radverkehrskonzept vorgesehene Radverbindung der Kategorie I (Radschnellverbindung) mit einem Schutzstreifen berücksichtigt.

Die Stadt sei nun mit dem Landratsamt im Gespräch, ob sich der Kreis an den Kosten des Ausbaus beteilige, berichtete Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) dem Ortsbeirat. Bisher allerdings lehne der Kreis das ab. Begründung: Die Stelle in der Königsteiner Straße sei kein Unfallschwerpunkt. Eine Umsetzung der Maßnahme sei daher frühestens im Jahr 2024 möglich. Die Grünen im Ortsbeirat machen sich unterdessen Gedanken über alternative Lösungen. „Wir hätten nie gedacht, dass eine Querungshilfe so kostenintensiv würde. Vielleicht könnte man in dem Bereich zumindest eine Tempo-30-Zone einrichten“, sagt Herz. Tempo 30 beginne erst später stadteinwärts. Auch ein Schild mit einer Aufschrift wie „Vorsicht, Fußgänger kreuzen“ könnte helfen.

Blumenkübel für Obere Hainstraße

Um eine gewisse Verkehrsberuhigung ging es auch beim Tagesordnungspunkt Blumenkübel in der Oberen Hainstraße. „Dort wünschen sich Anwohner die Blumenkübel von 2011 zurück, die zum Hessentag aufgestellt worden waren“, berichtet Herz.

Außerdem hatte Ortsbeirätin Marion Unger (OBG) in einer der vergangenen Sitzungen gefragt, ob Bodenschwellen eine Option zur Verkehrsberuhigung seien. Und Stadtverordnete Dr. Claudia von Eisenhart Rothe regt an, trockenheitsresistente Stauden in Pflanzkübel zu setzen, da diese nicht gewässert werden müssten. Das werde geprüft, erklärte die Bürgermeisterin. Die Genehmigungen zum Aufstellen und Entfernen von Pflanzkübeln werden übrigens vom Bereich Straßenverkehrs- und Ordnungswesen im Rathaus erteilt. Dort können Bürger in Sachen Pflanzkübel auch direkt anfragen.

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