Wer sein Auto mit zwei Reifen auf dem Gehweg parkt, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist, soll in Oberursel künftig zur Kasse gebeten werden. Das Ordnungsamt kontrolliert verstärkt. foto: jens priedemuth
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Wer sein Auto mit zwei Reifen auf dem Gehweg parkt, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist, soll in Oberursel künftig zur Kasse gebeten werden. Das Ordnungsamt kontrolliert verstärkt. 

Streitthema

Parkplatz-Probleme in Oberursel: Mehr Kontrollen, mehr Knöllchen 

  • vonAlexander Wächtershäuser
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Das Ordnungsamt in Oberursel will härter gegen Falschparker vorgehen. Das passt nicht jedem, ist die Parksituation vor Ort doch mehr als angespannt. 

  • In Oberursel geht das Ordnungsamt gegen Falschparker vor
  • Aufforderung zur gegenseitigen Rücksichtnahme
  • Bewohner aus Oberursel empören sich in den sozialen Medien
Oberursel - Auf Facebook tobt die Debatte: "Haben die nichts Besseres zu tun?", fragt beispielsweise eine Nutzerin. Die, das ist die Stadtpolizei, die in den vergangenen Tagen deutlich strenger und intensiver in puncto Falschparker auf Orschels Straßen kontrolliert hat als in den Wochen und Monaten zuvor. Und so hagelte es in den jüngsten Tagen auch deutlich mehr "Knöllchen". Dass das nicht überall auf Zustimmung stößt, liegt auf der Hand. Andererseits, wie ein anderer Facebook-Nutzer meinte: "Es ist nicht die Aufgabe des Ordnungsamtes, sich beliebt zu machen."

Verkehr in Oberursel: „Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme“

Ein Ordnungsgeld fürs Parken im Halteverbot - okay, aber ein Ticket fürs Parken auf dem Gehweg, wenn man sonst niemanden behindert, sei schon übertrieben, so der Tenor in den sozialen Medien. Doch da hält die Stadt dagegen: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert überall ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Vor allem Kinder, Senioren, Personen mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Mitbürgerinnen und Mitbürger sind auf ausreichend breite und sichere Gehwege angewiesen", betont der Erste Stadtrat und Verkehrsdezernent Christof Fink (Grüne).

Parkplatz-Probleme in Oberursel: Ausreden zählen nicht

Rechtlich ist die Stadt mit ihrem Vorgehen auf der sicheren Seite, denn nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Parken auf dem Gehweg oder das Parken unter Benutzung des Gehwegs nur dann erlaubt, wenn es durch Verkehrszeichen oder durch eine Parkflächenmarkierung zugelassen ist. Und das ist etwa in der Homburger Straße, Taunusstraße und Co. eben nicht der Fall. Wer dort trotzdem halb auf dem Bürgersteig parkt und erwischt wird, muss daher mit einem Ordnungsgeld von mindestens 20 Euro rechnen. Da zählt dann auch nicht die Aussage, dass man sich ja nur an den anderen dort geparkten Autos orientiert habe. Ebenso wenig hilft der Hinweis, dass man von dem Halteverbot nichts gewusst habe.

Parkplatz-Probleme in Oberursel: Darauf sollte geachtet werden

Doch das Parken auf Gehwegen ist nicht der einzige Verkehrsverstoß, den die Stadtpolizei künftig stärker im Auge behalten will. Auch das Halten an engen und an unübersichtlichen Straßenstellen, auf Einfädelungs- und auf Ausfädelungsstreifen, auf Bahnübergängen und vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten wird verfolgt.

Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt. Das Parken ist unzulässig vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je fünf Meter von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten, wenn es die Benutzung gekennzeichneter Parkflächen verhindert, vor Grundstücksein- und -ausfahrten, auf schmalen Fahrbahnen (auch gegenüber) und über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen sowie vor Bordsteinabsenkungen.

Beim Halten und Parken muss mindestens 3,50 Meter Restfahrbahnbreite vorhanden sein, damit Feuerwehrfahrzeuge passieren können. Weiterhin ist beim Parken der rechte Seitenstreifen oder Parkstreifen, sofern vorhanden, zu benutzen. Sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren. Außerdem sollte platzsparend geparkt werden.

Mangel an Parkplätzen in Oberursel

Dass in Oberursel Parkplätze Mangelware sind, ist der Stadt bewusst. "Daher bitten wir darum, vorhandene private Stellplätze zu Hause, am Arbeitsplatz und am sonstigen Zielort zu nutzen, um den öffentlichen Parkraum zu entlasten", so Fink.

In den sozialen Medien gibt es aber auch viel Zustimmung für den nun angeschlagenen härteren Kurs des Ordnungsamtes gegenüber Falschparkern. "Ein Strafzettel hat eine bessere erzieherische Wirkung als eine höfliche Bitte. Theoretisch hat ja jeder Gehwegparker einen Führerschein und sollte es besser wissen", schreibt eine Nutzerin. Ein anderer begrüßt das Vorgehen mit den Worten: "Sehr gut, man kommt mit Rollstuhl oder Krippenwagen da manchmal nicht durch." 

aw

Parkplatz-Probleme hat auch der Rewe in der Dornbachstraße: Weil Parkplätze dort Mangelware sind, machen viele Kunden dort nur kleine Besorgungen und keine Großeinkäufe. Jetzt folgt die Schließung der Rewe-Filiale. Auch für einen kultigen Buchladen in Oberursel ist nach 25 Jahren Schluss

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