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In Höhe der Raststätte Taunusblick ist dieses Bild aufgenommen, das die A 5 und dahinter Frankfurt zeigt. Eine Verlegung der Autobahn stößt im Taunus auf Kritik.

Kritik für Idee zur A 5

Oberursel will Frankfurter Stadtteil nur unter einer Bedingung mitplanen

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Frankfurts Pläne, einen neuen Stadtteil an der A 5 zu schaffen, beschäftigt die Menschen in den angrenzenden Taunus-Kommunen in vielerlei Hinsicht. Dass Frankfurt eine Verlegung der Autobahn prüft, ruft Steinbachs Bürgermeister auf den Plan. In Oberursel befasst man sich derweil mit der möglichen Teilnahme an einer Entwicklungsgesellschaft.

Für die Kritiker im Taunus ist das so etwas wie ein Elfmeter ohne Torwart: Sie, die seit Bekanntwerden von Frankfurts Plänen einen neuen Stadtteil westlich der A 5 heftig bekämpfen und die Sinnhaftigkeit eines Baugebiets direkt an der Autobahn hinterfragen, hören nun, dass Frankfurt eine Verlegung der A 5 prüft. Das war vergangene Woche bekannt geworden. „Frankfurt lässt jetzt die Maske fallen“, sagt nun Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP). Die Großstadt signalisiere damit: „Wenn Ihr den Stadtteil nicht wollt, setzen wir Euch die Autobahn vor die Nase.“ So etwas habe er noch nicht erlebt, echauffiert sich der Liberale. „Das ist doch absurd“, sagt Naas, der zudem vor einer Kostenexplosion warnt.

Steinbach wäre, ebenso wie der benachbarte Oberurseler Ortsteil Weißkirchen, stark von Frankfurts neuem Stadtteil betroffen, würde dieser doch sehr nah an die Taunus-Kommunen heranrücken und diesen unter anderem zusätzlichen Verkehr bringen. Steinbach wehrt sich gegen eine Bebauung westlich der A 5. Naas ist so etwas wie der Wortführer der Kritiker, kämpft auch als Vorsitzender der Unabhängigen Gruppe im Regionalverband gegen das Frankfurter Vorhaben.

Dass eine Verlegung der Autobahn geprüft wird, zeigt für Naas, „dass die Autobahn ein unüberwindbares Hindernis ist“. Seiner Ansicht nach ein Argument gegen den Stadtteil, wie Frankfurt ihn beiderseits der Autobahn plant. Die Rede ist von rund 10 000 Wohneinheiten.

In Steinbachs Nachbarstadt Oberursel geht es in puncto Stadtteil zurzeit darum, ob und in welcher Form sich die Stadt in einer Entwicklungsgesellschaft einbringt. Frankfurt hatte in Aussicht gestellt, die Taunus-Städte in eine solche Planungsgesellschaft einzubinden.

Oberursel will aber nur mitmachen, wenn dort die inhaltliche Festlegung – keine Bebauung westlich der A 5 – wirksam vertreten werden kann. Das hat der Bau- und Umweltausschuss jetzt mit Stimmen der schwarz-roten Koalition beschlossen; ein gleiches Votum in der Stadtverordnetensitzung am 7. Februar ist wahrscheinlich. Im Ausschuss hat die Koalition einen ursprünglich von der Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) gestellten Antrag geändert, mit dem eine Beteiligung von vornherein komplett abgelehnt werden sollte.

„Wir haben doch einen Beschluss gefasst, dass wir das nicht haben wollen“, sagte Georg Braun (OBG) und spielte damit darauf an, dass die Politik eine Bebauung westlich der A 5 offiziell abgelehnt hatte. „Da müssen wir konsequent sein.“ Ähnlich sah es Stephan Schwarz (Grüne). „Wenn wir es ernst meinen, brauchen wir uns nicht zu beteiligen.“

Aufseiten der Koalition setzt man lieber auf den Dialog: „Es ist sehr wohl wichtig, im Gespräch zu bleiben“, meinte Michael Reuter (CDU). Auch sein Fraktionskollege Thomas Studanski warb fürs Mitreden – und Überzeugen. „Ich sehe mich nicht als Protestler im Feld rumrennen und sagen ,Ich will das nicht, ich will das nicht‘.“ So könne man in einer Demokratie nicht miteinander umgehen.

Keine Mehrheit fand die OBG auch mit dem zweiten Teil ihres Antrags, die Planung einer möglichen Südumgehung so lange zurückzustellen, bis Klarheit über das Ausmaß der Frankfurter Bebauung herrsche. Das lehnten Koalition und FDP ab.

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