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Ökologisch wertvoller Eingang

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Fast fertig: Jochen Keller (links) hat auf dem Weilroder Golfplatz 2500 Stauden gepflanzt. Damit die Fläche einfacher zu mulchen war, haben die Männer alle Pflanzen mit ihren Transporttöpfchen abgedeckt. © Red

Weilrod (as). Der erste Eindruck ist der beste - das weiß auch Irmina Bültmann, Vizepräsidentin des Golfclubs Taunus Weilrod. Dass der Parkplatz und auch der Fußweg zum Clubhaus bisher ein eher düsteres Willkommen geboten haben und dass das Entree der ansonsten top gepflegten Anlage nicht unbedingt auf dem Flugplan Nahrung suchender Insekten stand, war Bültmann schon lange ein Dorn im Auge.

Wenn es nach ihr ginge, hätte sie bestimmt mehr als nur einen Grünen Daumen. Hat sie aber nicht, und so musste Garten- und Landschaftsbauer Jochen Keller ran. Mit seinem Team pflanzte er jetzt 2500 größtenteils heimische Stauden, im Innenbereich des Parkplatzes und rechterhand entlang des Hauptweges, vorbei am Putting Green in Richtung Clubhaus.

Mehr als 50 Arten von Stauden

Kellers Lastenheft entstand in seinem Kopf sehr schnell, nachdem er sich davon überzeugt hatte, welche Qualität der zum Teil recht steinige Pflanzboden hat und dass die unterschiedlichen Lagen des insgesamt nur rund 600 Quadratmeter großen Geländes durch Sonneneinstrahlung und Beschattung mikroklimatisch unterschiedliche Lichtverhältnisse aufweisen.

Der Parkplatz zum Beispiel ist der prallen Sonne ausgesetzt. Hier waren eher steppenklimaresistente Pflanzen zu wählen, und der Boden musste durch das Einarbeiten von feinem Lava-Schotter abgemagert und vor Austrocknung bewahrt werden. Weiter oben, entlang des Weges, gab es wegen der vorhandenen Büsche und Bäume mehr oder weniger schattige Ecken mit Laubfall, in denen der Boden durch Rindenmulch aufgewertet werden musste.

Keller hat nicht weniger als 50 verschiedene Staudengattungen in noch sehr viel mehr Sorten in seinen sehr kleinteiligen Pflanzplan aufgenommen: Färberkamille, Akelei, Scaviose, Easseblume, Storchenschnabel, Thymian, Ziersalbei und Heiligenkraut, um nur einige zu nennen. Aber auch Gräser, denn Irmina Bültmann war es wichtig, dass im Winter bei Schneelage »oben auch noch etwas rausguckt«, sind gepflanzt worden.

Bei der Auswahl der Pflanzen hat Keller nach eigenen Angaben sogar darauf geachtet, dass im Schattenwurf der Bäume eingebrachte Pflanzen unter dem Blätterdach gedeihen und wachsen können. Das alles sei zu berücksichtigen, wenn erreicht werden soll, dass später einmal immer etwas blüht, sagt er, der die Pflanzengesellschaften auch so zusammengestellt hat, dass sie untereinander Frieden schließen und sich nicht gegenseitig verdrängen.

Zunächst ist der frisch angepflanzte Bereich noch recht pflegeintensiv, zweimal die Woche müssen die Greenkeeper zum Bewässern ran - natürlich mit Wasser aus dem eigenen Teich, der zurzeit randvoll ist. »Regen ersetzt aber keine Bewässerung, gegossen werden muss trotzdem«, erklärt Keller.

Insektenhotels als Projekt

Er sagt aber auch, dass die etwa 20 Zentimeter tief wurzelnden Pflanzen in etwa einem Jahr gemeinsam einen dichten Teppich gebildet und die nötige Widerstandskraft für ein langes Leben entwickelt haben sollten. Bis es so weit ist, müsse ab und zu auch Unkraut gezupft werden. Später könnten die Beete zum Herbst hin dann auch einfach abgemäht werden, damit sie im kommenden Frühjahr wieder neue Kraft entwickeln können.

Nun, da dieses Projekt so gut wie abgeschlossen ist, hat Bültmann schon neue Ideen: »Wir werden drei große Insektenhotels bauen«, verrät sie. Und sie verrät auch schon, wen sie dabei im Auge hat: »Unsere älteren Mitglieder sollen sie gemeinsam mit ihren Enkeln bauen. Und nicht nur das - sie sollen vorher auch noch gemeinsam das Baumaterial sammeln. Auf unserem Platz findet sich da genug.«

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