Historischer Stein

Ortsbeirat verwirft Neuausrichtung des Gluckensteins in Kirdorf

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Die antragstellende Fraktion verwirrt, der Ortsvorsteher strikt dagegen: „Irgendjemand“ aus der CDU wollte den historischen Gluckenstein drehen lassen. Wieso? Das wusste niemand so recht.

Mehr Parkplätze, eine Verkehrsberuhigung und die Drehung eines Kulturdenkmals – der Gluckensteinweg stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Kirdorf. Gleich drei Anträge behandelten die Straße beziehungsweise den Namen gebenden Stein (siehe Text unten). Doch zunächst ging es mal um den ruhenden und rollenden Verkehr. So beantragte die CDU, den Magistrat zu bitten, auf dem Gluckensteinweg zwischen Stedter Weg und Götzenmühlweg neue Parkplätze zu schaffen. Hintergrund ist die Fertigstellung von 30 neuen Wohnungen im Kronberger Karree (zwischen Gluckensteinweg, Kronberger Straße und Wiesbadener Straße). Mit dem Einzug der neuen Mieter habe sich die Parkplatzknappheit in dem dicht besiedelten Wohngebiet deutlich verschärft, heißt es im CDU-Antrag.

Volle Unterstützung gab es von SPD und Grünen. „Wenn dadurch nicht der Radverkehr eingeschränkt wird, unterstützen wir den Antrag“, sagte Bruno Gutjaht (SPD). Und auch Daniela Kraft (Grüne) wollte sich diesem Ansinnen nicht verschließen: „Wir wollten die Innenstadtverdichtung, und die Leute haben nun mal Autos und bekommen Besuch. Gerade am Wochenende ist die Parkplatzsituation im Gluckensteinweg sehr angespannt.“ Für die Grünen ist jedoch wichtig, dass die Bäume am Straßenrand nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Antrag wurde bei einer Enthaltung der BLB angenommen.

Auch bei ihrem nächsten Antrag konnte die CDU auf die Unterstützung der übrigen Parteien bauen. Diesmal ging es um eine grundhafte Sanierung des Gluckensteinswegs ab Stedter Weg in Richtung Heuchelheimer Straße. Der Union schwebt vor, die Fahrbahn zu verkleinern und auch hier neue Parkplätze zu schaffen. „Der Gluckensteinweg ist eine 30er-Zone, durch die Breite der Fahrbahn werden die Autofahrer aber animiert, schneller zu fahren“, begründete Dietmar Schäfer. Eine Verengung der Straße würde automatisch dazu führen, dass langsamer gefahren werde.

Weitere Parkplätze wiederum seien für das Wohngebiet und für die Gesamtschule am Gluckenstein von Vorteil. Zudem brachte die Union die Idee ins Spiel, Bäume zu pflanzen, um – wie im unteren Teil des Gluckensteinwegs – eine Allee zu erschaffen, „was der Luftqualität in der Stadt zugute käme“. Auch Gutjahr sieht die Gefahr, dass die Straße zum Schnellfahren einlade. Letztlich einigte man sich einstimmig auf einen Prüfantrag, wonach die Stadt Vorschläge erarbeiten soll, wie die Straße verkehrsberuhigt werden könnte.

Der dritte Antrag der CDU war dann ein wenig skurril und leuchtete der Union selbst nicht ein. Um den Gluckenstein sichtbarer zu machen, solle der Stein um 90 Grad gedreht werden. „Ne“, sagte da Ortsvorsteher Hans Leimeister, „das ist doch Unsinn.“ Nicht nur, dass der Stein dafür ausgebuddelt werden müsste, könne man auch davon ausgehen, dass die Denkmalbehörde von so einer Maßnahme nicht begeistert wäre. „Lasst den Stein wie er ist“, assistierte Kraft für die Grünen. Da die CDU-Vertreter mit dem Antrag ebenfalls wenig bis nichts anfangen konnten, wurde er zurückgezogen.

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