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"Pack's an" - dritte Auflage

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Ausbildungsmesse an MES nach Corona-Pause gut besucht

Weilrod -31 Betriebe und Behörden aus Weilrod, dem Usinger Land und der näheren Region hatten sich für die Ausbildungsmesse "Pack's an", die am Freitag nach zweijähriger Corona-Zwangspause zum dritten Mal in der Mensa der Max-Ernst-Schule abgehalten wurde, angemeldet, 28 waren vertreten. Bürgermeister Götz Esser (FWG) und Schulleiterin Ramona Ondrovic sehen den Grund für das wachsende Interesse im neuen Format "Pack's an".

Anfangs waren die Azubi-Messen Teil des Unterrichts. "Mit dem neuen Format am Nachmittag ergab sich auch die Möglichkeit, dass berufstätige Eltern mit ihren Kindern kommen und sich informieren konnten", sagte Esser. Auch bilde das Interesse die durch Pandemie und den Ukraine-Krieg aus dem Tritt geratene Wirtschaft und den wachsenden Azubi-Mangel ab. Ondrovic ist froh, dass so viele Schüler, denen der Besuch der Messe empfohlen, aber nicht vorgeschrieben wird, gekommen sind. Positiv sei, dass die Veranstaltung inzwischen über den Hochtaunuskreis hinauswirke.

Über Nachwuchsmangel klagten vor allem Handwerksbetriebe. Christoph Grün und Jürgen Meißen vom Möbelland Hochtaunus warben für den Schreinerberuf. Es werde immer schwieriger, Jugend für diesen Beruf, der, wie die meisten Handwerke, noch immer "goldenen Boden" hat, zu begeistern.

Handwerker

suchen Nachwuchs

Beide sind gelernte Schreiner, haben heute aber andere Aufgaben im Betrieb, der im Wesentlichen mit Möbeln handelt. "Wir sind Einzelhändler mit den entsprechenden Arbeitszeiten, die für junge Leute leider nicht attraktiv sind", sagt Grün. Auch Elektro Schultheis hätte gerne mehr Azubis: "Für dieses Jahr ist es eigentlich schon zu spät, das Ausbildungsjahr beginnt am 1. August und wer jetzt noch nichts hat, na ja", meint Holger Sorg, der auf mehr Interesse im nächsten Jahr hofft und auf die Möglichkeit hinweist, im Rahmen von Praktika zu ergründen, ob "Stromern" das Richtige ist. Interessant sei der immer elektronischer werdende Beruf allemal, sagt Sorg, der bei der Messe das Programm demonstrierte, das Elektro Schultheis für die Fernsteuerung des Weilroder Trinkwassernetzes entwickelt hat.

Interesse an Zoll,

Polizei und Bund

Holger Sorg warb gezielt für eine Ausbildung im klassischen Handwerk. Wenn man da etwas kann, habe man eine lukrative Aufgabe fürs Leben gefunden. In der Industrie, die auch ausbilde, stehe beim Verdienst im ersten Lehrjahr häufig zwar schon die eins vorne. Industriebetriebe seien aber auch anfälliger für wirtschaftliche Verwerfungen. Dicht umlagert waren die Infostände von Bundeswehr, Zoll und Polizei. Polizeihauptkommissarin Anita Pfeiler, bei der Polizeidirektion Bad Homburg zuständig für Nachwuchsgewinnung, freute sich über das große Interesse am Polizeiberuf.

Jedoch hätten viele ein falsches Bild von Polizeiarbeit. Da hole nämlich Harry nicht den Wagen und auch die Kripo-Kommissare arbeiteten ganz anders als es die meisten TV-Krimis zeigen. Die wenigsten jungen Leute wüssten, dass es bei der Polizei im Anschluss an das duale Fachhochschulstudium 400 Möglichkeiten der Spezialisierung gibt.

Besonders gesucht seien IT-Spezialisten im Kampf gegen die Cyber-Kriminalität. Allerdings sagte Pfeiler auch, dass die Einstellungsvoraussetzungen "nicht ohne" seien. Sport sei zwar wichtig, weit wichtiger jedoch sei die innere Einstellung, die Bewerber bei einem Test unter Beweis stellen müssen.

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