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Pfarrwohnungen für Geflüchtete in Usingen

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Thomas Scholz vom Pfarrgemeinderat freut sich darüber, dass die beiden Pfarrwohnungen nun von Menschen aus der Ukraine genutzt werden können. © Andreas Seifert

Ein Hilfsangebot der Großpfarrei schafft im Pfarrhaus neben der katholischen St.-Laurentius-Kirche in Usingen ein vorübergehendes Zuhause für Familien aus der Ukraine.

Usingen (asn). Seit fast zwei Wochen haben sieben geflüchtete Bürger aus der Ukraine im Pfarrhaus neben der katholischen St.-Laurentius-Kirche eine vorübergehende Unterkunft gefunden. Die beiden Wohnungen im ersten und zweiten Stock stehen normalerweise Seelsorgern als Dienstwohnungen zur Verfügung. Da jedoch aktuell alle katholischen Seelsorger der Pfarrer St. Franziskus und Klara Usinger Land in anderen Kirchorten untergebracht sind, konnten die Wohnflächen in Usingen kurzfristig für dieses Hilfsangebot bereitgestellt werden.

Schnelle Selbsthilfe

Wie Thomas Scholz vom Pfarrgemeinderat berichtet, regte der Usinger Ortsausschuss vor einigen Wochen an, die beiden derzeit ungenutzten Wohnungen im Pfarrhaus als Wohnfläche für Menschen aus der Ukraine anzubieten. Pfarrer Tobias Blechschmidt zeigte sich von der Idee begeistert und stellte gemeinsam mit Pastoralreferent Andreas Korten den Kontakt zu den Behörden her.

Doch allein mit der Wohnraumbereitstellung war es nicht getan. Sieben engagierte Männer und Frauen aus der Pfarrei unterzogen die Wohnräume einer ordentlichen Grundreinigung. Außerdem waren einige kleine Reparaturarbeiten fällig. Nicht zuletzt mussten die Einrichtung ergänzt und einige elektrische Geräte angeschafft werden.

Naspa hilft mit Geldspende

Thomas Scholz stellte außerdem schnell den Kontakt zur Nassauischen Sparkasse her, die für das Hilfsprojekt der Pfarrgemeinde 500 Euro bereitstellte. Somit konnten nicht vorhanden Geräte und Einrichtungsgegenstände beschafft werden. Staubsauger, Waschmaschine und Trockner mussten ebenso ins Pfarrhaus geschafft werden, wie Bettwäsche, Handtücher, Geschirr und Töpfe. Neben der Naspa trugen viele Sachspenden aus privaten Haushalten dazu bei, dass beide Wohnungen bald bezugsfertig waren.

Nach knapp einer Woche intensiver Vorbereitungsarbeiten waren beide Wohnungen Anfang April bezugsbereit.

Wie Pastoralreferent Andreas Korten berichtet, beherbergt die eine Wohnung nun eine fünfköpfige Familie, bestehend aus Vater, Mutter und drei Kindern im Alter von acht und vier Jahren, sowie einem Baby von sechs Monaten. Dass der Vater nicht in der Ukraine bleiben und als Soldat einrücken musste, erklärt Korten mit dem ukrainischen Gesetz, wonach Familienväter mit mehr als zwei Kindern nicht für den Kriegseinsatz herangezogen werden.

In der etwas kleineren Dachgeschosswohnung hat eine Mutter mit ihrem fünfjährigen Sohn eine sichere Bleibe gefunden. »Die Menschen sind sehr glücklich über die Aufnahme und sehr, sehr bescheiden«, betont Andreas Korten, der sich gemeinsam mit Mitgliedern aus dem Ortsausschuss auch um die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort kümmert. Die nächsten Aufgaben, die Korten sieht, werden wohl in der Beschaffung von Lernmaterial für das Schulkind und der Organisation von Sprachkursen für die Erwachsenen liegen. Denn noch funktioniert die Verständigung etwas holprig; meist helfen Übersetzungsprogramme aus dem Internet. Ein ukrainischer Verwandter, der in Belgien lebt, stand in der ersten Woche als Dolmetscher zur Verfügung. Doch er musste inzwischen wieder abreisen.

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