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Planungen für die »neue« Stadt

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Usingen. Kurz und knapp - und schon war der Startschuss für das große Usinger Nahmobilitätskonzept am Donnerstag gefallen. Aber vorzustellen gab’s an dem Abend auch wenig vom beauftragten Unternehmen »mobildenker« aus Leichlingen bei Leverkusen. Michael Boßhammer als Geschäftsführer wird das Projekt in Usingen maßgeblich begleiten, unterstützt von seinem Kollegen Mark Schwalm.

Ziel des Ganzen ist es, die Stadt und ihre Stadtteile für alle Bevölkerungsgruppen im Bereich Mobilität, also Verkehr, so umzugestalten, dass Fahrzeuge mit Motor möglichst in den Hintergrund gedrängt werden. Denn über allem steht das Wohl der Bürgerinnen und Bürger.

Schließlich wird das Konzept von den Usingern erstellt, nicht von der Politik. Die bekommt am Ende des Jahres die ausgearbeiteten Vorschläge auf den Tisch, und Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) betonte bei seiner Begrüßung, dass es Ziel sei, die ersten Maßnahmen bereits in den Haushalt für das nächste Jahr einzubringen.

Zufällige Personen werden eingeladen

Dafür muss aber die Beteiligung auch seitens der Bürger kommen. Mit rund 50 Besuchern am Donnerstag war’s gerade so okay, angesichts der Konkurrenz des Eintracht-Spiels im Halbfinale der Europa League. Für die zwei nun anstehenden Workshops aber werden nicht allgemeine Einladungen versandt, denn das Unternehmen möchte nicht, dass sich wieder die einbringen, die sich ohnehin schon engagieren. Gezielt wird nämlich per Zufallsprinzip eine Auswahl Usinger eingeladen, die sich dann hoffentlich auch in die Projekte mit Ideen und Vorschlägen einbringen. Zudem gibt’s Ortstermine.

Boßhammer unterstrich auch sehr deutlich, dass es nicht um Wünsche mit wenig Realitätsfaktor geht - eine Magnetschwebebahn wird es also nicht geben, denn finanziell sollen die Projekte machbar sein. Und da gibt es viele Ansätze - etwa Stichstraßen oder Sackgassen für Radler öffnen, Gehwege absenken und Verbindungen schaffen. Das Unternehmen machte deutlich, dass der Schwerpunkt des Konzepts auf dem nicht motorisierten Verkehr liegen soll - also keine Verbrennungsmotoren. E-Bikes, E-Scooter, Fußgänger, ÖPNV und natürlich Fußwege sind es, die ins Rampenlicht kommen sollen - immer mit dem Hintergrund, alle Verkehrsmittel miteinander zu vernetzen. Denn wer am Bahnhof steht, muss auch irgendwie ans Ziel kommen - mit Leihgeräten oder mit eigenem Gefährt.

Workshops und Ortstermine

Klar spielt die Usinger Topographie eine Rolle, denn nicht jeder wird mit dem Rad nach Michelbach fahren können. Zudem haben Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche verschiedene Interessen - auch dies soll einfließen. Und das Auto bleibt nicht außen vor, steht aber als Beförderungsmittel nicht oben an.

Nahmobilität bedeutet, Usingen und seine Stadtteile besser zu vernetzen. Immer mit Blick auf Handel und Gewerbe, Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Gesundheit, Nahversorgung und Flächeneffizienz. Man soll sozusagen künftig den Weg von A nach B auch als Erlebnis genießen, vorbei an Cafés, Schaufenstern und Angeboten.

Dass im Konzept noch keine Umgehungsstraße eingearbeitet ist, dürfte ein Manko sein, kann aber nachgeholt werden. Im ersten Schritt wird der Bürger nun online seine Vorschläge und seine Kritik einreichen. Hier sind alle Bürger gefragt. Dann folgen Workshops und Ortstermine, Diskussionen und die Sortierung der Ideen. Auch eine Umfrage ist geplant, um am Ende alle Ideen in eine Machbarkeitsstruktur zu vereinen, eine Art Zeitplan zu erstellen, der die Stadtkasse nicht überfordert, ehe das Konzept Ende des Jahres präsentiert wird.

So: Und nun sind alle Bürger gefordert, ihrer Stadt das neue Zukunftsgesicht zu geben. Mitmachen bis Sonntag, 12. Juni kann jeder Usinger und jede Usingerin. Einfach auf www.denkmobil.de/Usingen gehen und seine Ideen eintragen. Alle weiteren öffentlichen Termine sind in dieser Zeitung oder auf der Homepage der Stadt unter www.usingen.de zu finden.

Übrigens kann auf der Seite auch jede Idee anderer Nutzer kommentiert oder ergänzt werden - es gibt keine Denkverbote. Vorgabe ist nur: »Die Maßnahmen müssen praxisnah sein, denn sonst landen utopische Vorstellungen schnell in der Schublade«, wie Boßhammer formulierte.

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