Stefan Lindenlaub, Klaus Betke und Thomas Schwarz (von links) vom ?Porsche Club Rhein-Main? lieben ihre sportlichen Flitzer.
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Stefan Lindenlaub, Klaus Betke und Thomas Schwarz (von links) vom ?Porsche Club Rhein-Main? lieben ihre sportlichen Flitzer.

Tiefliegend und bodenständig

Porsche-Fahrer sind gar nicht so elitär, wie man denkt

  • vonDavid Schahinian
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Den Mitgliedern des „Porsche Clubs Rhein-Main“ bietet sich bei jeder Fahrt ein freudiger Anlass. Die 135 Mitglieder verbindet die Liebe zu einer Automarke, die bis heute mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Nächstes Jahr feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen.

Die Satzung liest sich etwas ungewöhnlich: „Jede natürliche Person kann ordentliches Mitglied werden, sofern sie Besitzer eines Porsche-Kraftwagens ist.“ Alter oder Modell des Fahrzeugs sind egal, und wer sein altes verkauft, aber sein neues noch nicht in der Garage stehen hat, wird nicht gleich ausgeschlossen.

Spricht man mit dem Präsidenten des Porsche Clubs Rhein-Main, Stefan Lindenlaub, und weiteren Mitgliedern, so fallen viele Vorurteile schnell in sich zusammen. Sie sind kein elitärer Kreis von Menschen in ausschließlich hochbezahlten Berufen. Stattdessen begegnet man einer bodenständigen und humorigen Gruppe, die die Leidenschaft für eine besondere Automarke verbindet.

An den meist positiven Reaktionen und manchem „Daumen hoch“, den die Porsche-Fahrer auf der Straße gezeigt bekommen, zeigt sich, dass viele Menschen mit der Marke immer noch einen Mythos verbinden – auch wenn das Unternehmen „mittlerweile ein Massenhersteller“ ist, sagt Lindenlaub. Er hebt hervor, dass die Fahrzeuge zwar Sportwagen sind, aber alltagstaugliche. Wie bei jeder Leidenschaft kann das Ausmaß an Zeit und Geld, das man investiert, individuell höchst unterschiedlich ausfallen.

Wohl allen Besitzern ist aber gemein, dass sie ihr Auto ein wenig mehr hegen und pflegen als andere. „Die meisten Porsche stehen von Oktober an in der Garage“, berichtet Lindenlaub.

Der Club-Präsident ist in der Hausverwaltung tätig, ebenso wie der aus dem Hanauer Raum stammende Schriftführer Klaus Betke. Sie widersprechen vehement, wenn man behauptet, das Auto sei nur für Besserverdienende erschwinglich. Für die Versicherung zahle man weniger als bei vielen anderen Marken, und vieles, was man dort extra dazukaufen müsste, sei bei Porsche schon an Bord. Er habe ursprünglich einen Mercedes im Sinn gehabt, berichtet Betke. Durch Zufall sei er auf eine Präsentation des Zuffenhausener Unternehmens gestoßen, habe hin- und hergerechnet – und kam zu dem Schluss, dass ein Porsche mit der Ausstattung, die er wollte, auch nicht teurer war. Der bei einer Bank arbeitende Thomas Schwarz aus Frankfurt, Schatzmeister des Clubs, hebt zudem die Wertstabilität hervor.

Natürlich spielt dabei die Modellpolitik, über die beispielsweise bei den monatlichen Stammtischen in der Klassikstadt Frankfurt diskutiert wird, eine Rolle. Manche bevorzugen ältere Modelle, bei denen die Ersatzteile „richtig Geld kosten“ können, so Schwarz. Wie Betke fuhr er früher Motorrad. Die Vorliebe für schnelle Fahrzeuge und einen Motor, den man hören kann, ist bei beiden geblieben.

99 Porsche-Clubs gibt es nach Angaben des Dachverbands derzeit in Deutschland. Der Verein in Rhein-Main, der seinen Sitz in Eschborn hat, zählt zu den aktivsten, bietet unter anderem Ausfahrten, Fahrerlehrgänge, Besichtigungen und Veranstaltungen. Vieles muss von Porsche genehmigt werden – heute mehr noch als früher, meinen sie. Aus Sicht der Markenpflege ist das verständlich, aus Sicht manch engagierter Liebhaber mitunter anstrengend.

Im kommenden Jahr, wenn der Club 25 Jahre alt wird, schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe. Gleichzeitig mit seinem Jubiläum organisieren die derzeit 135 Aktiven das lediglich alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindende Deutschlandtreffen der Porsche-Clubs. Vom 15. bis 18. Juni 2017 sind unter anderem ein hessischer

Abend im Steigenberger

-Hotel in Bad Homburg, eine Ausfahrt zur großen Grotte in Merkers sowie Besichtigungen in der Frankfurter Innenstadt geplant.

Informationen zum Verein gibt es auf im Internet. Dort ist auch das sogenannte Clubblatt abrufbar, das Betke drei bis vier Mal im Jahr in Eigenregie herausgibt.

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