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Prozess beendet: Restaurant »Löwenherz« atmet auf - Inhaber hat bereits neue Pläne

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Von: Thomas Kopp

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Jennifer Jungermann, Torben Emmerich und Nina Möllenbrink (von links) feiern das Ende des gerichtlichen Streits mit einem Nachbarn in der neuen Mountain Lodge. © Red

Ein für alle Mal zu den Akten gelegt ist der langjährige Nachbarschaftsstreit rund um das Restaurant »Löwenherz« in Wehrheim - zur Freude von Inhaber Torben Emmerich, der bereits neue Pläne hat.

Wehrheim. Torben Emmerich, Betreiber des Restaurants »Löwenherz« in Wehrheim, kann aufatmen: »Der Spuk hat ein Ende«, sagt er und bezieht sich dabei auf eine Nachricht, die er von seinem Anwalt bekommen hat. Darin heißt es, dass der Kläger, der seit 2017 gegen Emmerich und sein Restaurant vorging, nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt von Anfang Februar keine weiteren Rechtsmittel einlegen wird.

Zum Hintergrund: Der Kläger und Nachbar hatte sich vor allem am zunächst ohne Baugenehmigung errichteten Biergarten - die Genehmigung musste Emmerich nach anfänglicher Unwissenheit nachträglich beantragen und bekam sie auch - gestört. Fortan gehörten das Ordnungsamt der Gemeinde, die Polizei und andere Behörden wie das Veterinäramt zu den Dauergästen in der 2011 eröffneten gastronomischen Einrichtung. Sie sollten dem vermeintlichen Lärm nach 22 Uhr Einhalt gebieten. »Doch wir haben immer dafür gesorgt, dass unsere Gäste im Biergarten vor 22 Uhr gegangen sind und bis dahin auch schon abgeräumt, der Müll entsorgt war«, sagt Emmerich.

Neue Projekte schreiten voran: »Mountain Lodge« ist bereits geöffnet

Durch die andauernden Beschwerden bei den Behörden fühlte sich Emmerich stigmatisiert. »Jetzt sind wir wieder reingewaschen«, sagt er. Über 100 000 Euro hat er allerdings investieren müssen, in seine Anwälte, aber vor allem in Gutachten, die immer wieder beweisen mussten, dass Emmerich die gesetzlichen Vorgaben einhält. Zu diesem Schluss kam letztlich auch der Richter, der den Nachbarn nicht in seiner Privatsphäre verletzt sah. Mit dem jetzt rechtskräftigen Urteil dürfte es bei dieser Feststellung bleiben, ein etwaiger Verfahrensfehler ist angesichts des Verzichts auf Rechtsmittel nicht mehr anzuzeigen.

Emmerich schöpft neuen Mut - und geht gleich daran, weitere Projekte zu realisieren. So nutzt er seit Kurzem einen neuen Außenbereich. Die »Mountain Lodge« ist teilüberdacht und mit mehreren Heizstrahlern sowie einem Glaskamin versehen. »Auch und gerade nach Ende der Maskenpflicht wird es Gäste geben, die hier zwar gerne essen gehen, sich aber nicht im Innenraum aufhalten möchten. Wir wollen Gastgeber für alle sein und kommen den vorsichtigen Menschen deswegen mit der neuen Lodge entgegen«, erklärt der Gastronom.

Spatenstich für Brauhaus mit Biergarten im Gewerbegebiet noch in diesem Jahr?

Und auch sein anderes großes Projekt kommt gut voran. So hofft der Wirt, dass noch in diesem Jahr der erste Spatenstich für sein Brauhaus mit Biergarten im Gewerbegebiet erfolgen kann. »Die Planungen sind weit fortgeschritten«, schildert Emmerich, der zumindest einen Vorteil aus der jüngeren Vergangenheit ziehen kann: Er hat viel über Baurecht und Emmissionsschutz gelernt. Und will sein Wissen in diesen Neubau einbringen.

So soll das Gebäude energieeffizient und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Dazu trägt eine Dachbegrünung bei, aber auch eine Fotovoltaikanlage, eine Zisterne und nach Möglichkeit auch vertikale Windenergieanlagen, die mit kleinem Flächenverbrauch Strom erzeugen. Er hofft im Gegenzug auf Förderungen, etwa durch die KfW für energieeffizientes Bauen. Aber auch das europäische LEADER-Programm zur Aufwertung ländlicher Regionen könnte ihm zugute kommen.

Gleichermaßen befindet sich Emmerich in Gesprächen mit dem Taunus-Touristik-Service. Nach erfolgreichem Abschluss könnte das Brauhaus eine Anbindung an die geplante Familienradroute Hochtaunus erhalten. Dann würde Emmerich auch Ladestationen für Elektrofahrräder errichten.

Torben Emmerichs Ziel: Der Region ein Bier geben

Wenn alles klappt, dann könnte eine weitere Vision Emmerichs bald Wirklichkeit werden: »Ich will der Region ein Bier geben, so wie dies in vielen anderen Regionen der Fall ist.« Das »Löwenherz-Bräu« soll identifikationsstiftend für den Taunus werden. Es bleibt noch einiges zu tun für Torben Emmerich. Doch nachdem der juristische Hickhack beendet ist, hofft er zunächst auf eines: eine angenehme und friedvolle Biergarten-Saison 2022.

Dafür fehlt ihm momentan vor allem eines: Nach dem Tod seiner Restaurantleiterin Vroni Isaias hat er mit Nina Möllenbrink und Jennifer Jungermann inzwischen Ersatz gefunden. Doch wie viele andere Gastronomen sucht er händeringend nach Bedienungspersonal. Da hofft er, wie viele seiner Kollegen auch, auf jene Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen sind. Wenn sie ihre Traumata verarbeitet und in Deutschland Fuß gefasst haben, will Emmerich ihnen in seinem Restaurant gerne eine berufliche Perspektive bieten.

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