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Victoria Burk freut sich schon auf die weiterführende Schule. Allerdings weiß sie noch nicht, ob es mit ihrem Erst-Wunsch klappt.

Schule

Die Qual der Wahl: Wie die neunjährige Victoria und ihre Familie die richtige Schule für sie suchen

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Wenn das Ende der Grundschulzeit naht, stehen Kinder und Eltern vor wichtigen Entscheidungen: Wo soll die Reise in den kommenden Schuljahren hingehen? Gesamtschule oder Gymnasium? Wir haben bei der neunjährigen Victoria Burk nachgefragt.

Ein Instrument in einer Bläserklasse spielen zu lernen, wäre toll. Schön wäre es aber auch, Französisch als erste Fremdsprache zu nehmen. Oder soll es doch lieber eine bilinguale Klasse sein, in der die Kinder in einigen Fächern auf Englisch unterrichtet werden? Viele Stunden hat Victoria Burk mit ihren Eltern damit verbracht, über die Wahl der weiterführenden Schule zu beratschlagen.

Das war ein langer Prozess“, stellt ihre Mutter Tanya Burk fest. Victoria geht jetzt noch in die 4 c der Friedrichsdorfer Peter-Härtling-Schule. Die Burks finden es wichtig, sich für die Entscheidung, welche Schule es ab Klasse 5 sein soll, Zeit zu nehmen und sich alles in Ruhe anzuschauen. „Wir haben keinen Infoabend und keinen Tag der offenen Tür an den Schulen, die in Frage kommen, verpasst“, erzählt Tanya Burk. „Erst dann haben wir das Für und Wider abgewogen.“

Drei stehen zur Debatte

In der engeren Auswahl standen drei Schulen: Die Philipp-Reis-Schule (PRS), die Humboldtschule (HUS) und das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG). „Eigentlich ist die Entscheidung für eine dieser drei Schulen ein Luxusproblem, da wir das Glück haben, in unserem Umkreis gleich mehrere gute Schulen zu haben“, meint die Mutter. Eine leichte Entscheidung ist es deswegen noch lange nicht. „Hinzu kommt die Fülle an Informationen, die man an den Infotagen bekommt. Das erschlägt einen fast“, schildert Tanya Burk ihre Erfahrungen. „Gerade weil es so viel abzuwägen und zu sortieren gilt, war es uns wichtig, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, schließlich geht es ja um die kommenden acht oder neun Jahre.“

An jeder der drei Schulen hat Victoria Positives für sich entdeckt: An der PRS hätte sie sich gut vorstellen können, die Bläserklasse zu besuchen und ein Instrument zu erlernen. „Aber die Schule kam mir so groß und unübersichtlich vor, da wusste ich gar nicht genau, wo ich hin musste“, erinnert sie sich. Am KFG hat ihr gut gefallen, dass sie am Tag der offenen Tür live in den Unterricht hineinschnuppern konnte. Und die HUS hat sie beeindruckt, weil es eine Unesco-Projektschule ist.

Gut organisiert

Da mir alle drei Schulen gut gefallen haben, habe ich am Ende auf mein Bauchgefühl gehört“, verrät die pfiffige Neunjährige. So hatte dann am Ende die HUS die Nase vorn. „Da war alles gut organisiert, alle waren sehr freundlich“, erinnert sie sich. Auch die Mensa und der Schulhof haben mir gut gefallen“, betont die Neunjährige. „Ich hatte sofort das Gefühl, dass ich hier gut zurechtkommen würde“, so Victoria. „Jetzt hoffe ich nur, dass ich auch angenommen werde.“

Englisch möchte sie auf alle Fälle als erste Fremdsprache nehmen – auch wenn sie zunächst mit Französisch geliebäugelt hatte. „Doch das kann ich ja dann ab der sechsten Klasse als zweite Fremdsprache nehmen“, so Victoria. „Und was ich toll finde: Später, in der achten Klasse, kann man dann auch bilingualen Unterricht wählen.“ Ein Aspekt, den die ganze Familie begrüßt ist, dass die HUS wieder zurück zu G 9 gewechselt ist. „Bei G 8 hätte ich dann doch Bedenken gehabt“, verrät Tanya Burk. „Mit G 9 läuft alles hoffentlich entspannter, und die Kinder haben weiterhin Zeit für ihre Hobbys“, meint die Mutter.

Einziger Wermutstropfen: Victorias Freundinnen werden voraussichtlich alle auf die PRS gehen. „Das ist zwar schade, aber wir bleiben ja trotzdem befreundet“, sagt Victoria. „Mir war es wichtiger, mich für die Schule zu entscheiden, von der ich mir gut vorstellen kann, dass sie zu mir passt“, sagt sie. „Außerdem freue ich mich schon darauf, neue Leute kennenzulernen.“

Dass der Schulweg für die Friedrichsdorferin nach Bad Homburg ein bisschen länger sein wird, findet sie nicht schlimm. „Wenn ich die Zusage von der Humboldtschule bekomme, werde ich meinen neuen Schulweg einfach mal zur Probe mit dem Bus und der S-Bahn fahren“, sagt die Peter-Härtling-Schülerin gelassen.

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