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Die beiden Vorsitzenden des Sängerkreises Hochtaunus, Claus-Peter Blaschke und Walter Krimmel, sind auch im Hessischen Sängerbund und im Deutschen Chorverband aktiv.

Hessischer Sängerbund

„Die Qualität des Gesangs entscheidet“

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Der Hochtaunuskreis zeichnet sich nicht nur hessen- und deutschlandweit durch Spitzenchöre aus. Ohne den Vorsitzenden des hiesigen Sängerkreises läuft auch im Deutschen Chorverband nichts.

Einfach brillant, Chapeau! Mit kräftigem Applaus drückten die Delegierten der Bundeshauptversammlung des Hessischen Sängerbundes ihre große Anerkennung für die gesangliche Qualität der „Tontauben“ aus. Mit drei Momentaufnahmen aus seinem Repertoire eröffnete der Jazz- und Pop-Chor des Gesangvereins Weißkirchen die Bundesversammlung in Oberursel. Dabei dokumentierten die Sänger durch bemerkenswerte gesangliche Qualität und persönliche Präsenz, was erfolgreiche Chöre ausmacht.

„Letzten Endes ist es ganz egal, welche Chorliteratur gesungen wird. Über die Zukunft eines Chores entscheidet nicht das Liedgut, sondern die Qualität des Gesangs“, zollte der Präsident des Hessischen Sängerbundes des Deutschen Chorverbandes, Claus-Peter Blaschke, der Leistung des Chores Respekt.

Er muss es schließlich wissen: Blaschke war nämlich 1982 Gründungsmitglied des Chores, der heute zu den gesanglichen Vorzeige-Chören des Hochtaunuskreises gehört. Als Vorsitzender des Sängerkreises Hochtaunus und als Vizepräsident des Deutschen Chorverbandes beobachtet er die Entwicklung der Chorarbeit im Taunus, ebenso wie in Hessen und in ganz Deutschland.

„Nach einem Jahrzehnt, in dem wir regelmäßig jährlich Hunderte Mitglieder verloren haben, konnten wir im vergangenen Jahr erstmals unter den rund 60 000 Sängern, die in 2300 hessischen Chören aktiv sind, ein kleines Plus von 16 Mitgliedern verzeichnen“, sagte Blaschke und hofft, dass damit die Talsohle erreicht ist.

Im TZ-Gespräch räumte er jedoch ein, dass man im Hochtaunuskreis noch nicht soweit sei. Aktuell singen in den 90 Chorgruppen aus 49 Vereinen nur noch rund 1600 aktive Sänger. „Mich stimmt aber die Entwicklung einiger junger Chöre zuversichtlich. Leuchtturm unter den Hochtaunus-Chören ist ohne Zweifel das Vokalensemble LaCapella aus Friedrichsdorf, das beim Deutschen Chorwettbewerb einen Spitzenplatz erzielte“, sagte Blaschke.

Auch die Qualität des Hochtaunus-Jugendchores Cantaunus sei in ganz Hessen einmalig. „Es gibt überall Neugründungen von jungen Chören. Das ist erfreulich“, sagt Blaschke. „Man erkennt daran aber ein strukturelles Problem in der Chorlandschaft, das wir auch im Hochtaunuskreis kennen.“ Die Vereine beklagten allerorten vor allem im Nachwuchsbereich nachlassendes Interesse. Doch es sei für ihn nachvollziehbar, dass sich junge Sänger nicht in den Vereinsstrukturen traditioneller Chöre wohlfühlen. „Wer heute junge Chöre aufbauen will, muss auf die Qualität achten. Die Chorliteratur ist dabei gar nicht so wichtig“, so Blaschke.

Bei der Bundesversammlung haben die hessischen Delegierten im Taunus nun die Weichen für die Gestaltung der künftigen Chorarbeit in Hessen gestellt. „Die Zeiten des Umbruchs mitzugestalten, macht Freude, ist aber nicht immer einfach“, sagte auch Walter Krimmel.

Der stellvertretende Vorsitzende des Sängerkreises Hochtaunus dankte zum Auftakt der Bundesversammlung vor allem der Stadt Oberursel für ihre besondere Unterstützung der Chorarbeit. „Man hat hier zum Glück schon lange erkannt, dass Gesundheitsförderung nicht nur in den Sportvereinen großgeschrieben wird“, sagte der aktive Sänger vom Männergesangverein 1875 Falkenstein. „Singen ist eine heilsame Gemeinschaft, die die Gesundheit genauso erhält – dabei aber lange nicht so kostenintensiv ist wie die Unterhaltung von Sportstätten.“

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