tzp_map_radler_031220
+
Der ADFC-Radtourentag Usinger Land ist zwar in diesem Jahr wie viele andere Veranstaltungen ausgefallen (unser Foto zeigt Radler bei Neu-Anspach). Doch dafür verzeichnet der Verein beim Fahrradklima-Test eine Rekordbeteiligung.

Hochtaunus

Radfahren boomt

Rekordbeteiligung am ADFC-Fahrradklima-Test 2020: Erstmals sind alle 13 Hochtaunus-Kommunen vertreten. Der Verkehrsclub wertet rund 1550 Feedbacks aus.

Hochtaunus -Schmittens künftige Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) hat Mitte November noch mal die Werbetrommel für den Fahrradklima-Test gerührt: "Wir brauchen 50 Rückmeldungen, damit wir mit in die Auswertung kommen. Zum Vergleich: 2018 waren es nur 5 Rückmeldungen aus Schmitten - das können wir besser, oder?", lautete der Post im sozialen Netzwerk Facebook.

So wie Krügers haben offensichtlich viele Menschen im Hochtaunuskreis die Werbetrommel für die Umfrage gerührt, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) durchgeführt hat. Erstmalig sind alle 13 Städte und Gemeinden des Hochtaunuskreises im bundesweiten Vergleich der Radwegenetze dabei.

In letzter Minute hat es durch die Beteiligung der Bürger auch Glashütten in die Auswertung geschafft. Das haben Susanne Bittner, Kampagnenbeauftragte im ADFC Hochtaunus und Kreisvorstandsmitglied und Stefan Pohl, Vorsitzender ADFC Usinger Land, mitgeteilt. Die Kommune Glashütten ist so überhaupt zum ersten Mal mit dabei.

Das gilt auch für Usingen, Wehrheim, Grävenwiesbach, Weilrod und Schmitten. Schmitten hat sogar die 100er-Marke geknackt.

Rund 1550 Feedbacks an Politik und Verwaltung seien im Hochtaunuskreis erfasst worden (die genaue Zahl je Kommune finden Sie in der nebenstehenden Box). "Der ADFC Usinger Land begrüßt die Rekordbeteiligung. Nachdem vor zwei Jahren Neu-Anspach erstmals in die Wertung kam, Usingen und Wehrheim jedoch deutlich zu wenig Bewertungen hatten und nicht in die Wertung kamen, haben es in diesem Jahr alle drei Kommunen geschafft. Die Grenze von 50 Rückmeldungen wurde jeweils deutlich überschritten. Das ist hervorragend", so Stefan Pohl.

Wichtiges Thema im Wahlkampf

Der ADFC sehe die verstärkte Beteiligung als ein klares Zeichen dafür, dass das Radfahren im ganzen Kreis an Bedeutung gewinne. Man sei gespannt, wie die Radfahrer die Maßnahmen der Städte und Gemeinden erfahren haben und wie die Bewertungen ausfallen werden, sagt Pohl.

Im Frühjahr soll die Auswertung erscheinen; ob es vor den Kommunalwahlen am 14. März 2021 klappt, ist aber ungewiss. "In jedem Fall sollten sich die Parteien mit ausführlichere Aussagen zur Fahrradförderung um die Wählerstimmen bewerben und sich jetzt schon Gedanken machen - denn das Radfahren boomt! Die Wähler möchten offensichtlich mehr Radfahren!"

Auch der Hochtaunuskreis hat eine Online-Beteiligung für ein kreisweites Radverkehrsnetz gestartet, es soll Ende 2021 vorliegen (mehr dazu lesen Sie in der nebenstehenden Box). Das Portal "radverkehrskonzept-hochtaunuskreis.de" ist noch bis 31. Dezember geöffnet. Der ADFC lobt die Initiative, wünscht sich aber noch mehr Engagement im gesamten Usinger Land. "Die Politik auf Kreisebene im Hochtaunuskreis zieht jetzt mit der Aktion für ein kreisweites Radverkehrsnetz aktiv mit, ein stärkeres Engagement erwartet der ADFC jetzt auch auf kommunaler Ebene im Usinger Land. Im ersten Schritt wäre das eine aktive, öffentlichkeitswirksame Bewerbung des Portals in den jeweiligen Kommunen."

Denn auch im Usinger Land komme Radfahren mehr und mehr aus der reinen Freizeit-Ecke heraus, so Pohl. "Dank der Pedelecs kann jeder auch im Alltag das Rad stärker nutzen und das Auto auch mal stehen lassen - man kommt so auch nicht mehr verschwitzt im Büro an. Auch längere Wege sind möglich - sogar die Saalburg verliert ihren Schrecken", sagt Pohl.

Bund fördert die Umfrage

Der ADFC versteht den zwischen dem 1. September und 30. November angebotenen neunten Fahrradklima-Test als Zufriedenheits-Index oder Stimmungsbarometer der Radfahrenden in ganz Deutschland, heißt es auf der Webseite fahrradklima-test.adfc.de. Per Fragebogen (online oder in Papierform) konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beurteilen, ob beispielsweise Radwege im Winter geräumt werden oder ob sie sich sicher fühlen, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Die Ergebnisse würden Verkehrsplanern und Verantwortlichen lebensnahe Rückmeldungen zum Erfolg ihrer Radverkehrsförderung und nützliche Hinweise für Verbesserungen geben, so der ADFC. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördere den Fahrradklima-Test aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans. Von Nina Fachinger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare