Kriminalstatistik

Ein regionales Täterprofil

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Die alljährlich veröffentlichte Kriminalstatistik enthält stets auch einige Informationen über das Verbrechen in den einzelnen Taunuskommunen.

Wie sieht denn eigentlich der durchschnittliche Ganove im Hochtaunuskreis aus? Nun, erst mal ist die Wahrscheinlichkeit, dass man in Bad Homburg auf ihn trifft, am größten. Denn 29,9 Prozent aller Verbrechen (3234 Straftaten) passieren in der Kurstadt, gefolgt von Oberursel mit 21,1 Prozent (2290) und Friedrichsdorf 10,8 Prozent (1169). Das gilt zumindest, was die reine Anzahl an Taten angeht. Denn setzt man diesen Wert ins Verhältnis zur Bevölkerung (Häufigkeitszahl), dann schiebt sich plötzlich Usingen auf den zweiten Platz – vor Oberursel, Königstein und Friedrichsdorf. Auch bei diesem Wert bleibt Bad Homburg spitze.

Ansonsten muss man davon ausgehen, dass der Täter mit 80,6-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein erwachsener deutscher Mann ist. Denn von 4188 Tatverdächtigen waren 3266 Männer und nur 992 Personen Frauen. Und der Anteil der deutschen Täter liegt bei 61,6 Prozent.

Auch bemerkenswert: Von den 4188 Tatverdächtigen stammt mehr als die Hälfte (2143) aus der Gemeinde, in der die Tat begangen wurde. Weitere 795 Täter stammen aus dem Hochtaunuskreis, der Rest kommt aus Hessen (836), Deutschland (181), dem Ausland (86) oder ist ohne festen Wohnsitz (113).

Die Wahrscheinlichkeit, dass man nach begangener Straftat erwischt wird, ist in Steinbach am höchsten. 64,7 Prozent beträgt dort die Aufklärungsquote. Auch in Weilrod (62,8), Wehrheim (62,5) und in Bad Homburg (61,2) sollten sich die Ganoven nicht zu sicher fühlen. Die wenigsten Taten werden übrigens in Glashütten aufgeklärt – 47,1 Prozent von 119 im vergangenen Jahr begangenen Taten. So richtig durchschnittlich geht es in Schmitten zu – hier beträgt die Aufklärungsrate 58,8 Prozent, was auch der Mittelwert für den gesamten Hochtaunuskreis ist.

Was in Kriminalitätsstatistiken häufig zu kurz kommt, sind die Opfer. 1636 (eins weniger als 2015) von ihnen wurden im vergangenen Jahr registriert, davon waren 949 Männer und 687 Frauen. Unter den Opfern waren 114 Kinder, 135 Jugendliche und 131 Heranwachsende.

Insgesamt richteten die Gangster und Ganoven im vergangenen Jahr einen Schaden in Höhe von 17,1 Millionen Euro an. Davon laufen allein 11 Millionen Euro beim einfachen und schweren Diebstahl an, die Wirtschaftskriminalität verursachte einen Schaden von rund 3,8 Millionen Euro.

Als einen der „herausragendsten Ermittlungserfolge“ bezeichnet die Polizei die Festnahme eines 24 Jahre alten Mannes, der letztlich im Mai 2016 in Einbeck (Niedersachsen) erwischt wurde. Dem Mann werden mehrere Straftaten in Neu-Anspach, Usingen, Friedrichsdorf und Butzbach angekreidet. Federführend war die Arbeitsgruppe 250, deren Name sich von der Postleitzahl Usingens ableitete. Der Mann hatte diverse Bäckereien überfallen und so für großes Unbehagen im Usinger Land gesorgt.

Für gute Laune sorgten die Festnahmen „falscher Polizisten“ in Bad Homburg. Sowohl im August als auch im November gelang es, drei Möchtegern-Polizisten dingfest zu machen.

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