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Bergwacht-Sanitäterin Sarah Burow übt an der neuen Kletterwand die diversen Knoten.

Hochtaunuskreis

Rekord im Hochtaunus: So häufig musste die Bergwacht ausrücken

Die Ausbildung geht auch unter Corona weiter, aber auf die Bergwacht im Hochtaunus warten jede Menge Herausforderungen.

Hochtaunus -- Der Lockdown führt dazu, dass sich viele Menschen im Taunus aufhalten, hier wandern oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Entsprechend hoch ist die Zahl derer, die einen Unfall erlitten und medizinisch versorgt werden mussten. So meldet die Bergwacht Großer Feldberg für das vergangene halbe Jahr eine Rekordzahl an Einsätzen.

Erschwerend komme hinzu, dass durch die umfangreichen Forstarbeiten zur Bewältigung des Borkenkäferbefalls viele Fahrwege für schwere Rettungswagen kaum noch passierbar sind. "So muss die Rettungsleitstelle immer öfter auf die kleineren und mit Allradantrieb ausgestatteten Einsatzfahrzeuge der Bergwacht zurückgreifen, damit verunglückte oder akut erkrankte Taunusbesucher schnell notfallmedizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden können", so Björn Nolting, Ausbildungsleiter bei der Bergwacht.

Eine weitere Herausforderung für die Bergretter besteht darin, dass die Kontaktbeschränkungen sich auch auf ihre Übungs- und Ausbildungsmöglichkeiten auswirken. "Als die Fallzahlen die 35er-Marke überschritten haben, durften wir den Mindestabstand von 1,50 Metern bei Ausbildungen nicht mehr unterschreiten. Das macht ein praxisorientiertes notfallmedizinisches Training am Patienten fast unmöglich", sagt Nolting, Und mit Erreichen der 50er-Grenze mussten alle praktischen Ausbildungen eingestellt werden. "Aber davon lassen wir uns nicht abhalten, unseren hohen Ausbildungsstand aufrechtzuerhalten. Dann muss man halt kreativ werden."

Außer regelmäßigen Online-Fortbildungen wurden daher Lehrvideos zu Rettungsgeräten gedreht, die sich die Helfer daheim anschauen können. Zudem gibt es eine Lernplattform der Bergwacht Bayern, die alle Bergwacht-Einsatzkräfte nutzen können.

In der Rettungsstation auf dem Großen Feldberg wurde zudem eine Ausbildungswand mit Haken und Ösen fertiggestellt, an der die Grundlagen der Seil- und Sicherungstechnik geübt werden können. Ausführliche Anleitungen lenken die Übenden durch Themen wie "Knoten in der Bergrettung", "Verankerungsbau" und "Sicher Abseilen". Letzteres ist zwar nur an der Treppe zum Erdgeschoss möglich, aber "so kann jeder Helfer, der die Grundausbildung absolviert oder Kenntnisse auffrischen möchte, die wichtigsten Handgriffe ohne Absturzgefahr üben, auch wenn ihm dabei derzeit kein Ausbilder über die Schulter schauen darf", so Nolting. von red

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