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Rekordamtszeit mit Hindernissen

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Bald ist die Amtszeit von Apfelblütenkönigin Celin I. zu Ende, dann wird nach außergewöhnlichen drei Jahren Amtszeit aus Celin I. wieder Celin Sonnenberg. © Ingrid Schmah-Albert

Wehrheim. Apfelblütenkönigin Celin I. ist mit einer dreijährigen Amtszeit die am längsten amtierende Hoheit in der Geschichte der Apfelblütenregentschaften in Wehrheim, gleichzeitig aber wohl auch die Hoheit mit den wenigsten Terminen. Schuld daran ist die Coronavirus-Pandemie. Wir haben mit Celin I., deren Regentschaft am morgigen Sonntag mit der Inthronisierung von Marie-Louise I.

beim Apfelblütenfest endet, einen Rückblick auf diese ungewöhnliche Amtszeit gewagt.

Was waren die besonderen Höhepunkte in der Amtszeit, die im Mai 2019 so feierlich begann?

Ganz eindeutig die Grüne Woche in Berlin. Das war ein besonderes Ereignis, zumal ich zuvor noch nie in Berlin gewesen bin. Allein die Sightseeingtouren waren schon toll, aber die Messe auf dem riesigen Gelände war sensationell. Ich konnte meinen Fanclub mit 16 Personen mitnehmen, die mich unterstützt hatten, etwa indem sie mir geholfen haben, die Wehrheimer Spezialitäten wie den Apfellikör den Besuchern zur Verkostung anzubieten. Wir hatten enorm viel Spaß, es war einfach eine coole Atmosphäre, sehr interessant und sehr lustig, obwohl es auch anstrengend war. Ich konnte am Ende nicht mehr in meinen eigentlich doch sehr bequemen Schuhen laufen, sodass ich schließlich barfuß unter meinem langen Kleid unterwegs war. Leider gab es seitdem wegen Corona keine weitere Möglichkeit mehr, zur Grünen Woche zu kommen, aber wenn es wieder möglich ist, wollen wir ab jetzt jedes Jahr einen Familienausflug dorthin machen.

Was haben Sie sonst noch erlebt?

Ein besonderer Höhepunkt war auch die Flugzeugtaufe beim Flugplatzfest in Obernhain. Da durfte ich zuerst einen Segelflieger taufen und anschließend einen Rundflug mitmachen. Das war richtig cool - so eine tolle Fernsicht, ich konnte bis Frankfurt schauen. Schön waren auch die verschiedenen Dorffeste in der Umgebung, speziell in Wehrheim. Hier ist alles so familiär, so dörflich, klein, das gefällt mir sehr. Der Kontakt mit den Leuten und besonders immer mit den Kindern hat das für mich ausgemacht.

Gab es auch weniger schöne Ereignisse in dieser Zeit?

Schade war, dass der Empfang aller hessischen Hoheiten bei Ministerpräsident Volker Bouffier mehrmals abgesagt wurde. Darauf hatte ich mich schon gefreut, denn das wäre mit Sicherheit auch etwas Besonderes gewesen. Wenigstens hatte ich zuvor aber Herrn Bouffier beim Dorffest in Friedrichsthal am Vatertag 2019 kennengelernt. Bürgermeister Sommer hatte mich an dem Tag zu verschiedenen Festen mitgenommen und mich ihm dann vorgestellt. Nicht so toll war natürlich, dass so viele Veranstaltungen abgesagt wurden. Zwar hatte es immer mal wieder Einladungen gegeben, wenn es Lockerungen wieder erlaubt haben, aber ich habe mich da trotzdem zurückgehalten, weil ich lieber vorsichtig bleiben wollte, vor allem wenn etwas in geschlossen Räumen stattfinden sollte.

Was haben Sie sonst noch vermisst?

Sehr schade fand ich auch, wenn mich Kindergärten zu ihren internen Festen wieder ausladen mussten, weil keine externen Personen dabei sein konnten. Das tat mir vor allem für die Kinder leid, die sich immer so auf den Besuch der Apfelblütenkönigin freuen. In der Anfangszeit, als solche Besuche noch möglich waren, haben mich die Kinder immer belagert, da habe ich mir dann extra schon den ganzen Tag Zeit genommen, um allen gerecht zu werden. Auch bei den Inthronisierungsfeiern von anderen Hoheiten waren es immer die Kinder, denen ich eine große Freude machen konnte. Deshalb war mir das immer wichtig und hat mir Freude gemacht. Dass Veranstaltungen oft aber etwas unpersönlich abliefen, zeitlich sehr straff organisiert waren und wenig Raum für spontane Sachen war, fand ich weniger schön. Und traurig war schon, dass es eine so lange Pause gab. Viele Veranstalter haben mich sicherlich auch aus Vorsicht gar nicht erst eingeladen, etwa zu Vereinsjubiläen oder -ehrungen. Umso mehr habe ich den Besuch auf dem Ostermarkt genossen, das war mein letzter Termin in meiner Amtszeit.

Was nehmen Sie persönlich mit von dieser Amtszeit?

Wegen der Pandemie hat es weit weniger Kontaktmöglichkeiten gegeben. Weniger Termine bedeuten auch weniger Freundschaften, die sich bilden können. Zwar sind viele Hoheiten in WhatsApp-Gruppen aktiv und halten so den Kontakt, aber das ist doch nicht so persönlich und man lernt sich auch gar nicht erst so gut kennen, wenn man sich auf Veranstaltungen nur kurz trifft. Daher war ich immer sehr froh, wenn auch die Rosenkönigin aus Wernborn irgendwo mit dabei war. Wir verstehen uns sehr gut. Die Erfahrung mit Kindern hat mir am meisten gefallen und dass man doch viel erlebt.

Was möchten Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben?

Alle Veranstaltungen in Wehrheim auf jeden Fall wahrzunehmen. Sie haben vor anderen Terminen Vorrang, das finde ich wichtig. Auf jeden Fall sollte man immer Begleitpersonen mitnehmen, die einem die Tasche, die Autogrammkarten oder so halten. Und man sollte immer auch flache Schuhe zum Wechseln mitnehmen. Da kommt dann ebenfalls wieder die Begleitperson ins Spiel. Wichtig ist auch, dass die Familie und der Partner oder die Partnerin hinter einem stehen und das Engagement unterstützen. Mein Freund war mein persönlicher Chauffeur, weil ich im langen Kleid nicht gern selbst Auto gefahren bin. Er war auch mein professioneller Taschenträger (lacht).

Was wollen Sie zum Abschluss Ihrer Amtszeit noch loswerden?

Ich möchte allen danken, die mich unterstützt haben, insbesondere meinem Fan-Club, den Sponsoren und hier insbesondere meiner Oma und meinem Opa. Ohne sie hätte ich mir die verschiedenen Outfits nicht leisten können. Sie haben das Kleid mitfinanziert und das Diadem, die passende Tasche und die Schuhe gekauft.

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