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Rotkreuzler international verbunden

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Die Bergretter vom Feldberg stehen mit ihrer Leihgabe, einem 80 Jahre alten Holz-Akia, zunächst einmal vor der verschlossenen Tür des italienischen Rotkreuz-Museums. © privat

Bereitschaft Großer Feldberg bringt historischen Rettungsschlitten nach Italien

Schmitten -Als "Geburtsstunde" des Internationalen Roten Kreuzes (IRK) und damit auch des Deutschen Roten Kreuzes gilt die äußerst verlustreiche "Schlacht von Solferino", bei der der schweizerische Geschäftsmann Henry Dunant am 24. Juni 1859 verwundeten Soldaten geholfen und die Idee zur Gründung einer weltumspannenden Hilfsorganisation entwickelt hat.

Es war die Entscheidungsschlacht im Sardischen Krieg zwischen Österreich und dem Königreich Sardinien, mit dessen Verbündetem Frankreich unter Napoleon III. Sie endete mit der Niederlage der Österreicher gegen Sardinien, womit der Weg zur Einigung Italiens frei wurde.

Dieses Ereignisses wird alljährlich zum Jahrestag in dem kleinen Ort südlich des Gardasees gedacht. Die vielen internationalen Rotkreuz-Vertreter besuchen dann in der Regel auch das Rotkreuz-Museum in Castiglione delle Stiviere, wo die Schlacht ihr Ende gefunden hatte. Das Museum ist seit kurzem um ein Ausstellungsstück reicher. Eine Delegation der Bereitschaft Großer Feldberg hat dem Museum und dem "Croce Rossa Italiana" einen 80 Jahre alten historischen Akia, einen Rettungsschlitten, als Dauerleihgabe überlassen. "Wir sehen das als Zeichen der Verbundenheit innerhalb unserer weltweiten Organisation", sagt Jens Werner, Leiter der Bereitschaft des DRK-Bergrettungsdienstes.

Die Idee, den alten Akia an das Rotkreuz-Museum abzugeben, hatte Werner bereits vor drei Jahren bei einem Besuch in Solferino. "Als ich dort all die Exponate, auch einen neuzeitlichen Rettungsschlitten sah, fiel mir sofort das historische, hölzerne Gegenstück, das wir einmal von der Bereitschaft Wiesbaden übernommen hatten, ein. Dieser 80 Jahre alte Akia gehörte meines Erachtens eher in das Rotkreuz-Museum als in unsere Rettungsstation auf dem Feldberg", sagt Werner Der Kontakt zu Maria Turini, einer Mitarbeiterin des Museums, war rasch geknüpft. Schnell sei klar gewesen, dass man sich in Castiglione delle Stiviere über eine derartige Bereicherung der Ausstellung freuen würde. Die Übergabe des Akias jedoch verzögerte sich, die Pandemie legten alle Planungen für zwei Jahre auf Eis. Im Museum nutzte man den Lockdown für Restaurierungsarbeiten, bis Ende Mai 2022 sollte es geschlossen bleiben. Bei der Bergwacht nährte das die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Idee.

Doch die Antwort aus Italien ließ auf sich warten, die Arbeiten am Museum hatten sich verzögert, was die Bergretter vom Feldberg aber nicht davon abhielt, "auf gut Glück" mit einer zwölfköpfigen Delegation und dem Akia in Richtung Gardasee aufzubrechen. "Wir dachten, dass wir dort schon jemanden antreffen würden", berichtet Werner lachend. So einfach sei das aber nicht gewesen.

In Castiglione delle Stiviere habe man das Museum zwar schnell gefunden, dort aber vor verschlossener Tür gestanden. Niemand sei erreichbar gewesen, um den Akia entgegenzunehmen.

Den Kontakt zu Arialdo Mecucci, dem Leiter des Museums, stellte dann aber das Geschichtsmuseum in Solferino doch noch her. Er dankte den Bergwachtlern aus Deutschland für ihre Hartnäckigkeit. Die natürlich immer noch hochwillkommene Leihgabe sei ein Zeichen der Verbundenheit der Menschen innerhalb der internationalen Rettungsorganisation.

Der Akia werde im Museum einen ehrenden Platz finden, wenn es denn rechtzeitig zum Jahrestag der Schlacht wieder geöffnet sein werde, berichtet Werner von dem Zusammentreffen: "Er kam sofort und begleitete uns zu einer nahegelegenen IRK-Schule, wo unser Akia nun bis zur Neu-Eröffnung des Museums ruhen wird." red

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