100 Schädlinge reichen, damit ein Baum abstirbt

Die Borkenkäfer sind eine Unterfamilie der Rüsselkäfer. In Europa gibt es etwa 154, weltweit 4000 bis 5000 Arten. Die wichtigsten Rindenbrüter sind der Buchdrucker – er heißt so, weil sein Brutbild

Die Borkenkäfer sind eine Unterfamilie der Rüsselkäfer. In Europa gibt es etwa 154, weltweit 4000 bis 5000 Arten. Die wichtigsten Rindenbrüter sind der Buchdrucker – er heißt so, weil sein Brutbild mit dem Vertikal und den seitlichen Brutgängen einem aufgeschlagenen Buch ähnelt –, der Kupferstecher und der Buchenborkenkäfer. Als Wirtspflanzen dienen verholzende Gewächse. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge in die Rinde oder in das Holz. Hierbei entstehen charakteristische Brutsysteme, auch die Rammelkammer für die Paarung.

Die Larven ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes in der Rinde. Da diese die Lebensader des Baumes darstellen, führt der Befall meist zu dessen Absterben. Für einen Baum reichen bereits 100 Käfer. Ein Weibchen bringt 50 Nachkommen hervor, was zu einer explosionsartigen Vermehrung führt, zumal oft mehrere Tausend Käfer über einen einzigen Baum herfallen. Das Kommunikationssystem der Borkenkäfer ist hoch entwickelt. Findet ein Weibchen durch das Bohren eines Loches gute Brutbedingungen vor, sendet dieser „Pilotkäfer“ Sexuallockstoffe aus, um die Männchen anzulocken. Stellen die Käfer dann fest, dass ein Baum „belegt“ ist, wird ein anderer, von Borkenkäfern bis zu einem Kilometer wahrnehmbarer Botenstoff ausgesendet. Bei großflächigem Borkenkäferbefall fallen die Holzpreise dramatisch. Den Waldbesitzern entsteht großer finanzieller Schaden. Der Befall führt zwar zu keiner technischen Beeinflussung des Holzes. Aber selbst für Bauholz wird die durch den Befall verursachte Verfärbung im Außenbereich nicht akzeptiert. as

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