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Schatzräubern auf der Spur

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Grabräuber und illegales Suchen nach Schätzen vergangener Zeiten sind Thema des Vortrags von Kriminalhauptkommissar Eckhard Laufer beim Usinger Geschichtsverein. © burger

Vortrag beim Geschichtsverein: Kommissar Eckhard Laufer warnt vor illegaler "Buddelei"

Usingen -Die Schätze vergangener Zeiten locken so manchen in Feld und Wald, um mittels Metalldetektor Grabbeigaben oder Münzen auszubuddeln. Davon abgesehen, dass solche Aktionen ohne die Rückendeckung der Landesarchäologie illegal sind, zerstören die Diebe durch ihre unsachgemäße Buddelei wertvolle Informationen über die Geschichte des Landes.

Einer, der sich mit dieser Materie bestens auskennt, ist Kriminalhauptkommissar Eckhard Laufer. Der 56-Jährige war lange bei der Usinger Polizei, ist selbst fundierter Kenner der Archäologie und besetzt seit 2010 beim Landeskriminalamt die Stelle "Kulturgüterschutz". Auf Einladung des Geschichtsvereins gab er einen Überblick über die Grabräuber und das mögliche Vorgehen gegen die illegale Tätigkeit. Die Rechtslage ist klar. Wer gezielt mittels technischer Hilfen Schätze aufspürt, ist illegal unterwegs. Zufällige Funde beim Spaziergang sind sofort bei einer öffentlichen Stelle - Polizei, Rathaus oder der Landesarchäologie zu melden, und bis diese den Fall übernehmen gilt: Finger weg.

Nun ist "sondeln" an sich nicht illegal - so man sich auf eigenem Grund befindet oder die Genehmigung des Eigentümers hat. Finden und behalten dagegen schon. Denn alle Funde sind Kulturgüter. Entdeckt also jemand einen kleinen Münzschatz, so ist er erst einmal nicht ihm. Die Landesarchäologen entscheiden, ob er als wichtiger Fund in das sogenannte Schatzregal wandert, was als Landeseinrichtung immer Vorrang hat. Finder und Grundstücksbesitzer teilen sich dann den Finderlohn - so denn das Ganze eine legale Suche oder ein zufälliger Fund war. Und hier gibt's erhebliche Grauzonen. Denn "zufällig" könnte ja auch eine "zufällige Grabung" gewesen sein.

Wer legal suchen will, muss eine "Nachforschungsgenehmigung" beantragen. Dann ist er erst einmal ein Jahr ohne technische Hilfsmittel unterwegs, sichtet geologische Formationen, nimmt an entsprechenden Führungen oder Kursen bei Vereinen teil - und kann dann nach einem Jahr die Genehmigung erhalten, auch mittels Sonde - nur auf freiem Feld - zu suchen. Für Waldgebiete sind besondere Genehmigungen nötig. Findet er was, ist dies sofort zu melden, weitere Grabungen sind verboten.

Die Strafen können übrigens deftig werden. Und: Auch wer Gegenstände ankauft, die keine Herkunftsbezeichnung haben - etwa 90 Prozent im Internet haben dies nicht - macht sich auch strafbar. Und alle illegalen Sucher können gewiss sein: Die Polizei hat ein Auge auf Angebote im Netz und schon so manchen Schatzsucher und seine Funde erwischt. bur

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