1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Schmitten

Brot backen braucht Zeit

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

ualoka_brotback_kh_24052_4c
Brigitte Kral, Marianne Henrich und Rüdiger Kral (hinten, von links) haben im Hunoldstaler Backes mit Brigitte Hubacek, Irene Schrecke, Ingeborg Baukus und Bettina Zechannig (vorne, von links) Brot gebacken; die Brote sind noch im Ofen, die Hunseler Pizza aus Brotteig hat schon geschmeckt. FOTO: KREUTZ © Red

Schmitten-Hunoldstal Nirgends gibt es in den Geschäften eine größere Auswahl an Brotsorten als in Deutschland. Dennoch wird es immer beliebter, selbst zu backen und zwar von der Pike auf, ohne Backautomat und Brotbackmischung, ohne künstliche Zusätze oder Hilfsmittel. Wie Brot backen nach Urväter Sitte funktioniert und gelingt, lernten fünf Teilnehmerinnen eines VHS-Kurses am Samstag im Hunoldstaler Backes.

Die Frauen durften Brigitte und Rüdiger Kral sowie Marianne Henrich vom Heimat- und Brauchtumsverein Hunoldstal, die im Backes regelmäßig ihr eigenes herzhaftes Roggenbrot herstellen, nicht nur über die Schulter schauen, sondern auch mithelfen. Wer schon Erfahrung im Brotbacken hatte, bekam wertvolle Tipps. Vor allem hatte die Gruppe viel Spaß miteinander.

»Ich habe mich noch nie in einem VHS-Kurs so willkommen gefühlt«, sagte eine Kronbergerin. Das hat mit der Hunoldstaler Gastfreundschaft im Allgemeinen und den Kursleitern zu tun, die das nicht zum ersten Mal gemacht haben. Aber auch Brigitte Kral stellte fest: »Wir hatten noch nie eine so lustige Gruppe.«

Den Sauerteig aktiviert

Dass Hobbybrotbäcker Zeit haben müssen, zeigte die Kursdauer von morgens um 7 Uhr bis nachmittags um 16 Uhr. Doch hätten nicht Henrich und Brigitte Kral schon am Vorabend aus dem »Heberling«, dem gut getrockneten Brotteigrest vom letzten Backtag mit Mehl und reichlich Wasser den Sauerteig aktiviert, hätten die Teilnehmer schon einen Tag vorher anreisen müssen. Doch auch am eigentlichen Backtag gab es noch genug zu tun. Der Vorteig wurde in der Backstube im DGH mit weiterem Mehl und Wasser verknetet und in den eigentlichen »Sollzustand« versetzt. Genaue Mengenangaben gab es nicht. »Ich verlasse mich da immer auf meine Erfahrung«, sagte Henrich. Das Kneten übernahm die Teigmaschine, schließlich mussten 35 Kilogramm Mehl verarbeitet werden, und per Hand wäre das eine echte Plackerei geworden.

Rund zwei Stunden musste der Sauerteig ruhen und aufgehen. In der Pause zeigte Rüdiger Kral, wie der Steinbackofen aus dem Jahr 1849 angeheizt wird. Zurück in der Backstube strapazierten die Teilnehmer beim zweiten Kneten ihre Muskeln, um ein Gefühl für die Konsistenz des Teiges zu bekommen. Nachdem dieser in die mit einem Tuch ausgelegten und bemehlten Brotkörbchen kam, galt es zu warten, bis der Brotteig aufgegangen war.

Zwischendurch: Hunseler Pizza

Ein wenig Brotteig hatten die Krals abgezwackt für die Hunseler Pizza mit Zwiebeln und Speck. Die kam als Erstes in den Ofen für die herzhafte Mittagsmahlzeit. Danach prüfte Rüdiger Kral mit der Ährenprobe, ob der Ofen die richtige Temperatur zum Brotbacken hatte. »Das ist zuverlässiger als die modernen Temperaturanzeigen«, erläuterte er. Beim Einschießen der Brote arbeiteten die Krals Hand in Hand. Brigitte Kral kippte den Teig auf den Schieber und bestrich ihn flink mit Wasser, dann platzierte Rüdiger Kral die Laibe geschwind im Ofen. Platz für Zuschauer war im Backes nicht. Nach einer halben Stunde Backzeit war Zeit zum »Frischen«. Jedes einzelne Brot wurde aus dem Ofen geholt und erneut mit Wasser bestrichen, damit es später schön glänzt.

Außer ihrem selbst gemachten Brot durften die Kursteilnehmer die schriftliche Anleitung und ein Leinensäckchen mit Heberling mit nach Hause nehmen. Zu Hause Brot backen wollen alle. »Hier weiß ich, was drin ist«, brachte es Bettina Zechannig, auf den Punkt. Die Hunoldstaler Experten sind sicher: »Mit ein bisschen Übung kriegen die Kursteilnehmer das auch zu Hause gebacken.«

Auch interessant

Kommentare