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Stiftungsrat-Vorsitzender Bernhard Eschweiler (rechts) und sein Stellvertreter Uwe Appel, freuen sich, dass mit Mitteln der Bürgerstiftung Schmitten das Leyhäuschen wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Wir stellen vor

Die Bürgerstiftung Schmitten bewegt die Menschen zum Mitmachen

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Der Hochtaunuskreis ist vermutlich eine der stiftungsstärksten Regionen in Hessen. Über 140 Stiftungen sind hier angesiedelt. Sie zu vernetzen ist das Anliegen des Stiftungstages Hochtaunus. Nach dem Auftakt 2017 soll das Format nun im Zweijahres-Rhythmus in Serie gehen. Die TZ nimmt das zum Anlass, einige Stiftungen vorzustellen. Heute geht es um die Bürgerstiftung Schmitten.

Eine Stiftung zu gründen, dafür braucht’s nicht zwangsweise eines großen Vermögens, mitunter reicht eine kleinere Summe, guter Wille, Engagement – und das Wissen, wer einem weiterhelfen kann. Genau so war es im Falle der Gründung der Bürgerstiftung Schmitten im Jahr 2012. Damals hatten sich nämlich drei engagierte Bürger – Bernhard Eschweiler, Uwe Appel und Heiner Eickhaus – zusammengetan, um unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Taunus-Sparkasse die Bürgerstiftung Schmitten zu gründen.

„Nicht nur, dass wir deswegen einen geringeren Bedarf an Stiftungskapital hatten – 10 000 statt 50 000 Euro -, vor allem wäre die Logistik ohne Hilfe der Taunus-Sparkasse aufwendiger, vom Management der laufenden Verwaltung, der Offenlegung gegenüber dem Finanzamt und all diesem immensen organisatorischem Aufwand mal ganz abgesehen“, sagt Eschweiler.

Taunus-Sparkasse verwaltet das Geld der Stiftung

Außerdem verwaltet die Taunus-Sparkasse das Geld – „und das hat sie bisher prima gemacht, denn sie hat im Durchschnitt eine Rendite von dreieinalb bis vier Prozent erwirtschaftet. Das übersteigt unsere Erwartungen bei Weitem“, lobt Eschweiler. Was inzwischen zu ordentlichen Ausschüttungen führt, denn mittlerweile ist das Stiftungskapital nach einer großen Spende aus dem Nachlass eines Schmitteners und vielen weiteren Einzelspenden auf über 100 000 Euro angewachsen. Diese Ausschüttungen – 65 000 Euro waren es seit Gründung der Stiftung – kommen wiederum dem Stiftungszweck zu Gute – Projekte aller Art für Schmitten zu unterstützen.

Eine Stiftung von Bürgern für Bürger

„Wir haben damals schon gesehen, dass die Kommune nicht genügend Geld hat, um alles überall zu finanzieren. Also haben wir uns gedacht, eine Stiftung von Bürgern für Bürger könnte auch andere motivieren, sich zu engagieren und damit einhergehend von der Leistung der Stiftung zu partizipieren“, sagt Eschweiler. Denn die Stiftung unterstützt alles, was das gesellschaftliche Leben in Schmitten ausmacht: Jugend, Kultur, Flüchtlinge, Natur, Senioren, Ortsgestaltung – einfach alles. „Wir werden von Menschen angesprochen, die etwas bewegen wollen, aber es finanziell nicht können. „Wir bewegen die Menschen zum Mitmachen“, sagt Eschweiler.

Das zeigt sich auch im Stiftungsrat, der alle vier Jahre neu gewählt wird. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Heiner Eickhaus, der natürlich weiterhin Stiftungsmitglied ist, haben sich sofort zahlreiche weitere Bürger gefunden, die sich im Rat engagieren wollten. So stehen heute Eschweiler und seinem Stellvertreter Appel Michael Usinger, Dr. Heike Goy und Heidi Merkel zur Seite.

Beispiel Leyhäuschen

Sie kümmern sich darum, dass es auch mit dem 2014 ins Leben gerufenen Ideenwettbewerb weitergeht. Hier können Bürger förderungswürdige Projekte benennen. Das Beste erhält ein Preisgeld in Höhe von bis zu 5000 Euro. „Wir geben das Geld, mit dem setzen die Bürger ein Vorhaben um“, erklärt Eschweiler und nennt gleich ein Beispiel: das Leyhäuschen. „Das stand an exponierter Stelle und wurde immer wieder von Vandalen heimgesucht. Mit Hilfe unserer Unterstützung haben Jugendliche es renoviert und saniert, und ich bin überzeugt, dass das Häuschen auch künftig sorgsam behandelt werden wird.“ Dann gab es noch die Idee der Freiwilligen Feuerwehr in Oberreifenberg, Bänke aufzustellen. Die Bürgerstiftung spendierte das Material für die Gestelle, die Wehr organisierte das Holz und setzte die Bänke, in Oberreifenberg als „Waldsofas“ bekannt, zusammen.

Eschweiler könnte viele weitere solche Beispiele nennen, denn „die Schmittener sind engagiert und nehmen Anteil“. Aus diesem Grund sei sich die Bürgerstiftung „zu einem wichtigen gesellschaftlichen Teil Schmittens geworden“.

Wer sich als Zustifter anschließen möchte oder spenden will, setzt sich per E-Mail an bernhard.eschweiler @ gmail.com mit Bernhard Eschweiler, in Verbindung.

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