Das ehemalige Naturparkhotel Weilquelle hat den Besitzer gewechselt und soll zu Tango-Zentrum werden.
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Das ehemalige Naturparkhotel Weilquelle hat den Besitzer gewechselt und soll zu Tango-Zentrum werden.

In Oberreifenberg entsteht ein großes Tango-Zentrum

Die neuen Besitzer des Naturparkhotels haben viele Pläne

  • vonEvelyn Kreutz
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Neben den Tanzangebot sollen auch Seminare das Haus mit Leben erfüllen

Noch haben Wasiliki Waso Koulis und ihr Lebensgefährte Andreas Hougardy in ihrem neuen Haus viel Platz für sich selbst. In einem der beiden großen Säle mit Parkettfußboden und herrlichem Blick in die Landschaft schalten sie gerne mal Musik an und tanzen Tango - und träumen wenigstens schon mal von ihrem künftigen Tango-Zentrum im Taunus.

"Wir haben das Haus in Oberreifenberg gekauft, weil wir uns sofort in dieses Fleckchen Erde verliebt haben, das ist ein besonderer Ort", sagt Waso Koulis. Nachdem Vorbesitzer Arno Hofmann nach dem ersten Lockdown im Mai das Naturparkhotel Weilquelle geschlossen hatte und sich jetzt auf das Parkhotel in Oberursel konzentriert, stand die Immobilie zum Verkauf.

Idealer Ort für Tänzer

Vor allem von den zwei großen Sälen waren die neuen Hausherren von Anfang an begeistert. "Die sind ideal zum Tangotanzen", meint Waso Koulis mit leuchtenden Augen.

"Wir sind gerade dran, herauszuarbeiten, was unter Corona-Bedingungen machbar ist und müssen zum Glück nicht gleich davon leben", verrät sie. Den beiden ist klar, dass es Zeit braucht, ein Tango-Zentrum und Kleinkunstveranstaltungen zu etablieren. Und sie wissen, dass sie das Haus alleine damit nicht auslasten können.

Deshalb wollen sie in dem Gebäude mit 34 Zimmern auch Schulungen und Tagungen anbieten für ihr IT-Unternehmen Softbauware mit Hauptsitz in Langen und Niederlassungen in Ulm und Eisenach. Hougardy ist Geschäftsführer von Softbauware, seine Lebensgefährtin kaufmännische Leiterin.

Die 57-Jährige ist übrigens nicht nur passionierte Tangotänzerin inklusive Ausbildung. Im Verein Freie Szene Darmstadt ist sie seit zwei Jahrzehnten als Netzwerkerin mit ihren Zauberprogrammen längst keine Unbekannte. Und sie hat mitten in Corona den Mut, etwas Neues zu beginnen. Die Nutzung als Gewerbeimmobilie mit Beherbergungsbetrieb ist vorgegeben und auch ganz im Sinne der neuen Besitzer. Aber als klassisches Hotel wollen sie das Haus nicht weiterbetreiben. "Wir kommen ja beide nicht aus der Branche", meinen sie.

Für die Immobilie in traumhafter Lage in Oberreifenberg hat das Paar schon Pläne und arbeitet derzeit an einem Konzept. Sie ermitteln gerade, wie viel Kapazität sie für Schulungs- und Vertriebsveranstaltungen für das eigene IT-Unternehmen brauchen. Und sie wollen so schnell wie möglich ihre Ideen für Tanz und Kleinkunst am Feldberg zum Laufen bringen.

Schwerpunkt soll das Tango-Zentrum sein, weil es dafür im Rhein-Main-Gebiet zwar eine große Szene gibt, aber zu wenig Angebote. Vor Corona war das Paar selbst wenigstens zweimal im Monat auch zu internationalen Tangoveranstaltungen unterwegs. Künftig sollen Tangoreisende auch aus aller Welt nach Oberreifenberg kommen ins "Ta-Ta-Ta", was für Tango, Taunus und Tagungshotel steht. Der Frankfurter Flughafen ist nah, übernachten kann man im Haus.

Tagungen mit Sport

Erfahrungen in räumlich nicht ganz so großem Rahmen haben die beiden übrigens bereits. In ihrem Haus in Langen haben sie vor vier Jahren mit privaten Veranstaltungen begonnen, renommierte Tangolehrer und -musiker eingeladen. Künftig wollen sie einmal im Monat eine größere Tango-Veranstaltung im Taunus organisieren, aber auch Schnupperkurse für Tangotänzer auf unterschiedlichem Level anbieten .

Von alledem können die beiden in Coronazeiten erst einmal nur träumen. "Der Tango mit seinem engen Körperkontakt und Partnerwechsel ist ja beim Tanzen der Superspreader schlechthin", gibt Waso Koulis zu bedenken. Das hält sie aber nicht davon ab, über Konzepte nachzudenken, wie nach den ersten Lockerungen Tangotanzen im Freien nach vorherigem Schnelltest möglich sein könnte. Vielleicht sogar schon im Sommer mit einer überschaubaren Zahl an Teilnehmern.

Und dann ist da noch die Kleinkunst, die Waso Koulis am Herzen liegt. Kultur sei zwar nicht der Selbstläufer, könnte aber in Oberreifenberg schmückendes Beiwerk werden. Vor allem weil in naher Zukunft große Veranstaltungen nur wenige Chancen haben, könnte der Theatersaal genau das Richtige sein.

Mit der neuen Schmittener Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) und der Vorsitzenden der Künstlervereinigung Arthouse Renate Keller habe sie sich bereits in Verbindung gesetzt. Mit beiden will sie im Gespräch bleiben, um Veranstaltungen für Publikum aus der Umgebung zu initiieren und auch heimischen Künstlern eine Plattform zu bieten.

Jetzt, wo keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, sei die Zeit, um Neues zu entwickeln und Schönes zu gestalten, ist Waso Koulis überzeugt. Sie hat extra einen Veranstaltungsprofi ins Boot geholt und sagt: "Welche Farbe der Schmetterling haben wird, kann ich noch nicht sagen, nur so viel: "Er wird Tango tanzen können." Evelyn Kreutz

Wasiliki Waso Koulis und ihr Lebensgefährte Andreas Hougardy haben das ehemalige Naturparkhotel Weilquelle erworben und wollen dort ein Tango-Zentrum etablieren.

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