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Baustelle Feldberghof

Feldberghof: Binding soll bleiben und Gaststätte umgebaut werden

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Der bisherige Pächter soll auch der künftige sein. In einer Sitzung am Montagabend hat sich der Zweckverband Feldberghof für einen neuen Vertrag mit der Binding-Brauerei ausgesprochen. Damit verbunden ist ein umfassender Umbau der Gaststätte auf dem höchsten Taunusgipfel – und wahrscheinlich ein Abschied vom bisherigen Wirt.

Der Feldberg wird in diesen Tagen von einigen Turbulenzen heimgesucht. Schon die Nachricht, dass der Kiosk Ende Dezember schließt und der Feldberghof nächstes Jahr zur Baustelle wird, hat reichlich Wirbel ausgelöst. Und dann haben sich in den vergangenen Tagen auch noch rund 2000 Unterstützer via Online-Petition für den aktuellen Wirt und dessen Team ins Zeug gelegt. Hintergrund ist der Ende März auslaufende Vertrag mit dem Hauptpächter des Feldberghofs, der Frankfurter Binding-Brauerei. Und zumindest in diesem Punkt könnte jetzt etwas Ruhe einkehren: Der Zweckverband Feldberghof, zu dem sich der Hochtaunuskreis und die Gemeinde Schmitten zusammengeschlossen haben, hat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig für einen neuen Vertrag mit Bindung votiert.

„Die Verhandlungen über die Neuverpachtung stehen vor dem Abschluss“, heißt es in einer Mitteilung, die der Zweckverband gestern verschickte. Die Unterzeichnung der entsprechenden Vereinbarung ist für Anfang Januar vorgesehen. Dem Vernehmen nach geht es um eine Laufzeit zwischen 20 und 30 Jahren.

Millionen-Investition

Wen die Brauerei als künftigen Wirt mit dem Betrieb der Gaststätte beauftragen wird, ist derweil noch offen. Es deutet aber bislang wenig auf eine Fortsetzung des (Unter-) Pachtverhältnisses mit dem bisherigen Betreiber hin. Feldberg-Wirt Peter Stürtz hat eigenen Angaben zufolge keine entsprechende Anfrage, in der Mitteilung des Zweckverbandes heißt es indes: „Binding ist im Gespräch über die Weiterverpachtung des Feldberghofs, um die Gastronomie auf dem Ausflugsgipfel mit guten, innovativen Konzepten weiter voranzubringen.“

Doch Stürtz will das Thema nicht vorzeitig abhaken. „Ich bin gesprächsbereit“, sagt der Feldberg-Wirt, der sich auch seinerseits um die direkte Pacht mit dem Zweckverband beworben hatte, aber eine Absage erhielt. Seinen rund 40 Mitarbeitern hat er bereits mitgeteilt, dass der Vertrag und damit auch die Beschäftigungsverhältnisse Ende März auslaufen. Reservierungen von Gästen für die Zeit danach seien storniert worden.

Kreis muss Geld zuschießen: Feldberghof-Sanierung wird teurer

Von Frühjahr an soll der Feldberghof zunächst umfassend saniert werden. 1,75 Millionen Euro werden die Investitionen den Zweckverband voraussichtlich kosten und auch die Ausstattung wie zum Beispiel die Küche beinhalten. Da für das Projekt keine Steuermittel verwandt werden sollen, brauche der Verband „einen wirtschaftlich soliden und starken Partner“. Ziel sei eine kostendeckende Pachtzahlung und eine langjährige Zusammenarbeit. „Es dürfen keine finanziellen Engpässe entstehen“, so der Zweckverband.

Wasser dringt ein

Geplant sind in dem Gebäude, durch dessen Decke zurzeit Wasser eindringe, Arbeiten in den unterschiedlichsten Gewerken. „Innerhalb kürzester Zeit“ müssten alle Wände und Oberflächen renoviert sowie die Abwasser-, Warmwasser- und Gasanlagen erneuert werden. Darüber hinaus sollen bei der Sanierung Bodenbeläge ausgetauscht, Treppen saniert und die Elektrik erneuert werden. „Die Entlüftungstechnik muss komplett neu gemacht und Fenster und Sonnenschutz saniert werden“, teilt der Zweckverband mit und fügt hinzu: Eine derart umfassende Sanierung sei im laufenden Betrieb nicht möglich.

Im Frühjahr wird der Feldberghof also vorübergehend schließen, ob er im Jahr 2019 wieder öffnet bleibt abzuwarten. Die Architekten des Kreises haben für die Arbeiten rund ein dreiviertel Jahr veranschlagt. Allerdings soll es für Ausflügler während der Bauphase auf dem Feldberg eine „gastronomische Übergangslösung und auch Toiletten geben“.

Bleibt noch die Frage nach dem Schmittener Standesamt, das seit 1999 eine Außenstelle im Feldberghof betreibt. Aus dem Rathaus der Gemeinde gab es dazu gestern keine Auskunft, aber zumindest während der Bauarbeiten dürfte es dort keine Trauungen geben.

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