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Der neue Förderverein "Freunde des Skilifts Oberreifenberg" mit der Vorsitzenden Yvonne Schuster (dritte von rechts) hat den Lift startklar gemacht, jetzt fehlt nur noch der Schnee.

Skilift in Schmitten ist startklar

Förderverein hat die Anlage mit Geld und Einsatz gerettet

  • vonEvelyn Kreutz
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Nachdem ein Unfallfahrer den Lift komplett zerstört hatte, war nicht klar, wie es an dem Freizeitgelände weitergeht. Reparatur, Betriebskosten und Betreuung sollen nun ehrenamtlich laufen

Ski- und Snowboardfahrer dürfen aufatmen. Sollte es mal wieder einen Winter mit genug Schnee geben, dann wird der Skilift oberhalb der Jugendherberge in Oberreifenberg laufen. Anfang des Jahres stand das noch in den Sternen.

Ein Unbekannter war Ende Februar mit einem Geländewagen nachts den Skihang hinaufgefahren, hatte das Seil des Skilifts gekappt und die Hütte mitgerissen. Der langjährige Betreiber Frank Pirr war unsicher, ob er überhaupt noch einmal investieren sollte. Eigentlich wollte er aus Altersgründen gerne aufhören. Aber er ist nicht der einzige, dessen Herz daran hängt, dass im Taunus Skifahren weiterhin möglich ist.

Aus Schnapsidee wird eine Lawine

Bereits im August überlegten Skifreunde aus der Feldberggemeinde, was sie tun könnten. Yvonne und Jens Schuster sowie Susanne Bettac nahmen Kontakt zur inzwischen gewählten künftigen Bürgermeisterin Julia Krügers auf, und die wandte sich an den Ersten Beigeordneten Hartmut Müller (beide CDU). Der stellte den Kontakt her zur Familie von Anja Deusinger aus Hunoldstal, die viele Jahre lang zusammen mit Pirr den Lift betrieben hat.

So stießen sie auf Sebastian Hollunder aus Niederreifenberg, der in den vergangenen Jahren Pirr in Sachen Elektroinstallation beim Betrieb des Skiliftes unterstützt hat. Beim ersten Treffen waren sie schon zu acht. Am 15. September gründeten 15 Mitglieder im Kurhaus Ochs den Förderverein Freunde des Skilifts Oberreifenberg und machten Nägel mit Köpfen. "Aus einer Schnapsidee wurde schnell eine Lawine", freut sich Vorsitzende Yvonne Schuster, die Bettac als Stellvertreterin und Hollunder als technischen Direktor an ihrer Seite hat. Ziel war es, über Mitgliedsbeiträge und Spenden den Skilift zu reparieren.

Ein neues Seil inklusive Bügel als Zubehör kosteten 2100 Euro, von der Familie Schuster erst einmal vorgestreckt. Krügers hat inzwischen beim Landrat vorgefühlt, ob es Fördermittel vom Kreis gibt. Bis zur Tüv-Abnahme waren die starken Männer des Vereins gefragt, die das Seil neu installiert und die Bügel eingehängt haben. Am Abend vor der Tüv-Prüfung waren fünf von ihnen bis 22.30 Uhr am Werkeln.

Schon vorher hatten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oberreifenberg die Hütte am unteren Ende des Skilifts wieder an Ort und Stelle versetzt. Außerdem haben neun Skifreunde die Sachkundeprüfung für die Bedienung der Kleinschleppliftanlage sowie einen Erste-Hilfe-Lehrgang abgelegt. Einer von ihnen muss immer vor Ort sein, damit der Lift überhaupt laufen darf. Außer 130 Euro für Tüv- und Sachkundeprüfungen finanziert der Verein die Haftpflichtversicherung in Höhe von 350 Euro. Strom kostet 10 Euro.

Hygienekonzept in Arbeit

Da alle Bedingungen erfüllt sind, hat der Verein beim Regierungspräsidium die Weiterführung der Betriebsgenehmigung beantragt. Sobald das gestattet ist, steigt Pirr aus und wird ideelles Ehrenmitglied.

Nach mehreren milden Wintern warten jetzt alle auf Schnee. Inzwischen gibt es auch eine Kooperation mit dem Ski-Club Taunus. Der will nach Auskunft von Bettina Mertgen dort Skikurse geben, nachdem der Skilift am Pechberg nicht mehr läuft. Auf Anfrage dieser Zeitung bekundete der Vorstand, es gebe keine Ambitionen, auch diesen in absehbarer Zeit in Betrieb zu nehmen. Aber sie können sich vorstellen, 2021 den etwas versetzt anschließenden Lift bis hoch zum Feldberg zu aktivieren.

Für die aktuelle Skisaison arbeitet der Verein an einem Hygienekonzept sowie an der Einbindung ins Verkehrskonzept. Ein Shuttle-Service werde schwierig. Aber im Gespräch mit Bürgermeister Marcus Kinkel (parteilos) und dem Ordnungsamt wurde erörtert, wie sich der Verein beim Anbringen von Absperrungen und Schildern zur Besucherlenkung einbringen kann, damit es nicht zum Verkehrschaos kommt.

Die Homepage des Vereins hat übrigens der erst zwölfjährige Niederreifenberger Felix Müller, dessen Eltern Karin und Kai-Uwe als Beisitzer fungieren, erstellt. Vorerst ist geplant, bei entsprechender Schneelage den Skilift samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr laufen zu lassen. Sonderöffnungszeiten kann man unter www.skilift-oberreifenberg.de einsehen. Über weitere Mitstreiter würden sich die Freunde des Skilifts Oberreifenberg natürlich freuen. evk

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