Besitzer rührt sich nicht

Hotel-Ruine in Schmitten bleibt Ärgernis

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Das ehemalige Hotel Ernst ist ein Sicherheitsrisiko und müsste dringend abgerissen werden. Nur wer soll und kann das bezahlen? Dabei ist aber inzwischen Eile geboten.

Mitten in Schmitten an der Durchfahrtstraße steht noch immer das ehemalige Hotel Ernst. Oder besser gesagt, das was von ihm übrig geblieben ist. Nichts an der verrottenden Bauruine erinnert mehr an die Zeiten, als der Kurbetrieb hier noch florierte.

Das Gebäude ist seit Jahren ein nicht zu übersehender Schandfleck. Das Haus verfällt immer mehr, und das Sicherheitsrisiko steigt ständig. Natürlich besteht eine Absperrung, dennoch ist so ein Gelände natürlich gerade für Kinder immer verlockend. Und richtig standfest ist die Ruine nun auch nicht mehr.

Alle Gespräche der Verwaltung mit dem Eigentümer haben bisher nicht gefruchtet. Auch die Bauaufsicht des Hochtaunuskreises hat sich regelmäßig eingeschaltet. Außer den nötigsten Sicherungsmaßnahmen hat der Besitzer nichts getan.

Über 20 Jahre geht das so, obwohl er eigentlich das Anwesen gekauft hatte, um es zu renovieren. Stattdessen stellte er vor über einem Jahr einen Abrissantrag und begann auch mit dem Abbruch. Weil der aber nicht über eine Fachfirma ausgeführt wurde, deren Entsorgungswege nachvollziehbar sind, stoppte der Kreis die Arbeiten, Seit damals sieht alles nur noch schlimmer aus.

Obwohl die Abrissverfügung längst raus ist, tut sich weiterhin nichts. „Wir sind außen vor“, sagte Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel auf Anfrage der TZ, wie es denn jetzt weitergehe. Denn die Frist, die das Kreisbauamt dem Eigentümer für den Abriss gesetzt hatte, ist bereits seit Mitte September abgelaufen.

Seitdem teilt die Kreispressestelle auf regelmäßige Anfragen der TZ mit: „Das laufende Verfahren befindet sich noch in der Prüfung, weswegen wir um Verständnis dafür bitten, dass wir zum heutigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme abgeben können.“

Wenn der Eigentümer nicht selbst das marode Gebäude beseitigt, kann der Kreis die Arbeiten auf dessen Kosten durchführen lassen. Der Besitzer hatte 2013 das Kaufangebot der Gemeinde, die dort Parkplätze einrichten wollte, ausgeschlagen.

Die wollte den Grundstückspreis abzüglich der Abrisskosten zahlen. Jetzt könnte ein Interessent möglicherweise ein Schnäppchen machen. Denn wenn der Eigentümer finanziell für den vom Kreis zu verfügenden Zwangsabriss nicht aufkommen kann, wird ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet.

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