Das von einem Hund durch Arnoldshain gehetzte Hirschkalb flüchtete zunächst in einen Garten und suchte dann Schutz am Kriegerdenkmal in Arnoldshain.
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Das von einem Hund durch Arnoldshain gehetzte Hirschkalb flüchtete zunächst in einen Garten und suchte dann Schutz am Kriegerdenkmal in Arnoldshain.

Arnoldshain

Hund hetzt Hirschkalb

Das Jungtier wird in Arnoldshain so schwer verletzt, dass es erschossen werden muss. Anzeige gegen unbekannten Hundehalter.

Arnoldshain -Den Anblick des Hirschkalbes, das am Sonntagmorgen mit verängstigten Augen fast eine Stunde lang im Garten gesessen hat und dann verletzt in seiner Not bis zum Kriegerdenkmal in Arnoldshain geflüchtet ist, wird Marita Wolf so schnell nicht vergessen.

Auch Jagdpächter Heinz Vest, der das Tier im Beisein der Polizei mit einem Fangschuss von seinem Leiden erlöst hat, ist das unter die Haut gegangen. Auf Facebook häufen sich inzwischen dazu empörende Kommentare über verantwortungslose Hundehalter.

Verletzt und total erschöpft

Was war geschehen? Die Arnoldshainerin wollte morgens kurz nach 8.15 Uhr in der Taunusstraße auf Höhe des Dorfgemeinschaftshauses der Ursache für das aufgeregte, nicht enden wollende helle Kleffen eines Hundes auf den Grund gehen. "Das war nicht normal, ich habe laut geschrien, und der Hund ist ganz schnell aus dem Garten weggerannt", erzählt sie. Erst danach hat sie in der hinteren Ecke des Gartens das Hirschkalb entdeckt, das sich nicht bewegte, auch dann nicht als sie wieder im Haus war.

Nach einem Anruf bei Revierförster Axel Dreetz riet dieser, das Gartentor aufzulassen, damit das Tier, wenn es sich wieder beruhigt hat, einfach weglaufen kann. Marita Wolf hat alle fünf Minuten nachgeschaut und nach einer knappen Stunde beobachtet, wie sich das Hirschkalb mitten auf der Straße in Richtung Altort bewegte. Erst danach entdeckte sie im Garten die große Blutlache. Dreetz war nicht erreichbar, also rief sie den Jagdpächter an.

Der und sein Mitpächter entdeckten das verletzte und total erschöpfte Hirschkalb am Kriegerdenkmal und erkannten, dass es nicht mehr zu retten ist. Der Versuch, das verzweifelte Tier mit einem gezielten Messerschnitt zu erlösen, scheiterte. Das Kalb hatte sich bis zur Mauer geschleppt, war von beiden Seiten ebenfalls geschützt, hatte in Richtung Straße alles im Blick und ließ niemanden an sich heran. Da Jäger innerhalb des Ortes nicht schießen dürfen, rief Vest zur Absicherung die Polizei dazu.

Polizei wartet auf Hinweise

"So etwas tun zu müssen, geht uns gegen den Strich, das hat nichts zu tun mit der Jagd im Wald", so Vest gegenüber der Taunus Zeitung. Er selbst gehe im Winter, wenn das Wild unter der Witterung leide, nicht auf die Jagd. Gegen den noch unbekannten Hundehalter, dessen Hund das Hirschkalb gehetzt und auch angegriffen hat, hat der Jagdpächter Anzeige erstattet. Marita Wolf kann den Hund, der nicht angeleint war, genau beschreiben und würde ihn auch wiedererkennen. Es handelt sich um einen hellbraunen, sehr mageren Hund, mit kurzem Fell und von mittlerer Größe, der Ähnlichkeit mit einem Schäferhund hat. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeistation Usingen entgegen unter der Telefonnummer (0 60 81) 9 20 80 entgegen. Von Evelyn Kreutz

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