Bürgermeisterkandidat Hans Kurdum im Gespräch mit Weilrods Bürgermeister Götz Esser.
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Bürgermeisterkandidat Hans Kurdum im Gespräch mit Weilrods Bürgermeister Götz Esser.

Weilrods Bürgermeister und Schmittener Bürgermeister-Kandidat sprechen über Kooperationen

Kurdum und Esser üben den Schulterschluss

  • vonAlexander Schneider
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Ideensammlung für die Themen Geld, Zusammenarbeit und Corona-Folgen

Schmitten/Weilrod. Nicht nur die Gesellschaft und die Wirtschaft stecken tief in der Corona-Krise, auch die Kommunen. In den Kämmereien gilt es, neben dramatischen Einbrüchen bei der Gewerbesteuer auch bei der Einkommensteuer herbe Abschläge zu verkraften.

Grundsätzlich gibt es da, abgesehen von der Zahl der Nullen vor dem Komma, kaum Unterschiede zwischen Groß und Klein. Was für Hamburg gilt, gilt auch für Weilrod und Schmitten. Weilrods Bürgermeister Götz Esser (FWG) hat daher die Einladung seines möglichen künftigen, von der FWG unterstützten Schmittener Kollegen Hans Kurdum, der am 1. November zum Bürgermeister gewählt werden möchte, auf dessen Terrasse in Brombach gerne angenommen.

Beide kamen sehr rasch zu der Erkenntnis, dass die Bewältigung der Corona-Folgen, aber auch der Umgang mit möglichen weiteren Wellen durchaus auch mit Blick über den kommunalen Tellerrand hinweg erleichtert werden kann. "Die Gesellschaft hat sich durch Kurzarbeit und Homeoffice verändert, und wird sich weiter verändern. Dazu kommt das ab 2022 verbindliche Online-Zugangsgesetz, das unter anderem alle kommunalen Dienstleistungen online ermöglichen soll. Wirklich funktionieren kann das aber auch nur durch eine bessere Netz-Infrastruktur", sagt Kurdum, der als IT-Manager bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung arbeitet. Bei Esser rannte er damit offene Türen ein: "Bislang hatten Weilrod und Schmitten beim Netzausbau im Hochtaunus immer das Nachsehen. Zusammen wären wir für Netzbetreiber aufgrund unserer größeren Einwurfmenge sicher attraktiver."

Einig waren sich Esser und Kurdum auch bei der Verwendung von Geldern, die den Kommunen zur Abmilderung der Corona-Einbußen von Land und Bund zufließen. Das Geld dürfe nicht konsumptiv verwendet werden, sondern nur investiv zum Ausbau der Infrastruktur, wobei es aber nicht nur um "schnelles Internet" auf Breitband- oder Glasfaserbasis gehen dürfe. "Infrastruktur heißt auch öffentlicher Personennahverkehr, Gesundheit, Trinkwasserversorgung und Umwelt", sagt Kurdum. Schmitten könne einiges von Weilrod lernen, meinte er mit Blick auf die medizinische Versorgung über das seinerzeit geradezu visionäre Ärztehaus in Rod an der Weil. Auch umgekehrt gebe es Lernpotenzial, sagte Esser. Im interkommunalen Schulterschluss möchte er gerne von der IT-Expertise des möglichen Kollegen profitieren.

In dem Sondierungsgespräch ging es auch um den Tourismus im Taunus. Entlang der die beiden Nachbarkommunen verbindenden Weil und des dieser folgenden Weiltalweges lasse sich gemeinsam einiges entwickeln, was das Weiltal zum Kurzurlaubsmagneten werden lassen kann. Esser und Kurdum rechnen im Zeichen von Corona, aber auch in der folgenden Zeit nach der Pandemie mit einem weiter steigenden Interesse an Ferien in der Region. Auch hier gelte es, den Blick über die Gemeindegrenzen hinaus, auch in Richtung Weilmünster, zu richten. Gemeinsames Potenzial müsse gemeinsam gehoben werden. Die Belastungen für die Bevölkerung, mit denen Tourismus neben der Wertschöpfung durch den Konsum der Gäste durch Mehrverkehr zwangsläufig auch verbunden ist, dürften nicht zur Überforderung eines der Partner führen.

Was Kurdum vom Seilbahnprojekt von der Hohemark via Sandplacken bis nach Schmitten und/oder Glashütten hält, weiß er noch nicht: "Es gilt, die Machbarkeitsstudie abzuwarten und dann ergebnisoffen darüber zu sprechen. Eine signifikante Entlastung des Berufsverkehrs sehe ich zwar nicht, touristisch ließe sich damit aber einiges bewegen, so viel steht jetzt schon fest." as

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