Bürgermeisterin Julia Krügers (links) und Sabrina Fellenstein haben die Umleitungsmöglichkeiten für die erste Phase der Straßensperrungen vorgestellt.
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Bürgermeisterin Julia Krügers (links) und Sabrina Fellenstein haben die Umleitungsmöglichkeiten für die erste Phase der Straßensperrungen vorgestellt.

Schmitten wird zur großen Baustelle

Sanierungsarbeiten der Landesstraße erfordern große Umwege

  • VonEvelyn Kreutz
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Zwischen Dorfweil und Schmitten ist dicht - Politik hofft, dass Bürger aufs Rad umsteigen

"Es gibt immer noch Bürgerinnen und Bürger, die nicht wissen, dass bald dicht ist", sagt Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) zu den anstehenden Straßensperrungen in der Feldberggemeinde. Ab 17. Juli, dem Samstag vor Beginn der Sommerferien, wird die Baustelle für den ersten Abschnitt der Sanierung der L 3025 eingerichtet.

Zusammen mit Ordnungsamtsmitarbeiterin Sabrina Fellenstein stellt Krügers die Umleitungsmöglichkeiten vor und informiert über die Hintergründe der Vollsperrung in den Ortsdurchfahrten Schmitten und Dorfweil. Bekanntlich wird in den Sommerferien zwischen dem Abzweig Neu-Anspach und der Schmittener Kirche kräftig gebuddelt. Dadurch kommt es vom Abzweig und dem Ortseingang Dorfweil zu einer halbseitigen Sperrung. Zwischen dem Dorfweiler Denkmal der und Kirche Schmitten ist die Straße voll gesperrt.

Es gibt zwei Umleitungsmöglichkeiten: Für Pkw und Lkw, die über die Saalburg von Brombach über Neu-Anspach, Bad Homburg, Oberursel-Hohemark und Niederreifenberg fahren, bedeutet das einen Umweg von 36 Kilometern. Die zweite Umleitung ist wegen der engen Ortsdurchfahrten nicht für den Schwerverkehr geeignet. Nur Pkw können die 24 Kilometer längere Strecke von Brombach über Weilrod, Riedelbach, Reichenbach, Wüstems, Oberems und Niederreifenberg nutzen.

Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass etliche Bürger der Gemeinde ihr Auto stehen lassen und den Weiltalweg als Alternative wählen. Mit dem Fahrrad sei man dort etwa 10 Minuten unterwegs, zu Fuß rund 20 Minuten. Die Gemeinde hat sich um Pkw-Stellplätze und Fahrradständer gekümmert. "An einem der Parkplätze am Abzweig von Neu-Anspach stehen einseitig in Richtung Landesstraße einige Parkplätze zur Verfügung, weitere wenige in Dorfweil am Dorfgemeinschaftshaus und an der Kirche", teilt Krügers mit. Außerdem hat die Gemeinde den Parkplatz der ehemaligen Gaststätte an der L 3025 angemietet und wird dort Fahrradständer aufstellen.

Feuerwehr muss einsatzbereit sein

Wichtig ist Krügers, dass die Schmittener Feuerwehr einsatzbereit bleibt. Die Kameraden werden vom Schmittener Bauhof aus ausrücken. Dort sind das Löschfahrzeug und der Mannschaftstransportwagen untergebracht. Von ortsansässigen Unternehmen weiß Krügers, dass einige von ihnen individuelle Lösungen gefunden haben.

Wie die Busverbindungen laufen, hat der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) bisher nicht veröffentlicht. Die Bürgermeisterin empfiehlt, sich aktuell über die Busumleitungen und den aktualisierten Fahrplan zu informieren unter www.rmv.de. Laut Fellenstein wird der VHT noch Baustellen-Fahrpläne aushängen.

Die Rathauschefin erläutert, warum innerorts keine halbseitige Sperrung möglich ist. Dagegen sprechen arbeitsschutzrechtliche Regelungen und die Tatsache, dass zur Sanierung der Wasserleitungen und Hausanschlüsse die Straße komplett aufgemacht werden muss.

Das gilt auch für die Fahrzeuge der Post. Die Austräger werden zu Fuß unterwegs sein. Für die Müllentsorgung sammelt der Bautrupp die Tonnen vor den Grundstücken ein, bringt sie zu Sammelstellen und die leeren Behälter wieder zurück. Wenn Anlieger Probleme haben, können sie sich an den Bauleiter wenden oder im Rathaus anrufen.

Mehr Parkplätze geplant

"Mit einem kleinen Antrag wollen wir einen kleinen Beitrag leisten, damit die anstehende Vollsperrung der L 3025 für die Bürger erträglicher wird", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Karsten Ratzke in der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend. Er stellte den Antrag der Koalition aus CDU, b-now und Grünen vor, die zusätzliche Parkfläche und spezielle Park & Bike-Parkplätze während der Baustellenzeit gefordert hatte.

Der Gemeindevorstand solle prüfen, wo auf der Dorfweiler Seite, ergänzend eventuell auch in Brombach, und auf der Schmittener Seite öffentliche Parkplätze zur Verfügung stehen. Und es soll geprüft werden, wo private Flächen für die Dauer der Baustelle angemietet werden können für zusätzliche Park-&-Bike-Plätze. Auf den Parkplätzen sollten Fahrradständer aufgestellt werden.

"Um durch Schmitten und Dorfweil zu kommen, ist in dieser Zeit die einzige Möglichkeit das Fahrrad", so Ratzke. Die Streckensperrung stelle Betroffene in allen Ortsteilen vor Herausforderungen. "Eine Fahrt mit dem Auto von Dorfweil nach Schmitten wird zu einer langen Reise", sagte er.

Seitens der SPD sah Karin Ziener zwar die gute Absicht. Für sie stehen aber Aufwand und Ergebnis in keinem Verhältnis. "Bis das umgesetzt ist, sind die ersten beiden von sechs Baustellenwochen rum", meinte sie. In den Ferien hätten etliche Bürger ohnehin Urlaub. Und wer mache schon Großeinkäufe mit dem Fahrrad. Außerdem gab sie zu bedenken: "Wer sein Fahrrad unbewacht abstellt, hat viel Mut oder ein unattraktives Fahrrad."

Laut Ratzke sind schon Parkplätze angedacht und die Gemeinde brauche sowieso Fahrradständer, die jetzt eingesetzt werden und später einen festen Platz bekommen könnten. Nach Rückfrage von Bernhard Eschweiler (FWG) nannte er einen Bereich am Rewe-Parkplatz in Schmitten, in Dorfweil die Parkplätze am Friedhof und den Parkplatz am ehemaligen Gasthof an der Landesstraße.

"Ich habe es befürchtet", sagte FWG-Fraktionschef Rainer Löw. Der Parkplatz am Friedhof werde in der Regel zum Abstellen von Baufahrzeugen benötigt. "Außerdem würden genau dort die Bürger, die an der L 3025 wohnen und ihre Grundstücke nicht erreichen können, ihre Autos parken."

"Der Parkplatz am Friedhof geht nicht", erläuterte Bürgermeisterin Julia Krügers, die sich seitens der Verwaltung schon damit beschäftigt hatte. Wie Eschweiler feststellte, gehört das ohnehin zum Baustellenmanagement der Verwaltung. Angestimmt wurde trotzdem und dem Antrag mit 17 Ja-Stimmen aus der Koalition und zwei Ja-Stimmen aus der FWG bei 11 Nein-Stimmen aus FWG, SPD, FDP und AfD stattgegeben.

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