In diesem Jahr gab es im Schmittener Wald bereits sieben Brände. foto: Evelyn kreutz
+
In diesem Jahr gab es im Schmittener Wald bereits sieben Brände. foto: Evelyn kreutz

Hochtaunuskreis

Schmitten: 1500 Quadratmeter Wald in Flammen - Brandstiftung vermutet

  • vonEvelyn Kreutz
    schließen

Feuerwehren müssen häufig Feuer im Wald löschen. Gemeindebrandinspektor Brendel aus Schmitten glaubt nicht mehr an Selbstentzündung.

  • Waldbrandgefahr: Bereits sieben Brände in Gemarkung Schmitten
  • Inspektor aus Schmitten geht von Brandstiftung aus
  • Nach Vorfall in Schmitten: Appell an Waldbesucher

Schmitten - Nach zwei extrem trockenen Sommern und dem Fichtensterben nach der Ausbreitung des Borkenkäfers hat der Wald schon genug Stress. Doch zusätzlich setzt ihm die steigende Zahl an Waldbränden zu. Allein in der Gemarkung Schmitten hat es nach Angaben von Gemeindebrandinspektor Christoph Brendel seit dem 5. April sieben Mal im Wald gebrannt.

1500 Quadratmeter Brand in Schmitten

Ein Entstehungsbrand von etwa 20 Quadratmetern war schnell gelöscht. Aber es standen auch bis zu 1500 Quadratmeter in Flammen. Die Brandorte waren in der ganzen Gemarkung verteilt, am Sängelberg bei Oberreifenberg, in der Nähe der Hegewiese, am Zacken, an der Hühnerstraße, am Pferdskopf und im Krötenbachtal. Weiterhin waren die Schmittener Kameraden zur Unterstützung auf Glashüttener Seite im Einsatz.

Schmitten: "Ich glaube nicht mehr an Selbstentzündung."

"Meistens waren die Brände mindestens 100 Meter vom nächsten Waldweg entfernt", stellt der Gemeindebrandinspektor fest und sagt: "Ich glaube nicht mehr an Selbstentzündung." In den beiden Vorjahren waren die Schmittener Wehren im Feldberggebiet nämlich im Dauereinsatz. Waren die Kameraden 2015 zu Wald- und Flächenbränden nur 22 Mal ausgerückt, waren 2018 unter den 87 Brandeinsätzen allein 40 in Wald und Flur. 2019 sah es ähnlich aus. Da waren an manchen Tagen sogar zwei Waldbrände in kurzer Zeit in unmittelbarer Nähe zueinander zu löschen.

Gemeindebrandinspektor aus Schmitten geht von Brandstiftung aus

"Auffällig ist, dass die Brände immer abseits der gut frequentierten Wege oder weit entfernt von Hütten ausbrechen", berichtet Brendel. Er geht inzwischen zu 95 Prozent von Brandstiftung aus und will nicht weiter tatenlos zusehen. Der Gemeindebrandinspektor kann sich vorstellen, dass die Feuerwehren zusammen mit der Polizei öffentlichkeitswirksam zusammenarbeiten. "Wenn alle Beteiligten im Feldberggebiet und Kreis zustimmen und mitmachen, werden wir eine Arbeitsgruppe erstellen und ein Konzept erarbeiten", kündigt er an.

Inspektor aus Schmitten appelliert an Waldbesucher

Um Waldbrände zu vermeiden, sollten Waldbesucher selbstverständlich weder rauchen noch offenes Feuer anzünden. Und Brendel appelliert an Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker, die Augen offen zu halten, ob abseits der Wege etwas Verdächtiges vor sich geht.

So hätten die Brände in Schmitten eingedämmt werden können

Auf der Kriseninformationsplattform des Landes Hessen gibt es unter www.akut.hessen.de konkrete Verhaltenstipps. "Eine eigenständige Brandbekämpfung ist in der Regel nicht möglich", heißt es. Das wäre auch zu gefährlich, denn die eigene Sicherheit gehe immer vor. Daher sei es wichtig unter 112 die Feuerwehr zu verständigen und sie an die Brandstelle heranzuführen.

Wer keinen GPS-Punkt angeben kann, solle zur Orientierung markante Punkte nennen wie Wanderhütten, Gewässer oder an der nächsten Wegkreuzung die Nummer der Waldabteilung ablesen. In Hessen existieren zudem Forstrettungspunkte. Die sind nummeriert und für Fahrzeuge gut erreichbar. Deren Lage ist den Feuerwehren bekannt. Die Rettungspunkte erkennt man an einem quadratischen grünen Schild mit weißem Kreuz, unter dem sich die Nummer befindet. Weitere wichtige Informationen betreffen etwa den Brandort und das Ausmaß des Brandes. 

Auch in Hofheim kam es kürzlich zu einem Waldbrand. Die Polizei vermutet fahrlässige Brandstiftung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare