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Sie darf jetzt trauen

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Julia Krügers wird von Bürgermeister Thomas Pauli (links) zur neuen Standesbeamtin bestellt, Amtsleiter Mathias Schnorr freut sich über die Unterstützung. © Red

Schmitten. Weil nicht nur in der Hochzeit für Hochzeiten zwischen Mai und Oktober viele Eheschließungen samstags stattfinden, stehen zur Unterstützung der Mitarbeiter vielerorts auch die Rathauschefs zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass sie dafür die Qualifikation haben. Künftig darf auch Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) sagen: »Kraft meines Amtes erkläre ich Sie hiermit zu Mann und Frau.

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Vier für Eheschließungen

Mit vier Standesbeamten sowie dem Neu-Anspacher Amtsleiter des Leistungsbereiches Bürgerservice und Standesamt, Mathias Schnorr, ist der Standesamtsbezirk Neu-Anspach/Usingen, zu dem auch die Gemeinden Grävenwiesbach und Schmitten gehören, wieder voll besetzt. Künftig dürfen alle vier Rathauschefs trauen. Steffen Wernard (Usingen) und sein Grävenwiesbacher Amtskollege Roland Seel (beide CDU) haben einst den gleichen zweiwöchigen Lehrgang absolviert wie die Mitarbeiter. Weil diese aber vorher die Formalitäten abarbeiten, müssen die Bürgermeister für die eigentliche Eheschließung inzwischen nur noch ein dreitägiges Kurzseminar abschließen. Das hatte Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) belegt, der seit 2017 schon Trauungen vornimmt. Da die Kleeblattstadt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit den Standesamtsbezirk verwaltet, hat Pauli jetzt seine Kollegin offiziell in ihr neues Amt bestellt. »Ich musste nicht überredet werden«, sagte Krügers. »Für mich gehört das zum Amt der Bürgermeisterin dazu, und ich empfinde es als Privileg, weil es etwas Besonderes ist.« Sie wolle dazu beitragen, dass dieser Tag für ein Paar unvergesslich wird.

»Drum prüfe, wer sich ewig bindet«, heißt es in Schillers Lied von der Glocke. Für die Prüfung als Standesbeamtin hat Krügers drei Tage lang die Schulbank gedrückt und sie verrät: »Ich habe abends den Stoff immer noch einmal nachgearbeitet und mit der Gesamtnote 1 abgeschlossen.«

Besser keine Späße machen

Es gehe ja nicht nur darum, mit dem Paar ein Trauvorgespräch zu führen und eine Traurede zu schreiben. Für die Eheschließung gebe es einen festen Ablauf. Und wenn ein Paar sich kurzfristig für eine andere Namensführung entscheide, müsse der Standesbeamte für die handschriftliche Änderung im Dokument die Regularien genau kennen. Das sei bei Auslandsbeteiligung nicht immer einfach, sagt Krügers, die im Seminar auch gelernt hat, dass Brautpaare beim Eheversprechen keine Späße machen sollten. »Wenn jemand, weil er besonders witzig sein will, ›Nein‹ sagt, ist es vorbei.« Eine Nachfrage sei nicht möglich, zumindest nicht an diesem Tag.

Auch im neuen Feldberghaus

Wie oft Krügers als Standesbeamtin im Einsatz sein wird, ist noch offen. Für 2022 hat Schnorr im Dienstplan 33 Samstage, an denen bevorzugt die Bürgermeister tätig sind. Jeder sei einmal im Monat dran. Dabei könnte es sein, dass drei Termine an einem Tag stattfinden und auch an verschiedenen Orten. Der Bezirk hat in jeder Kommune ein Trauzimmer im Rathaus, dazu kommen als besondere Orte die Hugenottenkirche in Usingen, das Schloss Kransberg und der Hessenpark.

Nach der Eröffnung des Feldberghauses finden auch hier Eheschließungen statt. Hier wird Krügers am 8. Juli zum ersten Mal als Standesbeamtin tätig sein. Wer im Schmittener Rathaus heiraten möchte, wird das künftig im Sitzungszimmer tun. »Das ist viel repräsentativer als das Trauzimmer im Untergeschoss.«

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