Jan Pfeiffer (von links), Hans-Peter-Schliemann und Manfred Kaiser sind gemeinsam zum Feldberg gesprintet. Sie laufen zugunsten von Kindern und Jugendlichen mit angeborener Querschnittslähmung.
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Jan Pfeiffer (von links), Hans-Peter-Schliemann und Manfred Kaiser sind gemeinsam zum Feldberg gesprintet. Sie laufen zugunsten von Kindern und Jugendlichen mit angeborener Querschnittslähmung.

Hochtaunus

Taunus-Tripple-Bergsprint zum Großen Feldberg unter besonderen Bedingungen

Für die Aktion des Vereins Arque im Hochtaunuskreis werden noch viele Unterstützer gesucht. Egal ob Sportler, Schüler oder Einsatzkräfte, jeder kann mitmachen

Hochtaunus -"Dass ich in diesem Jahr beim Arque-Lauf wieder dabei bin, ist Ehrensache", sagt Hans-Peter Schliemann. Der Langstreckenläufer vom MTV Kronberg hat in seiner Läuferkarriere bereits 27 Marathons absolviert. Er tritt aber auch gerne mal auf der Kurzstrecke an, vor allem wenn es einem guten Zweck dient. Also sprintet er mal schnell die Nordbahn hinauf zum Feldberggipfel.

Denn der gesamte Überschuss der Startgelder vom zweiten Cross-Fondo - Taunus-Tripple-Bergsprint (TTBS) kommt wie immer der Arque e.V., der "Arbeitsgemeinschaft für Querschnittgelähmte mit Spina bifida" zugute. Sie finanziert damit Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit dieser angeborenen Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems, auch unter dem Begriff "offener Rücken" bekannt.

Zum ersten Mal dabei

Bei der ersten Auflage des TTBS konnte Schliemann im Vorjahr nicht dabei sein. Aber ebenfalls zugunsten von Arque war er 2016 Sieger in seiner Altersklasse beim Sky Run im Frankfurter Messeturm. Beim TTBS ist er aktuell Spitzenreiter in der Goldwertung bei den M 50. Sechs Starts hat er schon hingelegt. Und sollte ihm jemand den ersten Platz streitig machen, kann er nach dem Motto "all you can run" so oft antreten wie er will. Denn Startgeld zahlt jeder Läufer nur einmal und es zählen die drei besten Zeiten. Und da das Coronasichere Laufangebot für Bergziegen noch bis zum 31. Oktober geht, könnte es durchaus sein, dass jemand beinhart trainiert und versucht seine Zeit zu toppen.

Doch Schliemann ist nicht nur ehrgeiziger Sportler. "Da ist auch der Gedanke Gutes zu tun und vielleicht andere zu motivieren auch mitzumachen", sagt er. Und er schätzt das Naturerlebnis beim Bergsprint bei jedem Wetter und empfiehlt: "Auch wer halbwegs sportlich ist, schafft das, egal in welcher Zeit, und kann dabei die Natur genießen". Nicht jeder müsse die 1249 Meter, die bei 170 Höhenmetern und einer Steigung von 16 Prozent vor allem in dem stetigen Anstieg vor der fast flachen Schlussrunde schon eine Herausforderung sei, unter 10 Minuten schaffen.

Mit dem Enkel zum Gipfel

Doch Manfred Kaiser aus Bad Vilbel, der im Vorjahr mit 10.30 Minuten seinen schnellsten Lauf hatte, will diesmal bis Ende Oktober über sich selbst hinauswachsen. Er führt derzeit in der Altersklasse M 60, läuft mal alleine oder mit anderen, immer wieder. Auch wenn anders als beim Eintages-Laufevent die direkte Konkurrenz fehlt, hat er den Ehrgeiz pro Lauftag immer einen schnellen Lauf hinzulegen.

An diesem Abend hat er Jan Pfeiffer, den Enkel seiner Schwester dabei. Auch der 20-Jährige würde sich freuen, wenn noch ein paar mehr Läufer, sich für den TTBS und die gute Sache anmelden und sagt: "Das Motto von Renndirektor Michael Lederer ,uffgerappelt . . .nuffgedappelt' passt doch, da kann doch jeder mitmachen."

Noch viele Menschen ansprechen

Lederer, der auch zweiter Vorsitzender von Arque ist, ist mit den Anmeldezahlen seit 1. Juli noch nicht ganz zufrieden. Im Vorjahr hatten 170 Starter teilgenommen. Aktuell sind es 45 Einzelläufer, drei Feuerwehrteams mit je drei Teilnehmern und zwei Teams aus Unternehmen mit je fünf Startern. Lederer weiß: "Da geht noch mehr". Und er spricht oder mailt alle Leute an, die er kennt. Einer von ihnen ist Thomas Eckermann aus Niederreifenberg, der vor neun Jahren das Gipfelkreuz am Feldberg errichtet hat und sich an diesem Abend mit dem Fahrrad den Berg hinauf gekämpft hat. "Wer das kann, kann auch für Arque sprinten", meint Lederer und bekommt von Eckermann prompt die Zusage. Zumal der Niederreifenberger einen Heimvorteil hat. Von Evelyn Kreutz

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