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Pentti Lepistös fantasievolle Holzfiguren sind besonders in der Vorweihnachtszeit begehrt.

Schmittener Holzkünstler geht neue Wege

Vermarktungsweg der Werke ist ohne Märkte schwierig

  • vonEvelyn Kreutz
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Allen Künstlern im Usinger Land fehlen durch die Pandemie-Vorgaben Möglichkeiten, sich zu präsentieren - Fantasie auf dem Weg zum Kunden ist gefragt

In diesem Jahr sind wegen Corona sämtliche Weihnachtsmärkte abgesagt worden. Für viele Kleinkünstler entfallen damit wichtige Absatzmöglichkeiten. Für manche gerät damit ein Teil ihrer Existenzgrundlage ins Wanken, und es ist Kreativität in Sachen Vermarktung gefragt. Alternativen, wie sie ihre Arbeiten anbieten können, suchen auch diejenigen, die nicht davon leben, denen es aber das ganze Jahr über ein Bedürfnis ist, künstlerisch tätig zu sein. Die Taunus Zeitung stellt verschiedene Künstler und Kunsthandwerker vor und beleuchtet, wie sie mit dieser veränderten Situation umgehen.

Der Weihnachtsmarktstand von Pentti Lepistö, der sich selbst als Auslandsfinne bezeichnet und seit 1980 in Deutschland und seit 1989 mit seiner deutschen Frau Ellen in Arnoldshain wohnt, ist jedes Jahr immer bestens frequentiert. Seine aus Holz mit der Kettensäge und einem Fräser geschnitzten Trolle und Tiere des Waldes sind vor allem bei Naturliebhabern begehrt.

Seit 2006 beim Weihnachtsmarkt

Am Usinger Weihnachtsmarkt hat der Finne seit 2006 ununterbrochen teilgenommen. Dort kennt man ihn auch, weil von ihm die großen Krippenfiguren, die in der Garage des Pfarrhauses ausgestellt werden, stammen. Stammaussteller war Lepistö auch immer beim großen Schmittener Weihnachtsmarkt in Oberreifenberg.

Außer seinen Holzskulpturen, zu denen sich der Naturbursche, der den Wald und das Wasser liebt, von den Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser inspirieren lässt, hat er auch jedes Jahr das finnische Nationalgetränk Glögg und oft auch echten Lachs aus dem Holzofen angeboten. Auf kulinarische Spezialitäten aus seinem Heimatland müssen seine Kunden in diesem Jahr verzichten.

Nicht aber auf seine Holzkunstwerke. Lepistö weiß: "Gerade in der Adventszeit haben viele Menschen trotz oder wegen der Corona-Beschränkungen das Bedürfnis nach ausgefallenen kunstvollen Arbeiten, die es nicht überall zu kaufen gibt." Jeder Troll hat ein anderes Gesicht, das Stück Holz aus dem er gearbeitet wurde, gibt es Lepistö vor. Auch Eulen, Wildschweine, Bären oder Füchse tragen die typische Handschrift des 65-Jährigen.

Wichtelweg ist fertig

Im Coronajahr hat er in seiner Freizeit viele Wochen damit verbracht, die Figuren für den Schmittener Wichtelweg herzustellen. "Ich bin gerade erst mit meinen Herbstaufträgen fertig geworden", erzählt er und sagt: "Jetzt muss ich für Weihnachten noch Trolle machen, denn die sind dann am häufigsten gefragt." Zum Glück ist jetzt seine letzte Arbeitswoche vor dem Ruhestand. Ab 1. Dezember ist er in Rente, und dann kann er sich ganz dem Schnitzen widmen.

Viel Werbung über Facebook macht er in diesem Jahr nicht mehr. Denn wegen den Arbeiten für den Wichtelweg konnte er nicht ganz so viele Figuren für die Adventszeit vorbereiten. Außerdem hatte er bereits etliche Anfragen, die nach einer Fernsehausstrahlung im Hessischen Rundfunk eingegangen sind. "Die Weihnachtsmärkte werden mir fehlen, vor allem die Freude der Menschen an meinen Figuren", sagt Lepistö. Aber auch ohne großes Publikum freut er sich auf die Adventszeit.

Stimmung im eigenen Garten

Die Stimmung kommt für ihn mit den Lichtern. Deshalb hat er sich schon einen großen Weihnachtsbaum für den Garten geschlagen und aufgestellt. Und den typischen Weihnachtsduft atmet er in seiner Werkstatt natürlich beim Schnitzen ein. "Der Geruch des Holzes gehört für mich zu Weihnachten dazu." Dann entsteht auch wieder neuer Nachschub für den Verkauf, der in diesem Jahr ausschließlich bei ihm zu Hause stattfindet. Natürlich dürfen wegen Corona die Kunden nur einzeln und nach Anmeldung kommen.

Anfragen nimmt Pentti Lepistö entgegen per Telefon unter (0 60 84) 33 74 oder per Mail unter pehma@t-online.de. Dann kann man mit ihm auch einen Termin für die Abholung vereinbaren. Eindrücke von seine Arbeiten gibt es auf seiner Homepage www.pehma.de Evelyn Kreutz

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