Nevenka und Werner Marx haben ihre Gaststätte "Café Pension Marx" in Treisberg geschlossen und wollen, sobald es möglich ist, Motorradausflüge machen und verreisen.
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Nevenka und Werner Marx haben ihre Gaststätte "Café Pension Marx" in Treisberg geschlossen und wollen, sobald es möglich ist, Motorradausflüge machen und verreisen.

Treisberg

Wegen Corona ein Jahr früher Schluss gemacht

Werner und Nevenka Marx geben nach 37 Jahren den Betrieb ihrer Gaststätte in Treisberg auf

Treisberg -Zum Jahresende haben Nevenka und Werner Marx ihre Gaststätte Café Pension Marx in Treisberg geschlossen. Beide haben 37 Jahre lang mit Hausmannskost und viel Herzblut ihre Gäste verwöhnt.

1972 war es, als Werner Marx im Sporthotel Erbismühle seine Ausbildung zum Koch begonnen hat. Nach zweieinhalb Jahren legte er vorzeitig die Gesellenprüfung ab. Seine Frau Nevenka, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, war als Zimmermädchen in der Erbismühle beschäftigt und hätte zur Hausdame aufsteigen können, aber nach der Hochzeit im Jahr 1978 ging das Paar zusammen nach Reit im Winkl. "Köche müssen auf Wanderschaft sein und Erfahrungen sammeln", weiß Werner Marx. Als seine Tochter auf die Welt kam, kehrte das Paar nach Treisberg zurück.

Werner Marx arbeitete im VDO-Casino in Schwalbach und betrieb nebenher zu Hause die Landwirtschaft. Weil Urlaube im Taunus damals sehr gefragt waren, hatten seine Eltern in Treisberg den Pensionsbetrieb aufgenommen. Werner und Nevenka Marx wollten den Gästen neben Übernachtung und Frühstück auch gute Hausmannskost anbieten und erfüllten sich den Traum einer eigenen Gaststätte. Sie bauten Lokal und Küche an und eröffneten am 16. Juli 1983.

Urlauber aus dem Ruhrgebiet und aus Holland sowie Messegäste fühlten sich wohl und kamen genauso wieder wie Ausflügler aus dem Rhein-Main-Gebiet. Anfangs gab es mittags für die Wanderer Wurst- und Schinkenbrote und einfache Gerichte wie Erbsensuppe und Rühreier und zum Kaffee Streuselkuchen, abends ein Gericht für die Hausgäste.

Rouladen waren besonders beliebt

Es dauerte nicht lange, bis das Angebot auf eine kleine Karte mit verschiedenen warmen Gerichten erweitert war. Besonders beliebt waren Rouladen mit selbst gemachten Klößen, Gerichte mit Wirsing- und Schwarzwurzelgemüse sowie Rezepte, die in keinem Kochbuch stehen, wie Steckrüben und Solberfleisch. Die Soßen hat der Koch immer selbst gemacht. "Bei mir kam nichts aus der Tüte." Zu den Hefekuchen kamen Torten dazu.

"Ich habe immer gekocht, was ich selbst gerne esse, und mich gefreut, wenn es den Gästen geschmeckt hat", verrät er. Wenn er wieder mal ihren Geschmack getroffen hatte, bedankten sich viele bei ihm an der Küchentür. Das wird er vermissen, so wie seine Frau die Schwätzchen mit den Gästen. Die Gaststätte wurde immer als Familienbetrieb geführt. Die Oma von Werner Marx half bis ins hohe Alter in der Spülküche, seine Mutter ging ihm zur Hand und bis zum Schluss sein Sohn Stefan, wenn in der Küche oder Service Not am Mann war.

Der familiäre Charakter und die zivilen Preise ließ viele Stammkunden wöchentlich kommen, die Gaststätte war immer gut besucht. Vom Rückgang der Gästezahlen merkte Marx in den vergangenen Jahren nichts. Aber nach dem ersten Lockdown war nichts mehr wie früher. Im Gastraum durften nur noch 17 Gäste Platz nehmen. Im Sommer gab es zum Glück die Terrasse. "Aber die Stimmung hatte sich unter den Corona-Bedingungen geändert."

Schon zwei Jahre vorher hatten sich die beiden zwei freie Tage in der Woche gegönnt und wollten spätestens Ende 2021 schließen. Corona gab den Ausschlag, ein Jahr früher aufzuhören. Zum Bedauern viele Stammgäste. Aber Nevenka und Werner Marx wollen sich jetzt endlich mehr Zeit für die Familie und für Motorradausflüge nehmen - und einmal bis hoch ans Nordkap fahren. evk

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